Niemegk. Die Augen von Sabine Wendt glänzten, man merkte ihr die Freude an. Denn zum 25. Jubiläum der Sanierung des Turmholländers sind am Freitag, dem 9. Mai 2025 viele Gäste gekommen. Sowohl Mühlenfreunde aus der ganzen Region als auch offizielle Gäste.
Der Vorsitzende der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg, Torsten Rüdinger, erinnerte daran, dass die Windmüllerei inzwischen als „Immaterielles Kulturerbe“ anerkannt worden ist und der Erhalt der Mühlen wie in Cammer oder Beelitz wichtig ist.

Dabei sagte Sabine Wendt, dass der Erhalt eines Denkmals wie einer Turmholländer einen langen Atem erfordert und viel Kraft kostet. In den vergangenen 25 Jahren wurde nicht nur das Gebäude erhalten, sondern auch die Technik instandgesetzt, und so kann jetzt mit Motorkraft wieder gemahlen werden. Es sind Veranstaltungsräume entstanden, und eine Ferienwohnung wurde ausgebaut. „Jetzt fehlen nur noch die Flügel“, formulierte Frau Wendt das nächste Ziel, ohne dabei den Dank an Mann Andreas und Sohn Marcel zu vergessen.

Dieses Engagement würdigte auch die Landtagsabgeordnete Melanie Balzer. Die SPD-Politikerin, die auch Mitglied im Kreistag Potsdam-Mittelmark ist, gehört im Landtag dem Kultur- und dem Haushaltsausschuss an. „Wenn wir es nicht machen, macht es keiner“, erinnerte sie an das Wendtsche Motto und lobte Sabine Wendt als eine wunderbare Frau, die für die Mühle brennt.

Ähnlich äußerte sich Franziska Hammer. Die Referatsleiterin für Denkmalpflege im Kulturministerium sieht das Mühlenhandwerk als Kulturgut. „1875 gab es rund 70.000 Mühlen in Deutschland, 90 Jahre später waren es nur 6.000“, berichtete Hammer und wies deshalb darauf hin, wie wichtig der Erhalt der verbliebenen Mühlen sei.

Ihre Kollegin vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege, Viviane Taubert, sieht Windmühlen als Landmarken. Die Fachreferentin für Technikdenkmale weiß, dass es in Potsdam-Mittelmark noch zwölf Windmühlen gibt. Die Niemegker Großkopfmühle steht seit 1998 unter Denkmalschutz.
Über die Sanierung des Schrotgangs und der Aspiration berichtete Frederic Schüler, der Familie Wendt beratend zur Seite stand. Schüler ist Müller und Mitarbeiter an der Holländermühle in Potsdam. „Jetzt ist hier sogar die Lebensmittelherstellung möglich“, so Schüler.
Eine kleine Ausstellung erinnert an die lange Geschichte der Mühle. Die Mühle kann am 6. Juli, 3. August sowie am 14. September 2025 besichtigt werden. Außerdem kann hier am Vatertag (29. Mai) eine Pause eingelegt werden. Pfingstsonntag, am Vorabend des Mühlentages, gastiert hier ein Kabarett-Ensemble, am Pfingstmontag ist im Rahmen des Mühlentages ein buntes Treiben geplant. Etwas ganz Besonderes erwartet die Teilnehmer am 8. und 22. November 2025, dann gibt es hier Stollenbackkurse.
(Artikelfoto: v.l.n.r. Andreas und Sabine Wendt, Torsten Rüdinger und Frederic Schüler)
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