Wiesenburg. Jedes Jahr werden auf der Mitmachkonferenz auch die Initiativpreise verliehen, sowohl für Projekte und Initiativen als auch für die Jugend. Für letzteren wurden zwei besondere Projektideen ausgewählt, über die die Anwesenden abstimmen konnten. Das Preisgeld wurde von der Sensthof-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Jugend-Initiativ-Preis
Beworben hat sich zum einen die Oberschule Brück mit ihrem Projekt:

Naturglück – eine Schülerfirma an der Oberschule Brück
Ihr Werbeslogan lautet:
„Wir katapultieren vergangenes Wissen der Heilpflanzen in die Moderne.“
Eines der Ziele ist es, mit der Schülerfirma, auf heimische Pflanzen aufmerksam zu machen, die man eigentlich nur als Unkräuter kennt und eher lästig aus Beeten gezupft werden. „Zumal diese, wie zum Beispiel der Spitzwegerich, als Salben bei juckenden Insektenstichen Linderung versprechen und somit eigentlich sehr großen Nutzen für uns haben sollten. Trotzdem ‚treten wir sie jeden Tag mit Füßen‘ und versuchen ihre Anzahl mit Herbiziden zu verringern. Dieses Bild wollen wir verändern und Anderen ihren Nutzen näherbringen. Aktuell stellen wir auf Anfrage Produkte her, die benötigt werden“, heißt es in der Bewerbung.
Das zweite Projekt ist eine Kooperation der Initiative für die Natur mit der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig und heißt:
Raus in die Natur – ein Projekt der Initiative für die Natur.

Zum Projektstart im Jahr 2025 wurden mit Kindern der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig Nistkästen für Wildvögel gebaut und ein Futterhäuschen mit Kamera zur Vogelbeobachtung installiert. Die Kinder waren sehr engagiert, sehr interessiert und hatten sofort Ideen für weitere Projekte. Auf Wunsch der Kinder und in Absprache mit der Klassenlehrerin wurden, unter dem Motto „RAUS IN DIE NATUR“, vier Aktionstage für 2026 geplant.
Die meisten Punkte sammelte „Raus in die Natur“ vor der Schülerfirma Brück.
Fläming-Initiativ-Preis
Erzählcafé für Frauen
Beim Fläming-Initiativpreis standen drei Projektideen zur Auswahl. Zum einen war es das „Erzählcafé für Frauen“. Die Idee für einen „Frauen-Dialog“ entstand in einem Gespräch zwischen Ingelore Schwarz und Helga Holz. Es zündete u.a. durch die Erfahrungen von Helga Holz als Sanierungsbeauftragte für die Gemeinde Wiesenburg von 1989 bis ca. 2015. In diesem Zusammenhang entstanden bewegende Einblicke in die sozialen und emotionalen Erfahrungen, die sich für die Menschen mit den tiefgründigen Veränderungen infolge der Wende ergeben hatten. Diese Wahrnehmung verstärkte sich bei einer Veranstaltung anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2024 in Mals Scheune Wiesenburg. Es war der 35. Jahrestag nach der Wende und es stand die Situation der Frauen, besonders im Osten im Fokus. Daraus entstand die Idee für einen Frauen-Dialog-Ost-West nach dem Konzept „Reden und Zuhören“, eine Veranstaltung von „Mehr Demokratie“! Ziel: „Zusammenwachsen und zusammen wachsen.“ Es geht bei diesem Motto um die nachhaltige Überwindung der schmerzhaften Wende-Herausforderungen mittels konstruktiver Beteiligungsangebote.
Lebendiger Friedhof Niemegk

Die Initiative „Lebendiger Friedhof Niemegk“ hatte sich ebenfalls beworben. Der Impuls zur Umgestaltung des Friedhofes Niemegk entstand aus der Niemegker Bürgerschaft. Diese Umgestaltungsideen wurden an die Stadtverordnetenversammlung Niemegk eingebracht und von dort per Mehrheitsbeschluss für gut und umsetzungswert befunden. Interessierte Bürger und weitere Engagierte gründeten die Initiative „Lebendiger Friedhof Niemegk“, die sich seit März 2022 regelmäßig trifft. Es etablierte sich eine Zusammenarbeit zwischen Amtsverwaltung, Bauhof und Initiative. Die Initiative möchten anregen, den Friedhof in Niemegk sowohl für Tiere und Pflanzen als auch für die Menschen, die diesen Ort der Geschichte und Geschichten nutzen, lebendig und freundlich zu gestalten.
Parkförderverein Wiesenburg
Der dritte Bewerber war der „Parkförderverein Wiesenburg“. Der Parkförderverein unterstützt die Gemeinde als Eigentümerin des Schlossparks, einem überregional bekannten 127 ha großen Gartendenkmal. Der Werbeslogan heißt „Das schönste Gartendenkmal zwischen Potsdam und Wörlitz“. Das Hauptziel ist die Erhaltung des Parks bzw. die Weiterentwicklung dieses lebendigen Gartendenkmals. Außerdem gilt es, die öffentliche Wahrnehmung des Parks zu stärken.

Den Verein gibt es seit 1998. Aktuell hat der Verein 127 Mitglieder. Die Beweggründe sind verschieden. 43 Prozent der Mitglieder des Vereins leben in Wiesenburg und interessieren und begeistern sich für „ihren“ Park. Sie wünschen sich einen guten Pflegezustand und engagieren sich deshalb. 22 Prozent kommen aus den anderen Ortsteilen der Gemeinde und sehen den Park als Leuchtturm der Region, der unbedingt erhalten werden soll. Die restlichen Vereinsmitglieder (45 Prozent) sind aus der Region Berlin/Brandenburg, die meisten aus Potsdam/Mittelmark. Nur 4 Prozent sind überregional beheimatet. Viele der knapp 50 überregionalen Mitglieder haben ihre Schulzeit oder ihre Jugend in Wiesenburg verbracht, sind mit ihrer Heimat bzw. dem Park emotional verbunden. Das Einzelengagement ist sehr verschieden. Es gibt Vereinsmitglieder, die Patenbäume finanzieren, Pflanzenmaterial für den Park veredeln, Äpfel sammeln, Rosen vermehren, Saatgut sammeln, Geschichtsforschung betreiben, alte Parkansichtskarten sammeln, historische Literatur suchen und besorgen, Flyer entwerfen, Parkführungen durchführen oder bei Veranstaltung auf unterschiedlichste Weise unterstützen.
Sieger bei der Abstimmung wurde der Parkförderverein vor dem Erzählcafé und der Initiative aus Niemegk. Die Auszeichnungen wurden musikalisch untermalt von Claudia und Dorothee und vorgenommen von der Landtagsabgeordneten Melanie Balzer (SPD).
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