Reetzerhütten. Für die Reetzerhüttener war der Sieg beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ eine große Überraschung. Da hieß es, sich fit machen für den Landeswettbewerb.

Nun wollten die Einwohner zeigen, was Reetzerhütten so besonders und vor allem lebenswert macht. Am vergangenen Montag war die Landesjury zu Gast in Reetzerhütten.
Das Dorf liegt im klassisch ländlichen Raum. Was aber nicht heißen muss, dass der ländliche Raum abgehängt ist, wie auch Landrat Makro Köhler feststellte. Immerhin sind seit 2019 auch 19 neue Einwohner dazu gekommen. Diese zog vor allem die gute Infrastruktur an, denn es gibt Busverbindungen, einen Radweg und auch der Bahnhof liegt in der Nähe. Auch die Natur ist immer wieder ein Kriterium, aufs Land zu ziehen, auch wenn in der Region das Wasser fehlt. Dafür gibt es viel Wald und Wanderwege. Reetzerhütten hat den höchsten Bewaldungsgrad der Gemeinde Wiesenburg/Mark.
Durch den Straßenbau haben die Einwohner nochmal an Lebendqualität gewonnen. Auch das gesamte innerörtliche Straßennetz wurde erneuert. Dabei wurde darauf geachtet, die Sanierung behutsam durchzuführen, um den dörflichen Charakter zu erhalten. So wurden die Straßen gepflastert und nicht asphaltiert. Viel Wert wird auch darauf gelegt, das typische Ortsbild zu erhalten. So gibt es unter anderem noch fünf Holzlauben vor Häusern, die mit viel Herzblut erhalten und saniert werden.

Durch die gute Lage sind Reetzerhütten und vor allem seine Handwerksbetriebe über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Die Gärtnerei Köhler mit Inhaberin Anett Blasche nutzt seit einiger Zeit auch soziale Medien, um ihr Angebot bekannt zu machen. So kommen die Kunden inzwischen auch von weiter her.
Die Kerzenfabrik Buchal-Kerzen ist seit langem eine Institution, nicht nur für Kirchenkerzen. Dort kann man sich auch ganz spezielle Kerzen nach eigenen Vorstellungen anfertigen lassen.
Neues Leben zieht in das ehemalige ACZ ein. Dafür haben die Eigentümer der Alten Hölle einen Verein gegründet. Jedoch gibt es noch viel zu tun. Die 3000m² Hallenflächen werden teils selbst genutzt, teils sollen sie später vermietet werden. Zur Gestaltung fand bereits ein Graffiti Tag statt, ein weiterer folgt im Herbst. Das ehemalige Waldhotel Alte Hölle ist inzwischen ein Co-Working-Space im Grünen. Und nicht nur das. Viele Veranstaltungen finden dort statt. Die ehemalige Besitzerin Grazyna Schmitz-Bienek wollte, dass dort wieder Leben einzieht nach ihrem Weggang und es nicht zum Spekulationsobjekt wird. Deshalb hat sie sich für die jungen Leute entschieden. Und diese sind froh über ihr neues Domizil und vor allem darüber, dass sie im Ort gut aufgenommen wurden. So zeigt Reetzerhütten einmal mehr, dass es möglich ist, ein gemeinsames Dorfleben zwischen Alteingesessenen und Neuzugezogenen zu gestalten.

Nach der offiziellen Begrüßung durch die Reetzer Singegruppe, in der auch Reetzerhüttener mitsingen, und einem kleinen Überblick über das Dorf durch Eveline Vogel, ging es zum Dorfrundgang. Das alte Forsthaus ist inzwischen wieder bewohnt, der Spielplatz sieht aus wie neu und auch an der Feuerwehr wurde Station gemacht. Reetzerhütten hat zwar keine Kirche, dafür als Wahrzeichen einen Schlauchturm, wurde schmunzelnd bemerkt.
Der Ort gehört zum Wiesenburger Kirchengebiet und wird von dort aus mit versorgt. Auf dem Sportplatz fand sich auch Henrike Gleißner mit zwei Pferden ein. Sie ist seit 25 Jahren Besitzerin der Triple-D-Ranch. Warum gerade Reetzerhütten, wollte die Jury wissen. Zum einen konnte ein großes Bauerngehöft erworben werden für den Betrieb der Ranch, zum anderen ist der Ort gut erreichbar.
Der Sportplatz ist nicht nur der Ort für Veranstaltungen. Jetzt soll er zum Treff für die Jugend werden. Nina Stemberger, Mitglied des Ortsbeirates und wohnhaft in Alte Hölle, möchte sich regelmäßig mit den Jugendlichen treffen und hören, was ihre Wünsche und Vorstellungen sind.
Die Abschlußrunde fand in der Alten Hölle statt. Än Pieter, dort zuständig für das Veranstaltungsmanagement, erklärte der Jury, was dort alles passiert und noch passieren wird. Die Jury war sehr angetan von dem kleinen Flämingdorf. Sie fanden alles sehr authentisch. „Bewahrt Euch Eure Offenheit“, hieß es von den Jurymitgliedern. So war es für alle ein spannender und aufregender Tag. Und nun heißt es warten.
Die Endauswertung findet am 12. September in Fredersdorf statt. Fredersdorf hatte den letzten Landeswettbewerb gewonnen und ist somit Ausrichter der Auswertungsveranstaltung.
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