Bad Belzig. Am Jahresende läuft die Förderung für die Klimawerkstatt aus. Aber es soll weiter gehen, wie Christina Bantle auf der Dankeschönveranstaltung am vergangenen Donnerstag mitteilte.
Sie leitet gemeinsam mit Lisann Bach, Irene Neumann, Daniel Diehl und Paul Bittner das Team der Klimawerkstatt. Ein Förderantrag bei der LAG Fläming-Havel ist bereits gestellt. Zukünftig wird mit der Mitmachregion zusammengearbeitet, zwei Projekte finden sich also zusammen. Deshalb ist Christina Bantle sehr zuversichtlich, dass es funktionieren wird.
Aber was sind nun die Ergebnisse von zwei Jahren harter Arbeit? Ein Schwerpunkt war die Entwicklung einer digitalen Klimadaten-Plattform. Über deren Entwicklung und vor allem Bestückung wurde auf mehr als 30 Veranstaltungen diskutiert. Jetzt ist sie online und jeder kann ihn interessierende Daten online aufrufen. Die Plattform fasst auf anschauliche Weise mehr als 50 Daten zu den Themen Wasser, Landschaft, Energie und Mobilität im Hohen Fläming zusammen und stellt sie frei zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger können sich sowohl über aktuelle Klima- und Umweltdaten informieren als auch über einzelne Maßnahmen zum Klimaschutz, die in der Region umgesetzt werden. Die Plattform kann unter
https://bad-belzig.klima-daten.de
aufgerufen werden.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Klimawerkstatt war die Ausarbeitung einer Klimaschutz-Agenda für die Stadt Bad Belzig, die bereits im März 2023 in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Die Klimaschutz-Agenda ist ein integraler Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK 2035+).
Die folgenden Interview sind auch mit Unterstützung von zwei Künstlichen Intelligenzen entstanden. Aus einer Audiodatei wurde Text und aus dem Text ein gut lesbares Interview. Das eigentliche Interview fand selbstverständlich zwischen Menschen statt. Die Endbearbeitung lag bei der Autorin. Ermöglicht wird uns diese effektivere Arbeit durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb). Alle Artikel, bei denen KIs zum Einsatz kommen, kennzeichnen wir mit „KI“ im Artikelbild.
Bad Belzigs Bürgermeister Robert Pulz hat sich sofort auf der Klimadaten- Plattform umgesehen und ihre Funktionsweise getestet. Er findet sie praktisch und leicht zu handhaben.
„Mir ist wichtig festzuhalten, dass der Klimawandel, den ja nun wirklich jeder wahrnimmt, objektiviert werden muss. Das Klima hat sich verändert. Man sagt ganz oft rückblickend, früher sei besseres Wetter gewesen, aber man konnte es nicht greifbar machen. Das hat sich mit der Klimadatenplattform verändert. Und wenn solche Daten nicht publiziert werden, dann werden sie sehr schnell populistisch. Deshalb ist diese Plattform genau das, was wir brauchen. Man kann sie sowohl mobil als auch auf dem Rechner einsehen und sich so einfach, schnell und für jedermann transparent die Daten unserer Region abholen. Was ist daran wirklich wichtig? Es gibt ganz viele Studien, die repräsentativ über Deutschland liegen. Aber diese Daten sind nicht von hier, also unsere eigenen Daten. Jetzt ist es lokal und deswegen wird das für die Menschen sehr viel näher und greifbarer sein als eine wissenschaftliche Studie, die eben nur einen begrenzten Einfluss haben kann. Ich bin gespannt, wie sich alles weiterentwickelt und wünsche mir vor allem, dass diese Daten auch gelesen und genutzt werden.“
Die Plattform wurde über einen längeren Zeitraum entwickelt. Lisann Bach stellte sie kurz vor.
„In der Klimawerkstatt brauchte es irgendwie eine Einigung, wie man über den Klimawandel reden kann. Dann war die Idee, etwas Objektives und etwas Greifbares zu schaffen, die Sachen erlebbar zu machen, die sonst vielleicht nicht greifbar sind. Diese Idee haben wir genutzt und freuen uns, dass wir den Leuten jetzt zeigen können, was wir machen. Was gibt es schon? Wo kann ich aktiv werden? Was für Vereine und Initiativen gibt es hier? Was wird vielleicht auch die Politik tun? All diese Fragen müssen gestellt werden.
Die Plattform soll sie in Zukunft immer mehr beantworten. Auf der Startseite findet man verschiedene Themenseiten wie Wasser, Energie, Mobilität, Landschaft. Wir haben ein Themenseite mit Klima Wissen, wo man sich informieren kann. Was ist der Klimawandel? Was soll das Ganze? Und Was macht Deutschland eigentlich? Finanzieren wir dann noch ein weiteres Maßnahmenprojekt? Wie können wir politisch handeln? Wie können wir auch darüber hinaus handeln? Und da sind Projekte und Initiativen sowie politische Maßnahmen aus der Klimaschutzagenda wichtig. Es sind viele Ergebnisse aus der Klimaschutz Agenda eingeflossen. Die Plattform soll eben diese Themen, sozusagen den ganzen Prozess, den wir teilweise theoretisch gemacht haben, noch mal praktisch unterstützen. Ganz zu Anfang der Softwareentwicklung gab es theoretische Vorarbeit. Wir haben einen Test veranstaltet mit einem Prototypen und dieser wurde positiv getestet und begutachtet. Wir haben diese Ergebnisse weiterentwickelt. Es war wichtig, dass die Plattform am Ende für die Region nützlich ist.“
Um die Plattform zu erstellen, musste viel Vorarbeit geleistet werden. Das übernahm die Zukunftsschusterei. Aber sie muss auch betreut und weiterentwickelt werden. Dazu Konrad Traupe:
„Wir sind alle sehr fasziniert davon, welche Fülle an Informationen sich mittlerweile zusammen gefunden hat. Aber es muss ja auch irgendwie weitergehen mit der Plattform. Sie ist jetzt quasi da, aber sie muss gepflegt werden. Vielleicht muss sie doch irgendwann noch mal überholt oder weiterentwickelt werden. Das werden wir jetzt weiter standardmäßig übernehmen. Die Plattform ist auch über die Bad Belzig App zu erreichen.
Im Bereich Service findet man dazu neue Kacheln. Das ist aber nur der erste Schritt. Was wir nämlich auch noch vorhaben, ist rauszufinden, welche Orte besonders genutzt werden und welche Daten vielleicht auch am besten geeignet sind, um auf Basis der Informationen weitere Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel, wann die Bäume in der Stadt gegossen werden müssen, denn dort befinden Sensoren, die die Feuchtigkeit im Boden messen. Und auf der anderen Seite wollen wir weitere Informationen, wie zum Beispiel Bilder aus dem Freibad, einbinden, was das Wasser betrifft. Wir wollen und müssen also weiterhin an der Verbesserung der Plattform arbeiten.“
Aber der Anfang ist gemacht. Mit der Plattform können unter anderem Schulen arbeiten, es kann die Entscheidungsfindung durch die Daten gestärkt werden. Wie müssen wir handeln, um Waldbrände zu verhindern? Wie steht es um den Wasserhaushalt, wie um die Luftqualität? Für all diese Themen können die Daten der Plattform eine Grundlage zum Handeln sein.
Auf einem Rundgang durch Bad Belzig konnten sich Interessierte ansehen, wo und wie Daten gesammelt wurden. Derweil hatte Daniel Diehl noch einmal seine Wassersensoren aufgebaut, die sich die Anwesenden erklären lassen und Aufzeichnungen live verfolgen konnten. Aber er hatte noch etwas anderes mitgebracht – Malen mit Erde. Aus verschiedenen Erden können nämlich mit Speiseöl oder Ei Farben hergestellt und zum Malen benutzt werden. „Ich wollte nach all den Daten einfach mal was praktisches machen“, erzählte er. Und viele Gäste stellten so ihre erste individuelle Farbe her.
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