Reetzival 2022 mit gemeinsamen Singen und mit nur wenig Müll

Reetz. Am 10. September fand das 9. Reetzival auf dem Sensthof in Reetz statt. Das bedeutet, im kommenden Jahr gibt es ein Jubiläum. In diesem Jahr lief alles in gewohnter Art, für das Jubiläum im kommenden Jahr gibt es bereits ein paar besondere Ideen und auch schon Zusagen recht prominenter Künstler (z.B. Max Prosa), teilte Organisator Nikolas Hübner mit.

Highlight in der Reetzer Kirche

Ein besonderes Highlight war ein gemeinsamer Auftritt der Singegemeinschaft Reetz mit Schülerinnen und Schülern in der Reetzer Kirche. Der Chor hatte also eine Altersspanne von nahezu 4 Generationen. „Mit ist es sehr wichtig, dass die jungen Menschen die verbindende Wirkung der Musik erfahren wenn sie realisieren, dass einige Menschen seit mehr als 60 Jahren in diesem Chor singen. So etwas gebührt großer Respekt. Um diesen zu zeigen, haben sich die Jugendlichen in den Chor eingereiht“, so Hübner. Die stimmliche Verstärkung erfüllte dann auch die gesamte Kirche.

Verdiente Ehrenamtler geehrt

Die Gelegenheit wurde auch wieder genutzt, verdiente Ehrenamtler auszuzeichnen. Die Ehrung finden im Rahmen von “Wiesenburg aktiv gemeinsam gestalten“ statt. Fördermittelgebe sind die DSEE, Projektträgerist der SAM e.V.

„Es gibt viele Menschen, die sich unbezahlt für unser Zusammenleben einsetzen. Sie organisieren beispielsweise Veranstaltungen, halten Vereine und Initiativen am Laufen oder schenken Menschen, die es brauchen, ihre Zeit. Im Rahmen einer Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt „Engagiertes Land: Wiesenburg aktiv gemeinsam gestalten“ bedanken wir uns bei engagierten Menschen in unserer Gemeinde“, teilt Dorothee Bornath mit.

Geehrt wurden v.l.n.r. Mario Binte, Angela Hahne, Jutta Letz und Renate Friedrich

Wie passend, dass auch Chorleiterin Renate Friedrich aus Reetz geehrt wurde. Sie wurde ca. 1965 zur Chorleiterin des damaligen Frauen-Chores Reetz berufen. Bis 1990 war sie die tragende Säule des Chores und trug maßgeblich und in hervorragender Weise zum Kulturleben des Dorfes und der Region bei. 1990 hat der Chor infolge der privaten und gesellschaftlichen Neuausrichtung durch die Wiedervereinigung sein Singen eingestellt. Die berufliche Laufbahn von Frau Friedrich als Lehrerin der Oberschule Reetz ging weiter und führte in 2000 zu ihrem 40-jährigen Dienstjubiläum. Es musste erst der Deutsche Wandertag 2012 stattfinden, damit der Frauen-Chor von Reetz wieder anfing zu singen.

Jutta Letz leitet seit vielen Jahren die Frauengymnastikgruppe Reetz. Die Gymnastikgruppe bietet den teilnehmenden Frauen neben der sportlichen Betätigung eine gute Möglichkeit, sich zu treffen und stellt damit eine wichtige soziale Komponente in einem Ort da, aus dem die meisten Frauen zu ihrer Arbeit nach außerhalb pendeln. Dank der kontinuierlichen Betreuung durch Jutta Letz besteht sie bereits viele Jahre.

Angela Hahne ist seit vielen Jahren Mitglied des Ortsbeirates in Reetzerhütten, engagiert sich insbesondere bei der Vorbereitung und Durchführung der jährlichen Dorffeste, beim Dorfputz und bei Arbeitseinsätzen. Sie versteht es, Dorfbewohner gezielt anzusprechen und zum Mitmachen zu bewegen, z.B. Kuchen für Dorffeste zu backen und zu besonderen Anlässen wie der 425 Jahrfeier des Ortes Kulturprogramhöhepunkte zu organisieren. In ihre Aktivitäten bindet sie bewusst ihre erwachsenen Töchter mit ein.

Mario Binte fertigt seit mehreren Jahren für das Reetzer Dorffest Spielgeräte für den Dorfwettbewerb an. Diese sind immer Überraschungen, da niemand weiß, was es ist. In den vergangenen Jahren fanden sie immer großen Anklang. Da seine Söhne in der FFW aktiv sind, hilft er auch dort, wo er kann. Mario Binte ist Hobbyimker und ist immer bereit, Interessenten die Imkerei zu erklären. Auch bei Arbeitseinsätzen im Dorf ist er dabei. Mario Binte fertigt die Spielgeräte aus eigener Initiative an, auch die Kosten trägt er selbst. So trägt er zu einem guten Gelingen der Dorffeste bei. Alle freuen sich jedes Jahr auf ein neues Spiel.

Musik und Umweltschutz

Reetzival 2022
Beim Workshop

Auf dem Sensthof ging es derweil musikalisch weiter. Es gab einen neuen Reetzival-Song, der in einem Unterrichtsprojekt geschrieben wurde. Aber natürlich war auch der alte zu hören, den die Anwesenden schon kräftig mitsingen konnten. Abgesehen vom Musikprogramm gab es wieder Workshops, Vorträge (z.T. auch durch Schüler), die Führung über die Naturinsel Reetz und eine „Zero Waste Challenge“ geben. Der  gesamte entstandene Müll wurde gesammelt und gewogen und durch die Anzahl aller Anwesenden geteilt. Das Ziel war es, höchstens 25 Gramm Müll pro Person zu erreichen. Die Kinder konnten Nistkästen bauen, es gab verschiedene Stände mit handgefertigten Bio-Textilien und Merchandising und natürlich auch wieder eine Tombola.

„Wir hatten 11,3 Kilogramm Restmüll und ca. 450 Anwesende auf dem Sensthof, inklusive aller Musiker*innen, Helfer*innen und Gäste. Der Mammutanteil des Mülls kam aus unserer Küche, die Gäste haben also kaum Müll hinterlassen. Der Anteil an Kompostmüll aus der Küche war aber noch viel höher, das waren ca. 25 kg. Aber der liegt wird ja nun auf dem Sensthof-Komposthaufen und wird wieder zu Biomasse. Recycelbarer Plastikmüll ist im Restmüll enthalten. Er wiegt ja sehr wenig (ca. 1,5 kg) , wird aber in Deutschland kaum recycelt, sonder eher verbrannt. Daher waren wir streng damit und haben ihn nicht herausgerechnet“, erklärt Nikolas Hübner zur Müllaktion. Das macht im Ergebnis 25,1 g pro Person. „Auch wenn wir 1 g über dem Ziel liegen ist das ein toller Erfolg, vor allem, weil die Botschaft beim Publikum und vor allem bei den Teenagern ankam und kaum jemand Müll hinterlassen hat“, so Hübner nicht ohne Stolz.

Es war für alle beim Aufräumen deutlich sichtbar, dass viel weniger Müll anfiel als in den vergangenen Jahren.

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