Landrat Marko Köhler

Kreistag PM: Der Bericht des Landrats

Locktow. Zu Beginn der meisten Sitzungen des Kreistags von Potsdam-Mittelmark gibt der Landrat, Marko Köhler, einen Bericht, wobei er mündlich durchaus eigene Schwerpunkte gegenüber seinem schriftlichen Bericht, der auch zu lang wäre, vorträgt. So auch bei der 14. Sitzung im Kulturhaus Locktow.

Wie bekommen wir den Haushalts wieder in Gang, fragt er die Anwesenden und:

„Wir werden Entscheidungen treffen, bei denen es keine Lösung gibt, die allen von Ihnen gefallen werden.“

Trotzdem will er in seinem mündlichen Vortrag weniger über das reden „was nicht geht“, sondern vielmehr vor allem darüber reden, „was es gibt“. Denn macht man ersteres zu lange, dann glaubt man, dieser Landkreis besteht nur noch aus Defiziten:

„Aber das stimmt nicht.“

Hier hilft es – nach Aussage des Landrats – sich zu erinnern, was in den vergangenen Jahren alles passiert ist. Gleich zu Beginn des Ukraine-Krieges musste der Landkreis Dinge organisieren, für die es keinen fertigen Ablauf gab. In nicht einmal zehn Monaten nahm der Landkreis 3.495 Flüchlinge aus 22 Nationen auf. Die Verpflichtung des Landkreises lag bei 3.416 Menschen. Potsdam-Mittelmark hat damit erstmals seit zehn Jahren seine Verpflichtungen erfüllt. Es hat funktioniert, weil Menschen Verantwortung übernommen haben, im Privaten, in Vereinen, in der Verwaltung. In Bad Belzig entsteht eine neue Unterkunft, dennoch bleibt es das Ziel, Menschen in Wohnungen unterzubringen:

„Denn Integration beginnt oft nicht mit einem Feldbett, sondern mit dem eigenen Schlüssel.“

Auch aus anderen Bereichen nennt er Beispiele. So die Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow, für die der Landkreis mehr als 40 Millionen Euro investiert hat. Sie war einmal das größte Bauvorhaben des Landkreises. Rund 5 Millionen Euro wurden für ein Frauenhaus ausgegeben, wofür die Fördermittel nicht wie erwartet kamen. 27 Frauen mit ihren Kindern können dort Schutz und Unterkunft finden.

Darüber hinaus wurde „massiv in den Katastrophenschutz investiert“. Potsdam-Mittelmark hat die Katastrophenschutzleuchttürme aufgebaut und ausgestattet. Rund 4.000 Frauen und Männer engagieren sich freiwillig und unentgeldlich in den Freiwilligen Feuerwehren, die 2025 zu fast 2.300 Einsätzen ausrückten.

Marko Köhler erwähnt den Bauantrag, der seit Oktober vergangenen Jahres digital gestellt werden kann. Auch die Ausländerbehörde arbeitet weitgehend digital.

Und der Landkreis baut in Beelitz-Heilstätten, worüber man „in dieser Situation ganz offen reden muss“. Es ist das größte Investitionsprojekt des Landkreises, mehr als 700 Menschen sollen einmal dort arbeiten. Im 2028 wird die Verwaltung diesen Standort beziehen. Man wird dabei viele Standorte mit zum Teil unzulänglichen Bedingungen und viel zu hohen Mieten aufgeben:

„Mit den gesparten Mieten zahlen wir den Kredit ab, den wir aufgenommen haben.“

Immer wieder betont Marko Köhler in seiner Rede das Menschlich, wirft kleine Bilder in den Raum und veranschaulicht so die bloßen Zahlen von investiertem Geld. Er macht dies, weil solche Geschichten „genau etwas mit unserem Landkreis zu tun haben“.

Dann kommt er wieder zur Haushaltssituation. Das Haushaltsjahr 2026 musste bereits mit 27 Millionen minus geplant werden, und seitdem hätte sich die Situation dramatisch verschärft. Ähnlich, betont der Landrat, sieht es in allen Landkreisen und Kommunen in der Bundesrepublik aus:

„Auch wenn wir das Problem nicht verursacht habe, so müssen wir doch damit umgehen.!

Trotzdem muss der Landkreis dafür sorgen, dass die Menschen gern hier leben und die Verwaltung funktioniert. Der Landkreis, die Kommunen, die vielen unzähligen Ehrenamtlichen und die Verwaltungsmitarbeiter haben sich in schwierigen Jahren nicht weggeduckt:

„Darauf können wir aufbauen.“

Auch durch sparen.

(Artikelbild: Landrat Marko Köhler – Seine Rede hielt er allerdings vom Rednerpult aus)

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