Golzow. Sport ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen. Um ihnen ein sicheres Umfeld in den verschiedensten Sportvereinen zu schaffen, entwickelte der Kreissportbund (KSB) Potsdam-Mittelmark gemeinsam mit dem Landkreis bereits 2017 das Gütesiegel Kinderschutz. Seitdem übernehmen immer mehr Sportvereine in Potsdam-Mittelmark Verantwortung und setzen sich mit dem Thema des Kinderschutzes gegen jegliche Art von Gewalt und Missbrauch ein.
So überreichte Christina Schürmann vom KSB kürzlich im feierlichen Rahmen auf dem Sportplatz das Gütesiegel der SG Turbine Golzow e.V., in der über 80 Kinder und Jugendliche Fußball spielen und zumindest ein Kind in der Sektion Pferdesport vertreten ist. „Alle Vereine mit Jugendarbeit, die Mitglieder im KSB sind, können das Gütesiegel erhalten. Im Jahr 2026 waren es bisher 46 Vereine“, erklärte Schürmann:
„Das Gütesiegel Kinderschutz ist attraktiv für Vereine, um eine transparente Kultur zu schaffen, den Eltern zu zeigen, dass der Verein ein sicheres Umfeld für den Nachwuchs bietet, dass man hinsieht und zuhört und im Ernstfall weiß, was zu tun ist.“
Initiator und Vereinsvorsitzender, David Hoffmann, nahm stolz das Schild entgegen. „Das Siegel ist für uns mehr als eine Auszeichnung. Es steht für Verantwortung und dafür, dass wir als Sportverein unsere Kinder und Jugendlichen schützen und ihnen einen sicheren Ort bieten“, sagte er in seiner Rede vor den vielen Fußballfreunden, Eltern und Trainern. „Ein großes Dankeschön geht an unsere Trainer. Sie stehen Woche für Woche auf dem Sportplatz und investieren ihre Zeit, Energie und ihr persönliches Engagement für unsere Kinder und Jugendlichen. Sie sind nicht nur sportliche Vorbilder. Sie sind wichtige Bezugspersonen und tragen damit eine große Verantwortung“, fuhr er fort.
Um das Gütesiegel Kinderschutz zu erhalten, waren einige Voraussetzungen notwendig, zum Beispiel Schulungen für die insgesamt zehn ehrenamtlichen Fußballtrainer, das Erstellen eines Kinderschutzkonzeptes, das Einholen der polizeilichen Führungszeugnisse aller Trainer und das Benennen von Kinderschutzbeauftragten.
Diese Aufgabe übernehmen zukünftig Sebastian Hübner, ehemaliger Sektionsleiter Fußball, und Nadine Grusa, die jederzeit als Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung stehen. „Unsere Aufgabe ist es, im Ernstfall Kontakt zu der Polizei, dem Jugendamt, dem KSB, zu den Eltern und einer erweiterten Fachkraft aufzunehmen, was immer abhängig vom jeweiligen Fall ist. Wir müssen alles dokumentieren und auch Trainingseinheiten besuchen, um uns selbst ein Bild zu machen, wie alles läuft“, erklärte Grusa.
Einen Beigeschmack allerdings gibt es. Der KSB bietet seit Anfang des Jahres nur noch Fördermittel für Vereine an, wenn sie das Gütesiegel Kinderschutz erhalten haben. Dadurch könnte der Eindruck entstehen, dass Vereine eventuell nur wegen der Möglichkeit auf Fördermittel das Gütesiegel beantragen. „Ja, das hat einen Beigeschmack. Alle Fördermittel im Jugendbereich sind an das Gütesiegel gebunden“, stimmte Christina Schürmann vom KSB zu:
„Allerdings beschäftigt sich der ein oder andere Verein nun mit dem Thema Kinderschutz, was er zuvor nicht getan hat.“
Des Weiteren verpflichtet das neue Brandenburgische Kinder- und Jugendgesetz (BbgKJG), das seit 1.1.2025 gilt, alle Vereine und Träger der Kinder- und Jugendhilfe dazu, Schutzkonzepte zum Kinderschutz zu entwickeln und umzusetzen.
„ Für mich war die Hauptsache, dieses Gütesiegel zu erreichen, um die Außenpräsenz zu verbessern und zu zeigen, wir wurden geprüft, wir haben alle Normen erfüllt. Das ist mir viel wichtiger als die Fördermittel. Fördermittel können wir auch an anderer Stelle beantragen.“ sagte Vereinsvorsitzender Hoffmann zu diesem Thema und stieß gern mit Christina Schürmann und den beiden Kinderschutzbeauftragten Grusa und Hübner auf die Auszeichnung an.
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