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Bad Belzig, Zerbster Land: Großtrappe Clara sendet nicht mehr

Bad Belzig, Zerbst/Anhalt. 2022 übernahm Inge Richter aus Bad Belzig die Patenschaft über eine Großtrappe. Damals war mit der Wiederansiedlung der vom Aussterben bedrohten Vögel im Zerbster Land begonnen worden. Neun Jungvögel, sieben Hennen und zwei Hähne, wurden ausgewildert. Darunter die junge Henne, für die Inge Richter die Patenschaft übernommen hatte. Das Patenkind, das die Bad Belzigerin nach ihrer Großmutter mütterlicherseits Clara nannte, entwickelte sich gut.

Dass Patenvogel Clara im Zerbster Land angesiedelt wurde und nicht in den Belziger Landschaftswiesen, störte die 75-Jährige überhaupt nicht. „Im Gegenteil“, sagt Inge Richter und erzählt, dass ihre familiären Wurzeln in Bernburg und damit nicht weit entfernt vom Zerbster Land liegen. Ihre Hoffnung, dass ihr Patenkind Clara – so der Kinderstube entwachsen – für viel Nachwuchs sorgt und mit dazu beiträgt, die Bestände der Großtrappe zu stabilisieren, hat sich jetzt zerschlagen.

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Patenschaftsurkunde

Vor Weihnachten erhielt die Bad Belzigerin vom Förderverein Großtrappenschutz e.V. Nennhausen die Nachricht, dass Clara verschwunden und ihr GPS-Sender ausgefallen ist. „Noch bis Anfang April 2024 hatte sich Clara mit zwei anderen Hennen, mit denen sie ausgewildert worden war, im Zerbster Land aufgehalten“, berichtet die 75-Jährige. Mehr noch. Über den GPS-Sender konnte im Frühjahr auch Claras erster Brutplatz ausfindig gemacht werden. Die Eier wurden aufgenommen. „Durch die Telemetriedaten und Beobachtungen wussten wir, dass die Henne keines der anderen Großtrappengebiete aufgesucht hatte und wahrscheinlich auch keine adulten Großtrappenhähne im Zerbster Land aufgetaucht waren. Deshalb vermuteten wir, dass die Eier nicht befruchtet sein konnten, was sich bei der Untersuchung auch bestätigte“, heißt es in der Information, die Inge Richter erhielt.

Die Daten des Senders zeigten ferner, dass sich Clara auch in der folgenden Zeit nicht weit vom Auswilderungsgelände entfernt hatte. Am 30. Juni 2024 sendete ihr Sender dann das letzte Mal. Was mit der Henne geschah, ist unklar. Seitdem wurde die Henne nicht mehr gesehen und blieb die Suche nach ihrem Sender ergebnislos. „Vermutlich lebt Clara nicht mehr“, fasst Inge Richter zusammen.

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Claras Patentante Inge Richter und Norbert Eschholz vom Förderverein Großtrappenschutz

Ihr Engagement für den Großtrappenschutz will die Bad Belziger Gästeführerin aber dennoch nicht aufgeben. In diesem Zusammenhang verrät Inge Richter, dass sie über den Dokumentarfilm „Die Odyssee der Großtrappen: Das Comeback der Riesenvögel“ erstmals von Trappenpatenschaften gehört hatte. Sie erzählt aber auch davon, wie Heinz Litzbarski, der mit seiner Ehefrau Bärbel in den 1980er Jahren die Rettungsbemühungen um den Erhalt der Art anschob und den Förderverein Großtrappenschutz mitbegründete, ihr damals die Aufzuchtstation in Buckow persönlich zeigte. Beeindruckt von den Bemühungen des Vereins um den Erhalt der Art will Inge Richter auch künftig einen Teil dazu beitragen.

(Artikelfoto: Claras Patentante Inge Richter und Norbert Eschholz vom Förderverein Großtrappenschutz)

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