Wolfsmanagement im Amt Niemegk

Niemegk. In der letzten Woche tagte der Fachausschuss Wolf des Amtes Niemegk unter Leitung seines Vorsitzenden, Peter Hahn, in öffentlicher Sitzung, nachdem er zweimal intern beraten hatte. Der Ausschuss, bestehend aus zwölf Vertretern, stellte die Struktur und die Ziele des Fachausschusses vor. Auf einer PowerPoint heißt es ganz klar:

„Alle Mitglieder befürworten den Wolf in unserer Region, sehen aber gegenwärtige und zukünftige Probleme im nachhaltigen Miteinander von Mensch und Wolf.“

Der Fachausschuss will diese Probleme beschreiben und Handlungsempfehlungen zur Lösung der Probleme aufzeigen.

Auf der Seite pro Wolf sehen die Mitglieder des Ausschusses den Artenschutz und den ökologischen Nutzen. Als Aasfresser und Jäger kranker Tiere sorgt er für gesunde Wildbestände. Er reduziert nichtheimische Tierarten und verdrängt kleinere Raubtiere. Er sorgt durch Verhaltensänderungen bei Dam- und Rotwild für weniger Jungbaumverbiss.

Sorge bereitet den Mitgliedern, die zur Hälfte Jäger sind, das starke Anwachsen der Wolfspopulation. Deutschlandweit kommen jährlich ca. 30 Prozent dazu. Gegenwärtig gibt es 1.500 Wölfe in Deutschland. Allein um Niemegk leben elf Rudel Wölfe. Laut Ausschuss liegt die Wolfsdichte in Deutschland mit 13 Wölfen je 1.000 km2 über dem europäischen Durchschnitt mit neun Wölfen je 1.000 km2.

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Der Niemegker Fachausschuss Wolf sieht damit vielfältige Probleme verbunden. Die Zahl der gerissenen Nutztiere nimmt proportional mit den Wolfszahlen zu. Die Schutzmaßnahmen ändern zwar das Verhalten der Wölfe, aber nicht die Gesamtzahlen. Trotz Subventionen und Schutzmaßnahmen geben insbesondere kleinere Betriebe nach Wolfsangriffen auf. Die volkswirtschaftlichen Kosten pro Wolf und Jahr beziffert der Ausschuss auf 7.000 bis 9.000 Euro. Hinzu rechnet der Ausschuss die nach seiner Beobachtung steigende Angst in der Bevölkerung.

Eltern meiden den Wald mit ihren Kindern oder Pilzsammler, sofern Wölfe gesichtet wurden. Bestimmte Beutetiere werden deutlich weniger wie Rotwild oder Muffelwild.

Für den Fachausschuss Wolf im Amt Niemegk überwiegen aktuell die negativen Aspekte die positiven. Deshalb fordert er einen Wechsel von einem „passiven“ zu einem „aktiven“ Wolfsmanagement. Insbesondere sollen anzustrebende Wolfszahlen für einzelne Gebiete festgelegt und eine „differenzierte Bejagung“ ermöglicht werden.

Der Fachausschuss möchte in Zusammenarbeit mit Experten weiterhin Probleme aufzeigen und daraus resultierende Handlungsempfehlung erstellen. Für das Amt Niemegk empfiehlt er eine Befragung der Bevölkerung. Bereits am kommenden Montag soll der Amtsausschuss das beschließen.

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2 Kommentare

  1. Der hier angekündigte Beschluss zur Bejagung des Wolfes würde gegen nationale und internationale Richtlinien und Gesetze verstoßen. Diese Pläne sind nicht akzeptabel und stehen unter Strafe. Durch einen solchen Eingriff in die Rudelgefüge werden sich die Probleme verstärken. Es muss andere Lösungen geben! Töten kann und wird keine Lösung sein!

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