Fredersdorf. Aufregung ist Ronald Heber aus Bad Belzig nicht anzumerken, als am Dienstag im Ortsteil Fredersdorf die CD „Flämingische Klampfenlieder“ vorgestellt wird. Er greift zur Gitarre, im nächsten Augenblick in die Saiten und gibt während des Pressetermins Kostproben der Musik, der er sich verschrieben hat. Stunden später, am Abend, wird er das Gemeindehaus füllen und die auf die CD gepressten Lieder in der Regionalsprache des Flämings, dem Platt, zum Besten geben.
An seiner Seite sind Astrid Flügge vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V., die Fredersdorfer Mundartexpertin und „Muttersprachlerin“ Maria Sternberg und Mitglieder des Heimatvereins der Flämingfreunde, die in ihren Trachten für den passenden Rahmen zur Musik sorgen.

Astrid Flügge erklärt, dass für die Vorstellung der CD nur Fredersdorf in Frage kommen konnte – das Dorf, dass seit zwei Jahren ein hoch- und plattdeutsches Ortschild hat. Bodo Sternberg, damals noch Ortsvorsteher, erinnert sich gut an den Tag der Einweihung der zweisprachigen Ortseingangsschilder und lässt es sich nicht nehmen, schon am Vormittag bei der Vorstellung der CD im Dorfgemeinschaftshaus dabei zu sein. Ronald Heber war damals auch dabei und umrahmte die kleine Zeremonie am Ortseingang des 360 Einwohner zählenden Dorfers mit einigen von seinen Liedern. Unter anderem mit der den Fredersdorfern gewidmeten Hymne „Fraesdörp“.

Darin erzählt Heber vom Dorf. Der Titel gehört zu den Liedern, die er beim Pressetermin präsentiert, die er am Abend spielt und was noch wichtiger ist, die Einzug auf die CD „Flämingische Klampfenlieder“ gefunden hat.
Während der Bad Belziger die Musik als Steckenpferd seit seinen Kindertagen bezeichnet, der in den zurückliegenden Jahrzehnten in Chören und Solo auf der Bühne stand, kam er zum Fläming-Platt über das Fläming-Ensemble.

2016 hatte er das Ensemble aus der Taufe gehoben. Seitdem die Ensemble-Mitglieder wieder eigene musikalische Wege gehen, ist Ronald Heber als Singer und Songreiter unterwegs – immer wieder auch mit Musik in der Sprache der Altvorderen, die ihn in den Bann gezogen hat. Über die Sprache der Altvorderen, ob gesungen oder gesprochen, sagt Ronald Heber, fühle er eine tiefe Verbundenheit zu seinen Ahnen. Seit 45 Jahren ist der gebürtige Eislebener im Fläming zuhause – erst im Niederen, jetzt im Hohen Fläming. Er ist zudem Mitglied im Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg, hat für das Projekt „Rettet das Flämingplatt“ Aufnahmen gesammelt und immer wieder auch nach Liedern in der Mundart der Altvorderen Ausschau gehalten.
„Der Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. setzt mit der CD sein Projekt fort, dass Plattdeutsch im Fläming zu bewahren. Nach den Geschichten „Een Hoog up Flämingisch“ wurden jetzt durch Ronald Heber 14 Lieder zur Gitarre aus Bad Belzig, Jüterbog und Raben eingespielt“, erklärt Astrid Flügge. Es handelt sich dabei um ins Platt übertragene Volkslieder, das Burgenwanderlied (Borjenwannerwech) von Helmut Moritz und eigene Stücke des in Bad Belzig lebenden Plattfreundes Ronald Heber. Das Projekt des Vereins für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. wurde durch die Mittelbrandenburgische Sparkasse unterstützt.
(Artikelfoto: Flämingplatt mit Ronald Heber)
Views: 135