Schmerwitz. Die Farben der Töpferei Königsblau in Schmerwitz sind bunter geworden. Das Geschirr gibt es nicht mehr nur im namensgebenden blau, sondern in vielen andere Glasuren. Und so hatten die Besucher auf dem kleinen Töpfermarkt am vergangenen Wochenende die Qual der Wahl.

Die Töpferei gehört zum Scarabäus Hoher Fläming e.V. . Das ist eine stationäre Selbsthilfeeinrichtung mit sozialpädagogischem Ansatz für Suchtkranke. Die Töpferei ist ein Baustein zur sinnvollen Beschäftigung. Nicht nur ein Alltag in einem Handwerksbetrieb wird damit erprobt, sondern auch ein konstruktiver Umgang mit den anderen Menschen. Entdecken von Kreativität und die Lust auf verschiedene Schaffensprozesse sind für die Persönlichkeitsentwicklung von Vorteil. Das Selbstwirksamkeitserleben ist durch die Einbindung in den Produktionsablauf besonders effektiv. Von der rohen Tonmasse bis zur Präsentation des Endprodukts in den Töpferläden und auf Töpfermärkten findet ein positives Erleben und die Identifikation mit der Arbeit statt. So steht es auf der Homepage des Vereins.
Und so werden regelmäßig die geschaffenen Produkte auf Märkten angeboten. Interessenten können aber auch jederzeit auf den Gutshof kommen, um Tassen, Teller und anderes Geschirr zu erwerben. Solange gearbeitet wird, dürfen Besucher hinein. Und so kam man sich zum Töpferfest vor wie in dem alten DEFA-Märchen vom König Drosselbart, als die Prinzessin mit ihrem Tongeschirr auf dem Markt stand. Von blau über grün bis bunt, von Tassen bis hin zu Tellern, aber auch Blumentöpfen und Schildern für den Garten – es gab ein vielseitiges Angebot. Und wie es typisch für das Handwerk ist, jedes Teil ist ein Unikat.

Wer wollte, konnte sich auch seine Tasse oder seinen Teller selbst gestalten. Das machte besonders den Kindern Spaß. Bei schönstem Sommerwetter genossen die Gäste neben der Keramik auch Gegrilltes, Kaffee und Kuchen. Viele nutzen die Gelegenheit für ein schmackhaftes Mittagessen aus der Gutsküche auf der Terrasse des Restaurants und einen Besuch im Hofladen. So ging kaum jemand mit leeren Taschen vom Hof.
Aufmerksam beobachtete auch Lucy, die Töpferkatze, das Geschehen. Sie lebt seit 12 Jahren in der Töpferwerkstatt Königsblau. Als die alte Töpferei 2014 abbrannte, hörte man beim Aufräumen ein klägliches Miauen. In einer Dachrinne fand man das Katzenbaby. Die Mutter hatte es wohl zurückgelassen, weil es das schwächste aus dem Wurf war. Mit viel Liebe wurde Lucy mit der Flasche aufgezogen und verteidigt nun die Töpferei als ihr Revier auch gegen große Hunde, wie man miterleben konnte.
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