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Treuenbrietzen macht Weg für Jugendarbeit mit der Kirche frei

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Treuenbrietzen. Am Montagabend haben die Stadtverordneten von Treuenbritzen mit großer Mehrheit den Weg für eine Kooperation der offenen Jugendarbeit der Stadt mit der evangelischen Kirche freigemacht. Im entsprechenden Beschluss wurde die Stadtverwaltung beauftragt, „einen Kooperationsvertrag mit der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Zauche-Nieplitz zur gemeinsamen Umsetzung eines Angebots der offenen Jugendarbeit im Stadtgebiet Treuenbrietzen auszuarbeiten und abzuschließen“. Der parteilose Bürgermeister Robert-Walter Wildgrube sprach von einem „Glücksgriff“.

Die Stadt Treuenbrietzen ist durch Vandalismus an Spielplätzen und in Bildungseinrichtungen geplagt. Einen Jugendklub gibt es nicht. Viele Jugendliche halten sich in ihrer Freizeit irgendwo im Stadtgebiet oder auf dem Sportplatz neben dem Freibad auf. Die Jugendarbeit außerhalb der Vereine findet vor allem über das Familienzentrum und dessen pädagogisch wertvolle Angebote statt. Zudem geben Jugendsozialarbeiter auf den Straßen ihr Bestes, um Jugendliche nicht sich selbst zu überlassen. Aber einen geschützten Raum, wo die Jugendlichen mal nur unter sich sein können, gibt es bisher nicht.

Im Beschlusstext findet sich folgende Begründung der Verwaltung:

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„Aufgrund der Haushalts- und Liegenschaftssituation ist auch in den kommenden Jahren nicht davon auszugehen, dass städtische Räume für einen Jugendraum bereitgestellt werden können.
Gleichzeitig besteht ein erheblicher sozialräumlicher Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Um deren persönliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu fördern, ist ein verlässlicher Jugendraum als Anlaufstelle erforderlich.“

Die Situation ist also bestens bekannt und nun möchte der Rathauschef Abhilfe schaffen. „Daher ist die Kooperation mit der Kirche eine Bereicherung für die Kinder- und Jugendarbeit“, so der Bürgermeister.

Kernstück der Arbeit der Kirche soll der Ausbau der alten Scheune auf dem Grundstück des evangelischen Kirchenbüros in Treuenbrietzen in der Großstraße 48 sein. Der Ausbau kostet die Stadt keinen Cent. Aber die Jugendsozialarbeiter der Stadt dürfen dort ihre Angebote machen. Das ist neu, und es werden weitere Jugendliche erreicht. Zudem kann die Kirche keine dauerhaften Angebote vorhalten. Die Kooperation ist also ein Gewinn für alle.

Der zu erarbeitende Kooperationsvertrag soll dem nächsten Ausschuss für Soziales, Ordnung und Sicherheit noch einmal vorgelegt werden. Parallel dazu sollen Alternativen zur Übergangslösung auf städtischen Boden geprüft werden. Die Prüfung läuft bereits, so der Bürgermeister. Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch, die den Ausbau der Scheune auf dem Grundstück in der Großstraße initiiert hat und maßgeblich vorantreibt, nahm bereits im Ausschuss Hinweise und Bedenken auf und meldete sich während der Einwohnerfragestunde zu Wort, um ihr Gesprächsangebot zu erneuern, falls es noch Fragen und Bedenken zum Projket gibt.

Treuenbrietzen hat mit der Entscheidung der Zusammenarbeit von städtischer und kirchlicher Jugendarbeit eine richtungsweisende Entscheidung im Interesse der Kinder und Jugendlichen getroffen. Jedes Angebot mehr weckt im Zweifelsfall das Interesse von Jugendlichen und hält sie davon ab, sich irgendwo im Stadtgebiet selbst überlassen zu sein.

(Jonathan Summer | Artikelfoto: Jugendliche auf dem Gelände der Kirche vor der Scheune, die als Jugendraum ausgebaut werden soll.)

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