Bad Belzig: Marionettentheater im KleinKunstWerk- Gerlinde Kempendorff ließ die Puppen tanzen

Bad Belzig. Viele kennen sie noch aus der Kindheit: die kleinen Gliederpuppen aus Holz, die an mehreren Fäden hängen. Marionetten waren bereits in der Antike bekannt. Professionelle Puppenspieler bestritten damals mit ihren Darbietungen ihren Unterhalt. Gerlinde Kempendorff zog mit einem „Puppentag“ die Aufmerksamkeit ins KleinKunstWerk Bad Belzig.

Am Sonntag Vormittag führte ihre Kollegin und Freundin Kristiane Balcevetius vom Kobalt Figurentheater Berlin für die Kinder das Stück „Katze Minki findet Freunde“ auf. Am Nachmittag gab es die Aufführung „Heinz und Heidi- wie das Leben so spielt“ für Erwachsene von und mit Gerlinde Kempendorff.

KleinKunstWerk, Gerlinde Kempendorff, Heinz und Heidi

„Ob das alles so klappt heute, weiß ich noch nicht“, schmunzelte die Künstlerin zur Begrüßung. Bei gemütlicher Atmosphäre im ehemaligen Maschinenraum des Elektrizitätswerkes verzauberten die zwei kleinen Holzpuppen das Publikum. Heidi und Heinz sind Rentner. Heidi arbeitet wegen der geringen Rente im Osten weiter; Heinz erhält als Beamter im Westen eine hohe Pension. Beide blicken auf eine lange Arbeitszeit im deutschen Schulsystem zurück, das so einige Veränderungen, sinnvolle und weniger sinnvolle, mit den Jahren mit sich brachte. Sie ist Lehrerin, er war Mitarbeiter im Schulamt.

Ich war so aufgeregt gewesen. Es war eine Premiere für mich selbst als Puppenspielerin und für das Stück. Es hat aber alles geklappt.“, freute sich die Kabarettistin.

Vor zwei Jahren bekam sie mehrere Marionetten geschenkt, die schon seit Langem in Vergessenheit geraten waren. Die Idee eines Marionettentheaters war schnell geboren. Eigens dafür ließ sie sich in die Kunst des Puppenspielens von Kristiane Balcevetius unterrichten. Heidi und Heinz an jeweils neun Schnüren lebendig werden zu lassen, war eine große Herausforderung, die Kempendorff hervorragend meisterte.

Die Texte kreierte Kempendorff ebenfalls selbst und nahm auch die Dialoge und Monologe selbst auf. Christine Reumschüssel komponierte hierzu musikalische Miniaturen, die zwischendurch erklangen. Nach der kurzweiligen Aufführung, gespickt mit Witz, Nostalgie und Sarkasmus, erhielten die zirka fünfzig Gäste die Gelegenheit, selbst die Puppen tanzen zu lassen. Eine Fortsetzung wird es im nächsten Jahr im KleinKunstWerk geben. Dann wird Enkel Tim sich einmischen. Das verspricht wieder sehr gute Unterhaltung.

 

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