Wiesenburg/Mark: Das Team ist komplett

Wiesenburg/Mark. „Aktiv gestalten kann man nur mit aktiven Leuten“, sagt Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf. Dort gibt es jetzt ein komplettes Team für die aktive Regionalentwicklung. Dank einer Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen konnten zwei Stellen gefördert werden. Gemeinsam mit Anne Konstanze Eilzer, Referentin des Bürgermeisters, und Marco Beckendorf verstärken nun Stefanie Röder und Jessica Herzog das Team.

Ende 2021 hat sich die Gemeinde auf das aufgelegte Förderprogramm beworben. Nun gehört sie zu den insgesamt elf Modellregionen, die Lösungen zur Bewältigung der Folgen von Strukturwandel und demografischen Abwärtstrends, entwickeln und umsetzen. Und das als einzige Gemeinde, alles andere sind Landkreise. „Als struktur- und finanzschwache Kommune kennt Wiesenburg/Mark die damit einhergehenden Herausforderungen genau. Der seit 2015 amtierende Bürgermeister Marco Beckendorf beschäftigt sich seit seinem Amtsantritt aktiv und mit vielen, teilweise ungewöhnlichen, Maßnahmen und Ideen an der Lösung der einhergehenden Probleme. Und genau mit diesen Ideen rund um das Thema „Neues Leben und Arbeiten im ländlichen Raum“ konnte die Jury überzeugt werden“, teilte Anne Konstanze Eilzer mit.

Da das Team nun komplett ist, kann es sich den Herausforderungen stellen. Zumal die beiden „Neuen“ viel Wissen und Know-How mitbringen. Stefanie Röder bringt nicht nur fundierte Erfahrung aus den Bereichen touristische Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg und Coworking mit. Sie ist nunmehr auch der neue Kopf des Regionalbüros Südbrandenburg der CoWorkLand e.G. Im Team ist sie die strukturierte Netzwerkerin mit viel Herz und Engagement.

Jessica Herzog ist gelernte Veranstaltungskauffrau und bereichert mit wertvollen Erfahrungen aus dem kaufmännischen Bereich und der Beschaffung. Zudem hat sie erst jüngst zur Verwaltungsfachkraft umgeschult und ist bestens gewappnet, als Assistenz im Projekt wesentliche und wertvolle Zuarbeit zu leisten. Jessica Herzog ist das Fläminger Urgestein im Team und kennt die Region mit allen Facetten bestens.

Mit etwa 30 Wochenstunden sind beide bis Ende April 2024 eingestellt, weiter finanziert werden sie bis 2027 über das Smart City Projekt. „Und dann werden einige Mitarbeiter der Verwaltung das Rentenalter erreicht haben, so dass ein Übergang ins Rathaus so gut wie sicher ist“, sagte Marco Beckendorf. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 300.000 Euro. Der zehnprozentige Eigenanteil werden durch die Anrechnung der Arbeitszeiten von Anne Konstanze Eilzer und Marco Beckendorf erbracht.

Verschiedene große und kleine Einzelmaßnahmen sollen umgesetzt werden. Dabei ist die Entwicklung des Drahtwerksgeländes das Leuchtturmprojekt. Allein 50.000 Euro sind dafür vorgesehen. Hier will man vor allem nach den Bedarfen im Ort handeln.

Ein weiteres Kernthema ist auch das Motto der Gemeinde für die kommenden Jahre – Leben und Arbeiten im ländlichen Raum. Ziel ist es, Arbeitsplätze wieder in die Region zu holen, aber den Menschen auch zu ermöglichen, hier mobil zu arbeiten. In häuslicher Umgebung ist das meist nicht effektiv möglich. So steht die Schaffung von neuen Co-Working-Spaces sehr weit oben auf der To-Do Liste.

Und das auch direkt in den einzelnen Ortsteilen. Reppinichen und Jeserigerhütten habe schon die Bereitschaft erklärt, einen solchen Raum einzurichten. Dieser kann dann nicht nur zum Arbeiten, sondern auch für Kurse, Schülergruppen und anderes genutzt werden. Die Ergebnisse dieser beiden „Versuchskaninchen“ werden dann den Ausschlag für die Schaffung weiterer Gemeinschaftsbüros geben. Angedacht sin ebenfalls Arbeitsmöglichkeiten entlang des Kunstwanderwegs. Dafür soll langfristig eine Betreibergesellschaft gefunden werden.

Im Bereich Tourismus sollen die Dörfer in den Fokus gerückt werden. Die Idee entstand in der Arbeitsgemeinschaft historischer Dorfkerne, wo die Gemeinde Wiesenburg/Mark einer der stärksten Player ist. In Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern soll für die Vermarktung als Touristenmagnet eine Treuhandstiftung gegründet werden. Da hinein spielt auch das Projekt RE 7. Seit Jahren wird – eher erfolglos – um eine Verbesserung der Taktung der Züge von Berlin in Richtung Dessau gekämpft. Diese verkehren im Moment nur alle zwei Stunden. Bisher konnte mit der deutschen Bahn keine Einigung erzielt werden. Marco Beckendorf will dieses Projekt nun in Zusammenarbeit mit Dessau, Coswig und auch Bad Belzig politisieren. Den Entwurf eines Positionspapiers gibt es bereits. Auch geht es um Grundstücke der Bahn an den Bahnhöfen.

Am Ende des gesamten Projektes muss ein strategisch regionales Entwicklungskonzept geschrieben werden. Daran will der Bund weitere Fördermittel knüpfen. Wichtig bei allem ist aber eine überregionale Zusammenarbeit. Viele Menschen pendeln täglich zur Arbeit in die Hauptstadt. Da schwebt Marco Beckendorf eine Kooperationsvereinbarung mit Berlin vor. Diese soll ein wohnortnahes Arbeiten ermöglichen.

Die Vernetzung untereinander und auch die Präsens auf Landesebene ist ein wichtiger Punkt bei der Arbeit an diesem Projekt. Mit nun vier Personen ist Wiesenburg/Mark dabei gut aufgestellt.

(Artikelfoto: v.l.n.r. Anne Konstanze Eilzer, Marco Beckendorf, Stefanie Röder, Jessica Herzog)

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