Wiesenburg. Bereits im Sommer 2018 trafen sich Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projektes RaumPioniere in Wiesenburg und äußerten dabei ihre Wünsche. Ganz oben auf der Liste stand ein Jugendraum. Lange stand das Vorhaben auf der Agenda der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Jetzt endlich konnte der Wunsch der Kinder und Jugendlichen erfüllt werden. Am vergangenen Freitag konnten sie ihr neues Domizil einweihen.
„Wir haben uns verschiedene Räume angesehen“, erklärte Bürgermeister Marco Beckendorf, „aber nicht alle waren passend oder Privateigentum und nicht zu vermieten.“ Nachdem der Bauhof mit Pausenraum und Werkstatt in die Nähe des Bahnhofs gezogen war, standen diese Räumlichkeiten zur Verfügung. „Das war die Lösung“, so Beckendorf. Es wurden Fördermittel eingeworben, um die Räumlichkeiten entsprechend herzurichten. Der Vorteil ist, dass die sanitären Anlagen vorhanden sind, der Nachteil ist die Nähe zur Schule, weil die Jugend sich gern in ihrer Freizeit davon distanziert. Andererseits lernen sie die Räumlichkeiten schon während der Grundschulzeit kennen. Ziel der Kinder und Jugendlichen ist es natürlich, sich gut zu benehmen um möglicherweise später einen eigenen Schlüssel zu bekommen. Noch liegt dieser bei Jugendkoordinatorin Luisa Klöhn. Das ist auch der Grund, warum vorerst nur montags ab 13:30 Uhr geöffnet ist. Aber auch dafür wird nach Lösungen gesucht.
In der kommenden Gemeindevertretersitzung wollen die Kommunalpolitiker über weitere Projekte im Zusammenhang mit dem Jugendraum diskutieren. Zunächst soll im Bereich des alten Freilufttheaters ein Bike-Park eingerichtet werden. Gern hätte die Gemeinde auch die Skaterbahn dort. Im Moment ist diese noch am Sportplatz und wird schrittweise angebaut. Es gab immer wieder Probleme wegen fehlender sanitärer Einrichtungen. Marco Beckendorf hätte diese auch gern auf dem Areal, allerdings mit Überdachung. Diese Kosten kann die Gemeinde im Moment jedoch nicht stemmen. Die Lösung ist möglicherweise eine Zusammenarbeit mit dem DAV (Deutscher Alpenverein), der ja nebenan die Kletterhalle betreibt. Dessen Mitglieder regten an, zusätzlich eine Kletterwand zu installieren. Außerdem gründen sie eine neue Mountainbike Sektion. Bisher nutzt der Verein nur einen Teil des Gebäudes, sie sollen zukünftig im gesamten Gebäude tätig sein. „Wir werden versuchen, die Skaterbahn und die Kletterwand in ein gemeinsames Projekt zu packen und so einen guten Förderantrag zu stellen“, erklärt Marco Beckendorf.
Der erste Tag im neuen Jugendraum war für die Kinder schon etwas Besonderes. Bereits im Vorfeld haben sie in Zusammenarbeit mit „Fokuz Design“ ein großes Bild an die Wand gebracht. Das Motiv haben sie sich selbst ausgedacht. „Etwa zwei Stunden haben wir überlegt, genauso lange dauerte die Skizze“, erzählte Maria, die mit beteiligt war. Nach knapp sechs Stunden war das Bild dann fertigt. Initiiert hatte die Aktion im vergangenen Jahr noch Franziska Kottwitz als Jugendkoordinatorin, zurzeit im Schwangerschaftsurlaub. Neben dem Aufenthaltsraum gibt es eine kleine Küche und barrierefreie Toiletten. Für die Sommerferien sind schon die verschiedensten Angebote geplant. Dann ist der Jugendraum von 8:30 Uhr bis 14:30 Uhr geöffnet. Die Kinder haben sich einen Kletterkurs und einen Babysittingkurs gewünscht. Zusätzlich gibt es ein Upcyclingprojekt und einen Selbstbehauptungskurs mit Karatelehrer Roland Haag-Schönenberg aus Jeserig.
Gewünscht wird zusätzlich eine Sitzecke für die Küche. Die war aber zur Eröffnung schon in Betrieb, ein kleines Büfett war für alle hergerichtet. Am neuen Tischkicker war ständig was los, auch der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, eine Runde mit den Kindern zu spielen.
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