Große Einweihungsfeier für den Hofladen in Bad Belzig

Bad Belzig. Bereits im Frühjahr zog der Lübnitzer Hofladen in sein neues Domizil in die Lübnitzer Straße 1 in Bad Belzig um. Jetzt konnte das Ereignis auch endlich mit einem kleinen Fest gefeiert werden. Auch wenn das Bistro momentan nur ein Provisorium ist. Aber im Oktober soll es auch dort richtig losgehen mit einem täglichen Mittagstisch. „Natürlich legen wir den Schwerpunkt auf vegetarische Gerichte“, so Chefin Andrea Feinbier, „aber wir verarbeiten auch regionales Fleisch und hoffen, mit unserem Angebot eine Lücke in Bad Belzig zu schließen.“

Der neue Laden ist viel größer, heller und geräumiger. Wichtig bei der Einrichtung war, dass die Gänge zwischen den Regalen breit genug sind. Das hat sich bereits bewährt. „Wir haben viele ältere Kunden dazu gewonnen, weil sie bequem mit Rollator oder auch Rollstuhl durchkommen“, bestätigt die Leiterin.

Zu den neuen Kunden gehört auch Caren Horn aus Bad Belzig. Sie kommt ein bis zweimal in der Woche in den Hofladen einkaufen, denn sie legt Wert auf regionale und Bioprodukte. „Es gibt hier eine gute Auswahl und vor allem Qualität“, lobt sie das Angebot. Das mit der Regionalität ist teilweise jedoch gar nicht so einfach, wie Andrea Feinbier berichtet. Man bemühe sich um regionale Produzenten, aber in alles Warengruppen sei das eine Herausforderung. Für Obst und Gemüse hatte der Hofladen schon immer regionale Anbieter, auch für Aufstriche und Marmelade. Aber es gibt zum Beispiel keinen Biobäcker in der Region und auch keine Milchverarbeitung. Und das Ökodorf Brodowin sei einfach zu weit weg, denn lange Transportwege sollen vermieden werden. Da hofft man auf neue Produzenten. Aber es gibt Produkte und Angebote, die jetzt schon richtig gut laufen. Wie die Angebote von Martin Basshüner aus Klepzig mit seinem Wildgourmet. Die Nudeln bezieht der Hofladen jetzt aus Lütte.

Ein ganz besonderes Angebot ist der Honig von Imkerin Annette Sekine aus Bad Belzig. Sie ist die einzige Honiglieferantin des Ladens und ihre Produkte gibt es ausschließlich dort. Deshalb tut sie, was sie kann, um das Sortiment zu vergrößern. In diesem Jahr war sie mit ihren Bienen erstmals in der Heide bei Jüterbog. „Heidehonig ist etwas ganz besonderes“, erzählt Annette Sekine. Der Duft allein ist schon unwiderstehlich. 30 Kilo Ertrag hatte sie. Damit möglichst viele Kunden etwas abbekommen, gibt es den Honig in kleineren Gläsern. Ansonsten ist die Imkerin zufrieden mit den Erträgen. Sie hat zwar seit zwei Jahren auch mit Milben in ihren Völkern zu tun, aber die Verluste halten sich im Rahmen. Zu Ihrer Freude rezitierten Andrea und Dagmar „Hagara“ Feinbier ihr das Heidegedicht von Theodor Storm.

Anfang des Jahres wurde eine Genossenschaft gegründet, die LandMarkt Bad Belzig eG. Aus den fünft Gründungsmitgliedern sind inzwischen über 50 geworden. „Und es dürfen gern noch mehr werden“, schmunzelt Andrea Feinbier. Ein Anteil der Genossenschaft kostet 200 Euro – einmalig. Das erste Geld wurde als Startkapital für den neuen Laden und die Ware verwendet. Jetzt müsse man schauen, wie es läuft, sagt Andrea Feinbier. Wenn es die Ergebnisse hergeben, könnte es für die Genossenschaftsmitglieder Vergünstigungen geben. Im Moment finden aber die meisten einfach nur die Idee toll, dass sie sich einbringen wollen. Und auch die Bad Belziger Händler freuen sich über den Zuwachs:

„Wir wurden sehr gut von Nachbarn, Händlern und Kunden aufgenommen.“

Am Samstag wurde aber erst einmal gefeiert mit Flammkuchen, Würstchen, Apfelkuchen und vielen anderen Leckereien. Immer besetzt waren die neuen Sitzplätze im Freien, die von der Künstlerin Alma Fichtner gestaltet wurden. Da schmeckte der Flammkuchen gleich nochmal so gut.

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