Was wächst denn da?

Endlich kommt der Frühling in die Gänge. Die Obstbäume stehen in voller Blüte, Buchen und Kastanien zeigen ihr Grün und an Wald- und Wegrändern blüht es in allen Farben. Die Menschen freuen sich über die gelben Wiesen, auf denen der Löwenzahn in voller Blüte steht. Solange alles draußen wächst und blüht, hat keiner etwas dagegen. Nur im eigenen Schrebergarten wird vielen dieser Wildpflanzen mit der Hacke zu Leibe gerückt. Sie werden einfach als Unkraut abgetan. Dabei sind viele dieser Pflanzen essbar und können Salate, Süßspeisen und anderen Gerichten einen besonderen Kick verleihen. Außerdem sind die Blüten die erste Nahrung für Bienen und Schmetterlinge. Deshalb sollte jeder Garten irgendwo eine „wilde Ecke“ haben, wo wachsen darf, was aufgeht. Die Insekten werden es danken.

Wer Frühlingskräuter sammeln möchte, sollte sich mit einem Körbchen auf den Weg machen, so dass Blätter und Blüten schön luftig liegen. Es sollten nur junge Blätter gesammelt werden. Gleich vor Ort schauen, ob sich Insekten oder Schnecken an den Pflanzen befinden, dort kann man sie ganz leicht abschütteln.

Löwenzahngelee

Die beliebteste Pflanze ist wohl der Löwenzahn. Die jungen Blätter machen sich gut in Salaten oder mit anderen gemeinsam als Spinat. Aus den Blüten kann man ein leckeres Gelee herstellen, dessen Geschmack ein wenig an Honig erinnert. Man braucht dazu

  • 500 Gramm Löwenzahnblüten,
  • 4 unbehandelte Limetten,
  • 1 unbehandelte Orange,
  • 1,5 Liter Wasser und
  • 1 kg Gelierzucker.

Die Blüten waschen, trockentupfen und zusammen mit den klein geschnittenen Limetten und Orangen etwa eine Stunde köcheln lassen. Die Masse durch ein Sieb streichen und mit dem Gelierzucker nach Vorschrift weiter verarbeiten.

Knoblauchgeschmack und Bärlauchöl

Die Knoblauchrauke schmeckt, wie sie heißt, nämlich nach Knoblauch. Aber der Geschmack ist nicht so intensiv wie bei richtigem Knoblauch, deshalb die jungen Blätter schnellstmöglich verarbeiten. Getrocknet verlieren sie ihr Aroma. So ist es auch mit dem Bärlauch. In manchen Regionen wächst er wild, meist in Buchenwäldern. Aber man kann ihn auch im Garten anpflanzen. In der Natur sollte man aufpassen, denn die Blätter ähneln dem giftigen Maiglöckchen. Bärlauch kann man gut einfrieren. Außerdem gibt er ein schmackhaftes Öl. Dazu braucht man

  • 10 bis 20 Bärlauch Blätter und
  • 1 Liter Öl, am besten Olivenöl.

Den Bärlauch waschen, trocken tupfen und in Streifen schneiden. In ein großes Einmachglas füllen und das Öl darauf gießen. Die Blätter müssen komplett mit Öl bedeckt sein, sonst schimmeln sie. Den Ansatz etwa vier Wochen kühl und dunkel stellen, dann durchfiltern und möglichst in dunkle Flaschen füllen.

Die Hölle für Kleingärtner

Der Giersch ist die Hölle für Kleingärtner. Hat man ihn einmal im Garten, wird man ihn nicht wieder los. Dabei ist er eine der besten Wildgemüsearten mit vielen Vitaminen. Die jungen Blätter verleihen Salaten einen zart süßlichen Geschmack, ältere Blätter besser kochen und ohne Stiele verwenden. Auch die Vogelmiere schmeckt und das nicht nur den Vögeln. Die jungen Blättchen schmecken ein wenig wie Mais, man kann sie für Salate, aber auch für Eintöpfe verwenden.

Noch mehr Essbares

Eine Gänseblümchenwiese ist etwas Wunderschönes. Aber man kann sie auch in der Küche verwenden für Salate und Quarkspeisen oder einfach nur als Dekoration. Auch die weiße Taubnessel ist essbar. Die Blätter passen in Suppen oder als Wildgemüse, aus den Blüten kann man einen Sirup herstellen. Das Schabockskraut ist eines der ersten, welches im Frühjahr seine sternförmigen gelben Blüten zeigt. Die jungen Blättchen können als angenehm saure Beigabe zu Kartoffel-, Möhren- oder Feldsalat verwendet werden. Sie schmecken auch gehackt aufs Butterbrot. Vom Wiesen-Schaumkraut kann man Blätter und Blüten verwenden, denn es schmeckt angenehm pfeffrig und ist so eine fantastische Würze. Besonders gut schmeckt es als würzige Quarkspeise. Dazu 250 Gramm Quark, etwas Milch, 1 Schalotte und 4 Esslöffel klein gehacktes Wiesenschaumkraut mit Salz und Pfeffer mischen.

Märzveilchen, Gundermann und Spitzwegerich

Das Märzveilchen bildet im Frühjahr einen farbenprächtigen Blütenteppich. Blätter und Blüten sind essbar, mit Kartoffeln und anderen Wildkräutern ergeben sie eine schmackhafte Suppe. Auch Bowle und Veilchenessig kann man daraus machen. Bekannt ist sicher bei vielen der Brennnesseltee zum Entschlacken. Aber auch als Süppchen und im Risotto kann man sie verwenden, oder man macht einen Spinat daraus. Die Blätter vom Hirtentäschel schmecken vor der Blüte am besten, man kann sie für Salate und Quarkspeisen verwenden. Ebenso den Gundermann. Frisch oder getrocknet würzt er Kartoffelgerichte und passt fein geschnitten in Salate und Omelette. Vom Spitzwegerich sollte man nur wenig verwenden, er schmeckt immer etwas bitter. Aber er hilft auch gegen den Juckreiz bei Insektenstichen. Zerkaut presst man die Masse auf die Einstichstelle.

Zitronenmelisse und Salbei

Bekannt sind Zitronenmelisse und Salbei, beides kann man heute im Garten anbauen. Die Melisse eignet sich hervorragend für Tee und Limonade, Salbei ist ein gutes Mittel gegen Erkältungen.

Kräuter findet man das ganze Jahr über. Und man staunt, wo sie überall Verwendung finden. Interessant ist dabei das Buch „Wildkräuter, Beeren und Pilze“ von Eva-Maria und Wolfgang Dreyer, erschienen bei Kosmos. Dort finden sich neben Bestimmungshilfen und eine Vielzahl an Rezepten und Verwendungsmöglichkeiten.

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