In der Mitte Deutschlands, wo sanfte Hügel den Horizont zeichnen und hohe Bäume im Wind rauschen, liegt eine Region namens Fläming. Keine Hochhäuser, kein Großstadtlärm – nur der ruhige Klang der Natur und ein Himmel, über dem scharfsichtige Falken wie stumme Wächter kreisen.
Für jene, die ihre Heimat verlassen mussten – auf der Flucht vor Gewalt, Repression oder Krieg – ist der Fläming mehr als ein geografischer Ort. Er ist ein Zufluchtsort für die Seele.
Zwischen uralten Wäldern hört man manchmal das leise Traben von Rehen, die ohne Angst durch das Dickicht schreiten. Ihre Freiheit ist ein stilles Zeichen dafür, dass hier Frieden herrscht – nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen.
Die alten Burgen wie Schloss Wiesenburg oder Burg Eisenhardt in Bad Belzig erzählen nicht nur Geschichten aus vergangenen Zeiten. Sie stehen auch symbolisch für Standhaftigkeit – für das Überdauern von Stürmen, wie sie viele Geflüchtete erlebt haben.
Die Menschen in Fläming muss man erleben, um sie zu verstehen. Ihre Gesichter sind freundlich, manchmal anfangs zurückhaltend – doch öffnen sie bald Herz und Tür. Sie fragen nicht nach deiner Vergangenheit, sondern nach deiner Zukunft.
In den kleinen Bäckereien, auf den Wochenmärkten, in Cafés spürt man echte Mitmenschlichkeit. Ein „Guten Tag“ ist hier kein flüchtiger Gruß, sondern eine Einladung zum Gespräch – zur Begegnung.
Mit Wegen wie dem bekannten Fläming-Skate, einem der längsten Skate- und Wanderwege Europas, lädt diese Region ein, sich selbst wieder näher zu kommen. Die Natur hier ist kein Feind, sondern ein Verbündeter. Sie hört zu, heilt und gibt Kraft.
Für Menschen, die aus der Geografie des Schmerzes kommen, kann der Fläming zur Geografie der Hoffnung werden. Ein Ort zum Atmen, Schreiben, Leben – und Neubeginnen.
(Shoresh Mohi)
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