Buckau. Schon von weitem sind die strahlendweißen Ziffernblätter der Kirchturmuhr in Buckau für jedermann wieder sichtbar. Vor allem die Buckauer freuen sich über den Anblick.
Dass die Ziffernblätter durch das Einwirken von Wetter immer schlechter wurden, ärgerte den Buckauern schon lange. Der Buckauer Olaf Gade, der sich seit 2006 um das alte Uhrenwerk im Kirchturm kümmert, war besonders verärgert. „2017 haben wir es schon einmal mit einer Putzaktion versucht, um den Grünspan zu entfernen. Da wurde auch die Idee geboren, Gelder zu sammeln, um eine Restauration zu finanzieren“, so der engagierte Gade. Im Sommer 2025 war es dann endlich soweit. Das benötigte Geld von ca. 8.000 Euro war zusammengetragen. Es wurde auch eine entsprechende Firma gefunden, die die Arbeiten an den unter Denkmalschutz stehenden Ziffernblättern durchführen konnten.
Fritz Schmidt, Vorsitzender des Heimatverein Buckau legte den Grundstock für die Spendenaktion. „Wir haben auch bei den monatlichen Orgelvespern Geld dafür gesammelt“, sagte Thomas Gandow vom Dorfkirchenverein. Die Gemeinde Buckautal steuerte einen höheren Geldbetrag zur Restaurierung bei. Der Heimatverein Buckau sammelte Geld, und der neunjährige Julius Wegener investierte sogar sein Taschengeld für die Restaurierung.
Mit der Firma Rochlitz aus Berlin fanden die Buckauer eine erfahrene Firma für die Modernisierung. „Wir haben von den alten Ziffernblättern Fotos gemacht und Schablonen erstellt. Die Grundplatten sind aus Kupfer mit einem stählernen Rahmen. Diese wurden abgeschliffen, neu lackiert und gestaltet“, sagte Monteur Dominik Reuter von der Firma Rochlitz. Beim Einbau hoch im Kirchturm gingen die Männer mit Hammer und Schraubenschlüssel vor. Drinnen im Turm gaben Olaf Gade und Dominik Reuter Anweisungen an Monteur Markus und Holger Belitz. Beide Männer waren in ca. 14 Meter Höhe von außen damit beschäftigt, die Zuarbeit zu leisten. Die Firma Elektro Belitz aus Bad Belzig stellte die Hebebühne kostenfrei zum Aus- und Einbau der Ziffernblätter zur Verfügung.
Der Monteur Reuter findet das ganze Ensemble gut. „Das Uhrenwerk, das die Zeiger antreibt, ist noch im Originalzustand. Alles Mechanisch. Wir haben mit dem Einbau der Ziffernblätter die Verbindung zum Uhrenwerk wieder hergestellt und die Uhr zum ticken gebracht“, so Reuter. In den kleinen Kirchen findet man noch Uhren im Originalzustand. Diese wurden noch nicht digitalisiert. Eine Person muss sie einmal in der Woche aufziehen, damit die Uhren die Zeit anzeigen können. In Buckau erledigt diese Aufgabe seit 2006 ehrenamtlich Olaf Gade.
1865 fand der Umbau der Kirche mit Orgel und Sakristei statt. Der Turm wurde als Uhren und Glockenturm gebaut. Das alte Uhrenwerk wurde vom Turmuhrbauer J. F. Weule, Bockenem 1928 gebaut. Die Buckauer können sich nicht daran erinnern, dass ihre Uhr mal für längere Zeit stillstand. 1948 zur 1.000-Jahrfeier erneuerte W. Wollschläger die Ziffernblätter. 1983 erfolgte eine weitere Erneuerung. An der Tür der Uhrenstube steht genau festgehalten, wann die Reparaturen stattfanden. Zum Beispiel am Silvestertag 1983. Hier wurde das Uhrenwerk zerlegt und gereinigt. Ein treuer Helfer bei diesen Reparaturen war Uwe Schlimm aus Ziesar.
Die Männer um Olaf Gade sind sehr sorgfältig beim Einbau der Ziffernblätter. Der große und kleine Zeiger finden auch ihren Platz. „Die Lage der Blätter muss genau stimmen, sonst hängt die Uhr schief. An das Uhrenwerk ist auch ein Geläut angeschlossen. So schlägt die Glocke zu jeder halben Stunde und zu jeder vollen Stunde die Anzahl der angezeigten Stunde“, so Gade.
Der Einbau hatte an diesem nasskalten Nachmittag gut geklappt. Die Mitglieder des Buckauer Dorfkirchenvereins und des Heimatvereins hatten alles gut vorbereitet. Am Abend des 22. Dezember 2025 zeigten die beiden Ziffernblätter den Buckauern wieder die Zeit an.
(Artikelfoto: Akteure beim Einbau der Zifferblätter: v.l.n.r. Holger Belitz, Monteure Markus, Dominik Reuter – beide von der Firma Rochlitz, Olaf Gade, Fritz Schmidt vom Heimatverein Buckau und Thomas Gandow vom Dorfkirchenverein Buckau)
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