Treuenbrietzen, Robert-Walter Wildgrube

Überraschender Wahlsieg in Treuenbrietzen

Stadt Treuenbrietzen. Am 28. September 2025 fanden in Treuenbrietzen Bürgermeisterwahlen statt. Mit einem eindeutigen und für die meisten Beobachter überraschenden Wahlsieg konnte Robert-Walter Wildgrube die Wahl für sich entscheiden.

Mit 56,9 Prozent der Stimmen wurde der amtierenden Bauamtsleiter und Vizebürgermeister gleich im ersten Wahlgang gewählt. Die erwartete Stichwahl bleibt damit aus. In fast allen Stimmbezirken konnte Robert-Walter Wildgrube die absolute Mehrheit auf sich vereinen. Unterstützt wurde er von der BIV, der Bürgerinteressenvertretung Stadt und Dörfer, die bei der Kommunalwahl 2024 die meisten Stimmen erhielt. Außerdem riefen die GRÜNEN ihre Wähler auf, den parteilosen Wildgrube zu wählen. Anja Schmollack von der CDU erreichte mit 17,3 Prozent den zweiten und Mike Fetzer vom BSD mit 15,9 Prozent den dritten Platz. Wahlverlierer wurde die AfD mit Stefan Schwabel, der mit 9,8 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt seiner Partei blieb.

Am Wahlabend traf sich der 42-Jährige Robert-Walter Wildgrube mit seinen Unterstützern in den Kammerspielen in Treuenbrietzen. Die Anwesenden waren überwältigt von dem Ergebnis und fieberten gespannt der Auszählung des letzten Briefwahllokals entgegen, bei dem sich die Bekanntgabe des Ergebnisses erheblich verzögerte. Am Ende konnte Wildgrube auch dieses Wahllokal für sich entscheiden. Lediglich in den Stimmbezirken Brachwitz und Rietz verfehlte er mit 42,2 und 48,4 Prozent die absolute Mehrheit, konnte aber die meisten Stimmen auf sich vereinen. Die mit Abstand meisten Stimmen erhielt Wildgrube in den Stimmbezirken Pechüle mit 62,3 Prozent, in Zeuden/Pflügkuff mit 66,3 Prozent, in Frohnsdorf mit 66,8 Prozent und in Feldheim mit 81,0 Prozent.

Zu den Wahlen waren 6.359 Einwohnerinnen und Einwohner aus Treuenbrietzen aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Wählen konnte jeder ab 16 Jahren. Die Wahlbeteiligung lag bei 68 Prozent.

Der noch bis 3. Januar 2026 tätige amtierende Bürgermeister Michael Knape war nach drei Wahlperioden mit 24 Jahren Dienstzeit nicht wieder angetreten. Er wurde einst als FDP-Bürgermeister gewählt, trat nach innerparteilichen Querelen aber mit vielen Parteifreunden 2012 aus der Partei aus. Knape erarbeitete sich über die Jahre viele kleine Erfolge für die immer finanziell schlecht dastehende Stadt Treuenbrietzen und hat Treuenbrietzen maßgeblich geprägt. Allerdings musste er sich auch den Vorwurf der Vetternwirtschaft gefallen lassen. Zuletzt als der Bürgeramtsleiter Ralf Gronemeier in den Ruhestand ging und sein Sohn die Stelle übernahm.

Robert-Walter Wildgrube wird daher nicht nur aufgrund der finanziellen Situation der Stadt und der allgemeinen Strukturschwäche des ländlichen Raums so manches „dicke Brett bohren“ müssen und nicht jeden Wunsch der Einwohnerschaft erfüllen können. Zu seinem Glück ist er darin als Bauamtsleiter mit Sicherheit bereits geübt.

(Alfred Franke | Artikelfoto: Robert-Walter Wildgrubes Bild auf dem Wasserturm von Treuenbrietzen)

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