Robert-Walter Wildgrube, Bürgermeister Treuenbrietzen, Treuenbrietzen

Treuenbrietzens neuer Bürgermeister Robert-Walter Wildgrube im Interview

Stadt Treuenbrietzen. Nachdem Robert-Walter Wildgrube am 28. September 2025 mit 56,9 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister von Treuenbrietzen gewählt wurde (Fläming 365 berichtete), nahm ihm am 8. Dezember 2025 die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung von Treuenbrietzen, Anja Schmollack, seinen Amtseid ab.

Ebenfalls wurde auf dieser letzten Sitzung der Stadtverordneten im Jahr 2025 (Fläming 365 berichtete) das Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl einstimmig bestätigt.

Mit Beginn des neuen Jahres wird der ehemalige Bauamtsleiter und stellvertretende Bürgermeister Robert-Walter Wildgrube die Amtsgeschäfte als Bürgermeister übernehmen. Nach der Sitzung stellte er sich den Fragen von Fläming 365 zu aktuellen Herausforderungen der Stadtpolitik und seinen Vorhaben.

Fläming 365: Herr Wildgrube, jetzt wird es ernst. Ihren Amtseid haben Sie abgelegt, und nach den Feiertagen können Sie als Bürgermeister richtig durchstarten. Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Robert-Walter Wildgrube: Vor allem werde ich Gespräche führen. In der Verwaltung sowie extern und mit den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung. Mir ist wichtig, dass wir zu Beginn ein gemeinsames Verständnis über die aktuelle Lage in Treuenbrietzen haben. Darauf aufbauend werden wir die nächsten Schritte gemeinsam festlegen.

Fläming 365: Sie sind im Wahlkampf mit sehr konkreten Vorstellungen und Themen aufgefallen. Was sind Ihre Vorhaben für die ersten 100 Tage?

Robert-Walter Wildgrube: In den ersten 100 Tagen geht es um Stabilität und Verlässlichkeit. Ich schauen mir laufende Projekte an. Ziel ist, dass Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung von Beginn an gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Fläming 365: Ihr Amtsvorgänger war 24 Jahre Bürgermeister und hat Treuenbrietzen entscheidend geprägt. Was ist das wichtigste und größte Projekt, das Sie in den nächsten Jahren umsetzen wollen?

Robert-Walter Wildgrube: Das wichtigste Projekt ist, Treuenbrietzen langfristig handlungsfähig zu halten. Dazu gehören eine funktionierende Infrastruktur, die Aufrechterhaltung aller sozialen Angebote und solide Finanzen. Das kann nur gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung gelingen.

Fläming 365: In der Versammlung der Stadtverordneten sitzen zwei unterlegene Bürgermeisterkandidaten. Wie wollen Sie mit den beiden und den dahinterstehenden Fraktionen zusammenarbeiten?

Robert-Walter Wildgrube: Sachlich und respektvoll. Alle Stadtverordneten sind gewählt und tragen Verantwortung für unsere Stadt. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu. Entscheidend ist, dass wir lösungsorientiert bleiben und im Interesse Treuenbrietzens handeln.

Fläming 365: Zuletzt wirkte die Stadtverordnetenversammlung in zwei Lager geteilt. Was ist Ihre Strategie, um hier Druck rauszunehmen und inhaltliche Beschlüsse auf eine breite Basis zu stellen?

Robert-Walter Wildgrube: Frühzeitig informieren, transparent vorbereiten und offen diskutieren. Wenn Themen rechtzeitig eingebracht werden und die Fakten klar auf dem Tisch liegen, lassen sich Entscheidungen besser gemeinsam tragen. Das nimmt Druck aus den Debatten.

Fläming 365: Ihr Amtsvorgänger hat sich um das Voranbringen der erneuerbaren Energien verdient gemacht. In der Versammlung der Stadtverordneten gibt es mit AfD und BSD sowie punktuell auch mit der CDU eine Mehrheit von Gegnern bei dem Thema. Wie wollen Sie in Zukunft sicherstellen, dass Rewpowering-Vorhaben, die ja deutlich weniger Windkraftanlagen bedeuten, auch eine Mehrheit bekommen und Treuenbrietzen durch abgelehnte Beschlüsse nicht finanzielle Einbußen durch Steuerverluste hinnehmen muss?

Robert-Walter Wildgrube: Ich setze auf Sachlichkeit und Transparenz. Repowering ist ein komplexes Thema mit wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen. Diese müssen offen dargestellt werden. Meine Aufgabe ist es, der Stadtverordnetenversammlung eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern.

Fläming 365: Was wüschen Sie sich von den Stadtverordneten für das neue Jahr 2026?

Robert-Walter Wildgrube: Einen respektvollen Umgang und die Bereitschaft, Kompromisse zu finden. Wenn alle den Blick auf das Machbare richten und Verantwortung übernehmen können wir viel in der Stadt bewegen.

Fläming 365: Vielen Dank für das Interview.

(Die Fragen stellte Jonathan Summer)

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