Einiges von den Anfängen des Radelns im Bad Belziger Heimatmuseum

Das Bad Belziger Heimatmuseum beherbergt tausende Exponate. Darunter auch ein sportliches aus vergangenen Tagen. Mehr als 130 Jahre ist das alte Dreirad aus Urgroßvaters Zeit alt, dass ein Stück Sportgeschichte bedeutet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Fahrräder und auch Dreiräder zu beliebten Verkehrsmitteln geworden. „Pfeilschnell fliegt es dahin, wie eine Schwalbe in der Luft und über Berg und Thal trägt es ohne Murren seinen Herrn“, ist 1896 im „Zauch-Belziger Kreisblatts“ zu lesen. Schon damals kam es zu Beschwerden über rasende Radler, die des Nachts die Laternen an ihren Vehikeln nicht entzündeten oder keine Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer bzw. Fußgänger nahmen.

Zu den ersten Radfahrvereinen der Region zählte der Belziger Radfahrerklub „Eisenhardt“, der 1894 aus der Taufe gehoben wurde. Ob die in der Stadt ansässigen Herren Vocke und Bamberg zu den Gründungsmitgliedern desselben gehörten, ist nicht belegt. Dafür aber, dass die beiden Männer Radfahrenthusiasten der ersten Stunde waren. Als im Sommer des Jahres 1887 in Brandenburg ein großes Radfahrerfest gefeiert wurde, waren sie schon dabei. Vocke und Bamberg gehörten zu den 125 Pedalrittern, die damals mit ihren Vehikeln in der Havelstadt einfuhren. Ob mit einem Zweirad oder einem Dreirad ist nicht überliefert.

Zu Beginn der 1920er Jahre fanden dann auch auf den Dörfern viele Radfahrenthusiasten in Vereinen zusammen. In jener Zeit gründeten sich unter anderem die Radfahrvereine Damelang, Garrey, Schwanebeck, Jeserig/Fläming, Brück und Preußnitz. Gemeinsame Ausfahrten ins Grüne und Besuche bei Nachbarvereinen nahmen einen breiten Raum im Vereinsleben ein – besonders dann, wenn zu einem Stiftungsfest oder einer Fahnenweihe eingeladen wurde.

So geschehen 1904, als der Belziger Radfahrerclub „Eisenhardt“ das 10-jährige Stiftungsfest feierte. Ein großer Radfahrerkorso vom Vereinshotel Kirsten (heute Hotel Burg Eisenhardt in der Straße der Einheit) durch die Straßen der Stadt war geplant. Doch der Wettergott war den Pedalrittern an ihrem Ehrentag nicht hold, es regnete. Gefahren wurde trotzdem. Mit dabei waren die Radfahrvereine Görzke in schwarzer Tracht mit weißen Schärpen, Ziesar in weißer Tracht mit blauen Schärpen, Jüterbog in weißer Tracht mit blau-gelben Schärpen „dem die Teilnahme einer Dame besonderen Reiz verlieh“, Beelitz in weißer Tracht mit schwarz-weiß-roten Schärpen sowie die Rad fahrenden Damen Belzigs mit weißen Kleidern und schwarz-weiß-roten Schärpen mit dem jubilierenden Verein „Eisenhardt“, dessen Mitglieder wie die Damen in weißem Anzug mit schwarz-weiß-roten Schärpen radelten.

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