Linthe: Keine Erweiterung des Gewerbegebiets – Bäume bleiben stehen

Linthe. Damit hat offensichtlich niemand gerechnet, die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Linthe ist gescheitert. Die Gemeindevertretung Linthe hat am 29. September 2026 entschied mit dem denkbar knappsten Ergebnis, der Beschlussvorlage nicht zuzustimmen. Fünf Abgeordnete waren dafür und fünf dagegen.

Die Gemeindevertretung sollte einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit der Bezeichnung „Gewerbegebiet Linthe an der Autobahn II“ beschließen. Darin wird erläutert, dass die Vorhabensträgerin, die Berlin Linthe Gewerbepark 1 Objektgesellschaft mbH, ein 17 Hektar großes Areal zwischen der Mindener Straße und der L85, in einen Bestandteil des Gewerbegebiets umwandeln wollen. Es wird vor allem die verkehrsgünstige Lage direkt an der Autobahn BAB 9 als Standortfaktor betont.

„Durch die Ausweisung eines Industriegebietes (IG) sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von gewerblich industriellen Anlagen geschaffen werden“, heißt es im Beschluss.

Auch der Flächennutzungsplan sollte entsprechend geändert werden, die Kosten hätte die Vorhabensträgerin getragen. Bei einer Umsetzung und Ansiedlung von Gewerbe hätte Linthe möglicherweise durch Gewerbesteuer profitiert, ohne selbst etwas investieren zu müssen. Bislang ist die Fläche als Wald gekennzeichnet, somit wird vorerst nicht gerodet, wenn auch inzwischen Auslichtungsarbeiten stattgefunden haben.

Die Vorhabensträger haben berechtigterweise darauf gehofft, dass es zu einem Aufstellungsbeschluss kommt, denn die Gemeindevertretung der Gemeinde Linthe hat in ihrer öffentlichen Sitzung am 19. April 2023 den Grundsatzbeschluss (L-30-281/23) gefasst, ein verbindliches Bauleitplanverfahren zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für das geplante Vorhaben durchzuführen. Nun also eine 180 Grad Wende.

Nun wird also nichts aus der beabsichtigten Entwicklung von Industrieflächen für die Ansiedlung von Unternehmen aus Industrie, verarbeitendem Gewerbe und Logistik, die man vorhatte.

Auch die FNP-Änderung ist mit den gleichen Stimmenanteilen gescheitert. Abgeordnete und Ortsvorsteherin von Alt Bork, Marlies Schulze war nach der Sitzung unzufrieden und verstand die Beweggründe der Gegner nicht. Auch ihre Kollegin, die ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Linthe scheint fassungslos. Auf die Anfrage von PM 365, weshalb der Widerstand, hat sie schriftlich geantwortet. „Das kann ich Ihnen nicht beantworten, weil ich es selbst nicht weiß bzw. nicht verstehe“, schrieb Klink.

Ob es dauerhaft bei diesem Beschluss bleibt, ist abzuwarten, allerdings ist er vorerst vom Tisch. Ob die Investoren weiterhin am Ball bleiben, ist ebenfalls unklar.

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