Kirche Reppinichen

Reppinichen ist ein Straßenangerdorf mit spindelförmigem Anger und die Kirche befindet sich auf dem Anger, direkt am Dorfteich. Durch die schöne Gestaltung von Teich und Umfeld, ist sie wunderbar zwischen den Hängeweiden eingebettet und bietet so ein tolles Fotomotiv. Im 30 jährigen Krieg wurde das Dorf verwüstet und im Jahre 1701 wurde die Kirche von Benno Friedrich Brandt von Lindau dem Jüngeren wieder aufgebaut.

Die Dorfkirche ist eine Rechteckkirche aus gotischer Zeit, wahrscheinlich 14. Jahrhundert und überwiegend aus Feldsteinen erbaut, mit später angebautem, eingezogenem Westturm. Der  Turm  wurde 1880 aus Ziegelsteinen errichtet an Stelle des früheren hölzernen Turmes. Er befindet sich gegenüber dem Schiff und  der Turm sitzt mit seiner Ostwand auf der Westwand des Schiffes.

Das Glockengeschoss besitzt auf jeder Seite eine große Rundbogenarkade mit eingestellter Mittelsäule. In die Windfahne sind die Jahreszahlen 1880(Neubau des Turmes) und die Jahreszahl 1977 (Konstruktion von Turmdach und Spitze) eingraviert. Im Glockenturm befinden sich zwei Glocken die in der Turmuhrenfabrik J.F.Weule in Bockenem a. Harz  im Jahre 1918 hergestellt wurden. In der Südseite befinden sich vier große rundbogige Fenster, wobei die beiden östlichen Fenster etwas breiter sind. Zwei der Fenster zeigen die Wappen derer von Bülow und von Goldacker in bunter Glasmalerei im Inneren des Altarraumes und die Jahreszahl 1903.

Im Inneren des Altarbereiches befindet sich  ein wunderschöner Blockaltar der aus Steinen gemauert wurde, und an dem sich eine Seitenverkleidung aus Holz befindet. Der Kanzelaltar ist aus dem Jahre 1903. Die Kanzel, die sich über dem Altar befindet, ist aus demselben Jahr wie der Altar und ebenfalls aus Holz hergestellt wurden.

Der Taufständer ist sehr schlicht gehalten, da die  wertvolle Taufschale  ein Geschenk  von Konstanze von Bülow (geborene von Goldacker) aus dem Jahre 1903 ist und deshalb sehr wertvoll für die Bewohner für Reppinichen. Die Schale ist aus Messing versilbert. Auf der Oberseite des Randes befindet sich eine Inschrift. Auf der Unterseite ist die Widmung der Frau von Bülow zu lesen und auf dem Boden in der Mitte sieht man das Bild einer Taube. Ein besonderes Geschenk an die Menschen in  Reppinichen ist die wunderschöne Bibel gestiftet von der früheren Kaiserin Auguste Victoria im Jahre 1903. Gedruckt wurde die Bibel im Jahre 1898.

Im Laufe der Jahre wurden immer wieder Renovierungsarbeiten durchgeführt. Aber es gibt auch noch einiges zu tun.

Reppinichen, Kirche Reppinichen, Taufschale, Gisela Schindelhauer
Stolz zeigt Gisela Schindelhauer die Inschrift auf der Taufschale.

Gisela Schindelhauer kümmert sich seit vielen Jahren um die kleine Kirche und weiß viel Interessantes zu berichten. Auch sie ist besonders stolz auf die alte Bibel. Über der Herrschaftsloge hängt ebenfalls ein altes Dokument. Zum Gedenken an den Todestag von Konstanze von Bülow wurde eine Gedenkschrift vom Männergesangsverein aufgehängt. Stolz zeigt sie auch die Gravur auf der Taufschale, die wie fast alles in der kleinen Kirche von Konstanze von Bülow gestiftet wurde.

Einiges wurde aber auch erst nach dem Krieg angeschafft, wie die schönen bleiverglasten Fenster. Das war im Jahre 1964.

Noch nicht allzu alt ist auch die Gedenktafel für die Gefallenen des zweiten Weltkrieges. Dafür ist Gisela Schindelhauer von Haus zu Haus gegangen und hat sich bei den Hinterbliebenen informiert.

Gleich im Eingangsbereich fällt den Besuchern ein Modell der Kirche auf. Dieses wurde von Rebekka Naruhn 1997 angefertigt. Die junge Frau wollte Architektur studieren und das war sozusagen ihre Meisterarbeit. In der Regel bekommt man diese ja nicht ausgehändigt, aber Rebekka Naruhn hat so lange gekämpft, bis sie das Modell wieder bekam und stiftete es der Kirche.

Ein Rundgang durch die Kirche ist sehr interessant und deshalb bei Interesse  bitte bei  Frau Schindelhauer unter der Nummer 033847/41158 melden.

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