Storchenhorst

Frühjahrsputz in Storchenhorsten

Die Rotstrümpfe können kommen. Nachdem ein einzelner Vogel bereits Anfang März auf dem Storchenhorst in Schwanebeck Station machte und auch in Cammer bei der Futtersuche beobachtet wurde, kann die Rückkehr der Adebare in Zauche und Fläming jetzt nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die Rotstrümpfe, die in Buchholz, Cammer, Freienthal, Dahnsdorf, Locktow, Schwanebeck und Lühnsdorf ihr Sommerquartier beziehen werden, erwartet sogar etwas Luxus. Bernd-Roderich Thiele aus Lühnsdorf und Gerhard Rettig aus Cammer hatten sich aufgemacht, um in den genannten Orten zum Frühjahrsputz im Storchenhorst zu schreiten. Damit verbunden war auch die komplette Erneuerung des Storchenhorstes in Cammer, der jetzt mit einer neuen Nistgrundlage ausgestattet ist. „Unser Storchenhorst hat in 20 Jahren eine Oberfläche von 1,60 Meter mal 1,70 Meter erreicht“, erklärt Storchenvater Gerhard Rettig. Damit der gewaltige Horst, der bereits eine leichte Schieflage hatte, nicht während des Brutgeschäfts abstürzt, wurde die Nestgrundlage zu erneuert.

Einen ganzen Tag lang waren die beiden Naturfreunde im Ehrenamt in Zauche und Fläming unterwegs, um die Arbeiten zu erledigen. Unterstützt wurde ihr Engagement wie in den zurückliegenden Jahren durch die Firma ENG-Niemegk, die ihr Steigerfahrzeug dafür zur Verfügung stellte. Lange Jahre war Bernd-Roderich Thiele Geschäftsführer der Niemegker Elektrofachfirma. Sein Engagement für die Störche unterstützt die ENG gern mit dem Fahrzeug, damit die in elf bis zwölf Metern Höhe installierten Nistkörbe der Störche einer Inspektion und Reinigung unterzogen werden können.

Was heißt das konkret? „Die stark verkrustete und mit Grasbewuchs versehene Oberfläche wird dabei entfernt und der untere Teil aufgelockert. Dadurch erzielt man eine Drainage im Horst. Regenwasser, gerade bei Starkregen, kann sich dann nicht in der Nestmulde aufstauen und die Eier, bzw. Jungtiere, können nicht unterkühlen, was den häufigen Tod für diese bedeuten würde“, erklärt Gerhard Rettig.

Die Bruterfolge der vergangenen zwei Jahrzehnte in Cammer haben ihn in dieser Beobachtung bestätigt. Seit 2002 wurden immerhin 65 Jungstörche im Storchenhorst am Rand des Gutsparks von Cammer flügge. Und noch einen Tipp hat er für Storchenfreunde parat, die den Vögeln quasi unter die Flügel greifen wollen. Damit es den Rotstrümpfen bei sommerlicher Trockenheit nicht an Wasser fehlt, stellt er zusätzlich Wasser in Horstnähe bereit.

In zirka 60 Metern Entfernung von der Brutstätte stellt er drei Bottiche mit etwa 90 Litern Wasserinhalt auf. Er erklärt:

„Dieses wird in Zeitabständen erneuert. Offenes Wasser ist im Sommer in der Landschaft sehr knapp. Die Alt- und Jungtiere brauchen das Wasser nicht nur zum Trinken, sondern die Alttiere kühlen ihren Nachwuchs an heißen Sommertagen damit ab, in dem sie dieses einfach über ihre Jungen ausspeien und dies mehrmals am Tag.“

Sommerliche Duschen also, die im Zusammenspiel aller Bemühungen um den Erhalt der Art mit Brut- und Aufzuchterfolgen belohnt wurden.

(Artikelfoto: Der Storchenhorst ist bald sauber.)

Views: 58

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Login