Wildbienenhäuser made in Schlalach

Schlalach. Der Garten von Oliver Pflug in Schlalach ist ein Paradies für Insekten, Vögel und auch Kleintiere. Eigentlich gehört ihm der Garten nicht wirklich, sondern seinen Eltern. Da dem 33 jährigen Erzieher der Naturschutz schon immer am Herzen lag, konnte er diese nach und nach von einer ökologischen Bewirtschaftung überzeugen.

Der Anfang

„Anfangs war es so ganz typisch für Hobbygärtner, die Beete sauber und in Reih und Glied, der Rasen immer korrekt geschnitten“, schmunzelt Oliver Pflug. Aber mit Stück für Stück Überredungskunst hat er es geschafft, die Eltern von seinem Konzept zu überzeugen. Anfangs bat er sie einfach nur, bestimmte Stellen nicht zu mähen und das Gras dort einfach stehen zu lassen. Als erstes ist ein Blühstreifen entstanden, in den Oliver Pflug nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Geld investiert hat. Inzwischen gibt es verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Funktionen.

Begonnen hat alles mit seinen Besuchen im Glauer Tal. Dort war Oliver Pflug oft unterwegs und sah, dass dort viele Insektenhäuser und Nistkästen angebracht waren. Das kann ich auch, dachte er  sich, vielleicht sogar noch besser. Also begann er, Insektenhäuser in vielen Größen und Formen zu bauen und sie erst einmal in seinem eigenen Garten anzubringen. Er unterhielt sich mit Leuten, die so etwas schon länger machen und erhielt viele Tipps und Hinweise.

Nebengewerbe

So entstand mit der Zeit ein kleines Nebengewerbe. Seine Wildbienenhäuser fertigt er aus gutem Eichenholz. „Das ist stabil und hält sehr lange“, so Oliver Pflug, hat aber auch sein Gewicht. Jedoch kommt weder Lasur noch Lack auf die Behausungen, das mögen die Tiere nämlich nicht. Sogar einen Hornissenkasten hat er angebracht. Leider ist bisher noch niemand eingezogen.

Auch seinen Nachbarn hat er inzwischen überzeugt. Bei ihm steht eines der größeren Wildbienenhäuser. Bei einer Bad Belziger Familie steht sein bisher größtes von 1,20 mal 1.20 Meter.

Auch Vögel

Aber nicht nur Insekten haben es Oliver Pflug angetan, sondern auch Vögel. An fast jedem Baum und jedem Gebäude hängen Nistkästen für verschiedene Vögel und sogar Fledermauskästen. Aber die gefiederten Bewohner sind auch pfiffige Kerlchen. So beobachtete Oliver Pflug, dass sie den Schnabel durch das Drahtgeflecht vor den gebohrten Röhren der Wildbienenhäuser steckten und so an die Brut der Insekten kamen. Das hieß also, den Abstand zwischen Draht und Röhren zu vergrößern.

Schlalach, Wildbienenhäuser, Oliver Pflug

Sandarium

Gebohrt wird etwa 7 bis 8 cm tief. Das ist wichtig, erklärt er, denn die Tiefe der Löcher entscheidet auch über das Geschlecht der Wildbienen. Sind sie nicht tief genug, schlüpfen nur weibliche Tiere. Ein Wildbienenkasten sollte an einer Stelle mit viel Sonne, wenig Regen und viel Blumen angebracht werden. Da Wildbienen oft im Boden nisten, lohnt sich auch die Anlage eines Sandariums. So hat es auch Oliver Pflug gemacht. Dreivierten aller Wildbienenarten sind Erdnister. Das Sandarium ist ein einfaches Sandbeet, sollte aber in der Sonne liegen. Rundherum ist es gut, kleine Äste hinzulegen. Die Bienen brauchen die Rinde als Futter. Natürlich muss aber auch ein Nahrungsangebot an Blühpflanzen vorhanden sein. Und dann könnte es bald kräftig summen.

Pflanzen

Aber auch Bäume und Sträucher finden ihren Platz. Was aufgeht, darf in der Regel stehen bleiben und wachsen. Aber auch das Totholz bleibt liegen, bietet es doch Unterschlupf für viele Kleintiere. Erstmals hat sich Oliver Pflug am Okulieren versucht. Das ist eine Art der Pflanzenveredelung. Dazu wird die Rinde angeschnitten, dort ein ruhendes Auge (Knospe) eingesetzt und mit Bast oder einem speziellen Band umwickelt. Ob es funktioniert hat, wird sich zeigen, denn mit dem gekauften preiswerten Set für diese Arbeit war Oliver Pflug nicht so zufrieden.

Seit der Umgestaltung des Gartens findet Oliver Pflug dort eine weitaus größere Artenvielfalt. „Es macht Spaß, immer wieder Neues zu entdecken, was es vorher nicht gab“, sagt er. Besonders die Menge an Tagpfauenaugen hat ihn im vergangenen Jahr überrascht. „So kann ich mit Schönem gleichzeitig etwas Nützliches tun“, so Oliver Pflug, denn seine Wildbienenhäuser gleichen kleinen Kunstwerken.

Schlalach, Wildbienenhäuser, Oliver Pflug

Kontakt

Wer Interesse hat, kann sich über Facebook:  Wildbienenhäuser – Made in Schlalach melden, per Email unter:  Wildbienenhaeuser-Made_in_Schlalach@web.de oder telefonisch unter: 017634911831

Obwohl Oliver Pflug am liebsten die Wildbienenhäuser und Nistkästen baut und dann zeigt, was er vorrätig hat. Und preislich sind sie durchaus erschwinglich.

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