Die ganze Welt in einem Dorf – Dorftrödel in Bardenitz voller Erfolg

Bardenitz. Mit zwei frisch erworben CD´s, einer DVD, einem Schwippbogen, einem Sandmännchen-Set, einem Hartha BCC-Maskottchen sowie einer Zither beladen stampfte Karl über die Bardenitzer Dorfstraße in Richtung des Autos. Sein Vater begnügte sich mit drei Büchern, allerdings alle aus dem frühen 19 Jahrhundert, kleine Schätze wie der achte Band des Archivs für die gesamt Naturlehre von 1834, hier Chemie und Meteorologie.

Wie den beiden ging es vielen der Besucher, die am vergangenen Sonntag in dem wunderschönen Dorf am Keilberg unterwegs waren. Die breite Straße, gesäumt von breiten Grünstreifen und Bürgersteigen war überfüllt. Den ganzen Tag über strömten Scharen von Besuchern und potentiellen Käufer und Schatzsuchern in den Ort. Und es lohnte sich. Während die Veranstalter von etwa 50 Flohmarktständen sprachen, hatte man den Eindruck, dass es mindestens 100 seien. In den großen Vierseithöfen standen die Verkaufstische dicht an dicht, vor den Häusern und auf dem Grünstreifen waren weitere aufgebaut. „Wer mitmachen will kann sich bei den Eigentümern eines Hofes melden und wenn Platz ist, seinen Tisch aufstellen“, erklärte Hartmut Rettschlag.

Es gab nichts, was es nicht gibt. Werkzeuge, Kleinmöbel, historische Baumaterialien, Musikinstrumente, Spielzeug, Spiele, Kleidung wie Sweatshirts mit den Konterfeis von Bud Spencer und Terence Hill, sogar eine Lipsia Rechenmaschine von 1919 war dabei, die Reihe lässt sich endlos fortsetzen. Ob ein kleine Sphinx aus Ägypten, bunte Teller aus Bulgarien, bayerische Zither – die ganze Welt im Kleinen.

Übrigens konnte die Kleinsten zwische einem Schaukelpferd, Schaukelelefanten und einem Schaukelhasen wählen. Ein paar zog gar eine Zink-Wanne auf einem Bollerwagen durchs Dorf zum entfernt geparkten Wagen. Unter den Händler waren Einheimische, aber auch Trödelprofis, die Kennzeichen verrieten die Nähe nach Teltow-Fläming, kurz hinter Bardenitz, einem Ortsteil von Treuenbrietzen befindet sich die Landkreisgrenze, Jüterbog und Luckenwalde sind nicht weit.

Uneinigkeit herrschte bei der Frage, zum wievielten Male die Veranstaltung stattfindet. „Ich glaube, dass es das dritte oder vierte Mal ist“, sagte Rettschlag, der Ehemann der Ortsvorsteherin. „In der Zeitung stand zum achten Mal, aber ich glaube es ist der sechste oder siebte Flohmarkt“, meinte Christl Engler vom Hausbodenverein. Der Verein betreibt ein kleines Museum, kümmert sich um den Backofen, veranstaltet Dorffeste und betreut das Dorfgemeinschaftshaus. Auch Christa Buhle war sich bei der Frage unsicher, aber das Fazit von allen dreien war klar: die Veranstaltung ist ein voller Erfolg, und alle drei freuten sich, dass die Erlöse in diesem Jahr dem Verein zukommen sollen.

Die drei im Dorf vorhanden Hofläden waren geöffnet, der vor einigen Jahren wiederaufgebaute Backofen war angeheizt, der Grill glühte und der Kuchen in der Kaffeestube wurde nach und nach knapp, so hatten alle Beteiligten gut gefüllte Säckel und immer mehr Sachen wechselten die Besitzer.

Am kommenden Wochenende dürfte es in Bardenitz wieder lebhaft zugehen, denn dann findet der „Tag der offenen Höfe in Nuthe-Nieplitz“ statt, die Hofläden beteiligen sich daran. „Und im September haben wir eine Kaninchenschau“, lädt Rettschlag ein, “oder spätestens, wenn es im nächsten Herbst, am 18.09.22 ans Trödeln geht”.

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