Schlalach. Die Schlalacher Dorfkirche hat eine neue Orgel. Sie wurde am 08. Juni 2024 im Beisein des Superintendenten Siegfried-Thomas Wisch eingeweiht. Der Erbauer kommt aus Rumänien, die Arbeit wurde Sándor Péter anvertraut.
Der Grund für diesen ungewöhnlichen Schritt, einen hier in der Region unbekannten Baumeister mit dem Bau zu betrauen, war ganz einfach: Die deutschen Orgelbauer waren zu kostspielig für die kleine Gemeinde.
Die bisherige Orgel stammt aus dem Jahre 1926. Errichtet von der Orgelfirma Alexander Schuke aus Potsdam. Dessen Sohn Johannes Schuke beseitigte nach 1945 die Kriegsschäden. Zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit fanden auch hier die jährlichen Wartungen statt. Die letzte Instandhaltung erfolgte 1990 durch den Enkel des Erbauers, Matthias Schuke.
Allerdings war die, wie es heißt, marode Schuke-Orgel nach Ansicht des Orgelsachverständigen und Bad Belziger Kantors Winfried Kuntz nicht mehr zu retten. „Wir haben uns für eine Investition in die Zukunft und für die kommende Generation entschieden“, sagte dazu Martina Näthe, die Mitglied im Gemeindekirchenrat (GKR) ist. Kuntz war es, der den rumänischen Orgelbauer Sándor Péter ins Gespräch brachte, und im Dezember 2022 erfolgte die Bestellung.
Am 11. April 2024 kam die Orgel in vielen Einzelteilen in Schlalach an. Die drei Orgelbauer unter Leitung von Sándor Péter bauten innerhalb von zehn Tagen gekonnt und fachkundig das Schmuckstück auf. Es ist erst die zweite Orgel von Péter in Brandenburg, und die fünfte in Deutschland.
Die Kosten für die neue Instrumentenkönigin, wie Orgeln gern genannt werden, betrugen 65.000 Euro und wurden durch Eigenmittel, Unterstützung der Windradstiftung und Spenden aufgebracht.
Für die Kirchengemeinde in Schlalach wurde am 8. Juni wahr, was sie sich fast nicht zu erträumen hoffte: Eine neue Orgel wurde eingeweiht.
„Eine Orgeleinweihung zu erleben, kommt vielleicht einmal im Leben vor, jedenfalls nicht sehr häufig“, stellte Superintendent Siegfried-Thomas Wisch heraus. Eine volle Kirche machte sichtbar, wie viel es den Schlalachern bedeutete, bei diesem denkwürdigen Ereignis mit dabei zu sein. Kantor Winfried Kuntz zog an diesem Nachmittag alle Register.
Heute erklingt in Schlalach eine Orgel mit zwei Manualen, einem Pedal und zehn Registern. 564 Pfeifen ertönen. Die Tasten sind mit Buxbaum und Ebenholz belegt. Das Gehäuse ist komplett aus Kirschbaumholz.
Martina Nähte lobt den Einsatz aller Helfenden, ohne deren Unterstützung vieles nicht möglich gewesen wäre. „Wir danken für die Hilfe aller Mitwirkenden, die beim Abbau der alten Orgel und beim Abladen der neuen Orgel mitgeholfen haben. Besonders möchten wir uns bei Angelika und Norbert Pflug bedanken. Sie haben unser Orgelbauteam versorgt und ihnen am Wochenende unseren schönen Fläming gezeigt“, heißt es im Gemeindebrief.
Die Orgeleinweihung war die letzte Amtshandlung des Pfarrers Heino Winkler. Er hatte die Vakanzverwaltung der Kirchengemeinde übernommen. Einen Tag später wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Die Vakanzverwaltung der seit einem Jahr freien Stelle wird von Simone Lippmann-Marsch übernommen. Es ist nicht die einzige freie Pfarrstelle im Sprengel. Zwei Pfarrstellen sind derzeit im Bereich Treuenbrietzen ausgeschrieben und die Gemeinde samt Kirchenkreis hoffen auf eine baldige Besetzung.
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