Fastnacht, Bardenitz, Pechüle, Klausdorf

Bardenitz, Pechüle und Klausdorf: Eine Sause durch den Fläming

Bardenitz, Pechüle und Klausdorf. Wer denkt, dass die Faschingszeit am Aschermittwoch endet, der kennt die Dorfgemeinschaft von Bardenitz, Pechüle und Klausdorf nicht. Hier endet „die fünfte Jahreszeit“ erst am letzten Februarwochenende und zwar mit einem aufwändigen Showprogramm des Bardenitzer-Fastnacht-Clubs.

Unter dem Motto

„Einsteigen bitte: Ida saust durch den Fläming“

haben an die 100 Karnevalisten monatelang ein Programm erdacht, Sketche geschrieben, Musik geschnitten, Tänze einstudiert und Kulissen gebaut. Die Ergebnisse wurden am vergangenen Wochenende in drei Aufführungen dem Publikum präsentiert und der Bardenitzer Karneval setzte auch in diesem Jahr dabei wieder Maßstäbe beim Inhalt, den Kostümen und der Stimmung.

In einem himmelblauen Bus aus der Bardenitzer „Harz-Schmiede“ sausten Ida und Ihr Chef, die unterhaltsam und kurzweilig durch das Programm führten, in diesem Jahr durch den Fläming. Nachdem Start des Busses im Naturschutzgebiet Zarth, wo das Programm im vergangenen Jahr endete, kämpften sich die beiden Moderatoren erst einmal durch den Schilderwald. In Form eines Tanzes brachten beschilderte Dorfburschen die Verkehrszeichenvielfalt in Deutschland zum Ausdruck und Ida und ihr Chef deuteten diese zur Belustigung des Publikums auf ihre ganz eigene Weise. Selbstverständlich darf auch kein Wildwechsel der „Familie Hirsch“ fehlen, wenn man auf Brandenburger Straßen unterwegs ist. Dieser leitete den Reh-Tanz der Frauen und Mädchen ein, die mit einer vielseitigen Choreografie und aufwändigen Kostümen das Publikum begeisterten. Nachdem der Busfahrer festgestellt hatte, dass das Nummernschild dabei verlorengegangen war und Nachschub über Amazon bestellt wurde, folgte ein Tanz der Jüngsten. Die Kita-Kinder hatten einen „Tanz der Schafe und Wölfe“ einstudiert, der die aktuellen Debatten um den Wolf sehr gut ins Programm einbaute.

Als der Bus die Wildnis des Zarth hinter sich ließ und in „Klosterbruder Zinna“ hielt, wurde vom Chef die Idee geboren, Mönche als Personal für „geplagte Pauker und Berliner“ zu organisieren. Die Altherren-Tanzgruppe füllte die Rolle im wahrsten Sinne des Wortes aus. Am Ende standen sie in schwarzen Schlüpfern da und Ida kommentierte:

„Ich wollte schon immer mal wissen, was die Mönche drunter tragen.“

Ein fingierter technischer Defekt sorgte für eine Pause von Idas Bus-Tour. Diese wurde mit einer Akrobatikaufführung von Cecilia „überbrückt“, die vielen Zuschauern den Atem stocken ließ. Danach ging es auch schon zügig weiter und der Bus hielt in Bad Belzig: Zwei entlaufenen Krankenhauspatienten folgte eine Horde Krankenschwestern, die mit einem mehrteiligen Tanz dem Publikum ordentlich einheizten und einen betrunkenen, im Bus verbliebenen Mönch über die Schulter geworfen mit abtransportierten.

Nach einer Programm- und Atempause für alle Mitwirkenden spielten die Bardenitzer Herzbuben mit ihren Blechblasinstrumenten auf, bevor der Bus in Beelitz zum Stehen kam. Schon beim Blick aus dem Fenster konnte Ida Spargelspitzen erkennen, die zu kräftigen Tanzstangen wurden. Die weißumhüllten Männer kamen unter ihren Sturmmasken sichtlich ins Schwitzen und das Publikum dankte den Einsatz mit viel Applaus.

Es folgte der „Boxenstop-Tanz“ der Frauen, die dafür in rote Overalls geschlüpft waren und die Stimmung weiter anheizten. Im Anschluss wurde es traditioneller, denn als der Bus in Treuenbrietzen ankam, kamen das Sabinchen und der Schuster auf die Bühne. Die vier Tanzpaare führten einen Paartanz auf, der die klare Botschaft hatte: Liebe kann keine Sünde sein! Die Bustour neigte sich dem Ende und draußen wurde es dunkel. Eine spektakuläre Akrobatikaufführung von Eleanor und der darauf folgende Tanz der Fledermäuse bildeten den inhaltlichen Abschluss des Karneval-Programmes 2026 des BFCs. Am Ende kamen alle Mitwirkenden auf die Bühne und sangen gemeinsam die Bardenitzer Karnevalshymne. Das Publikum stimmte fröhlich mit ein und die Stimmung fand kein Halten mehr.

Bardenitz, Pechüle und Klausdorf haben mit diesem Programm einmal mehr den Zusammenhalt zwischen Alt und Jung sowie zwischen Zugezogenen und Alteingesessen gezeigt. Dies wurde auch durch die ausgelassene Stimmung und die Disko mit DJ Olaf und Techniker Nicki bis in die Nacht deutlich.

(Alfred Franke)

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