Reetz/Baitz. Man sieht sie wieder überall, die grünen Zäune an Straßen und Wegen, denn die Krötenwanderung hat begonnen.
Grund dafür ist der rasante Wetterwechsel. Am Freitag, dem 20. Februar, hatten wir noch Nachtfrost im zweistelligen Bereich, dann kam Regen und Temperaturen um die 10°C. Das führte zu einer rasanten Schneeschmelze und zum Auftauen des Bodens.

Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche erwachen in der Regel ab Ende Februar bis Anfang März aus ihrer Winterstarre. Der genaue Zeitpunkt hängt jedoch stark von der Witterung ab. Sobald die Temperaturen auf etwa plus 5 Grad Celsius steigen und es feucht oder regnerisch ist, werden die Tiere aktiv. Nach der Winterstarre wandern die Amphibien aus ihren Winterquartieren unter Laub, in Baumwurzeln oder im Schlamm zu ihren Laichgewässern. In sehr warmen Jahren können die ersten Amphibien schon früher, vereinzelt sogar schon im Februar, gesichtet werden. Diese Wanderung ist gefährlich, da viele Tiere dabei Straßen überqueren müssen. In der Zeit von Februar bis April sind daher Krötenzäune überlebenswichtig für die Tiere.
Auch in unserer Region baut die Naturwacht mit viele fleißigen Helfern Krötenzäune auf. „Am Montag, 23.2., haben wir die ersten Zäune in und bei Golzow und Brück gestellt und am Torfstich bei Golzow waren bereits am nächsten Morgen die ersten Knoblauchkröten und Kammmolche am Zaun. Wir hoffen sehr, dass es im Zuge des geplanten Radwegebaus zwischen Brück und Golzow mit der absolut notwendigen Amphibienleiteinrichtung (Krötentunnel) klappt“, sagt Katrin Mielsch, Leiterin der Naturwacht Baitz. Insgesamt wurden in 23 Ortschaften 30 Zäune mit ca. 7,5 km Länge aufgestellt. So wie in dieser Woche im Reetzer Ortsteil Mahlsdorf.
Die Zäune werden derzeit im Akkord gestellt in der Hoffnung, dass man schneller ist als die Amphibien. Auch an anderen Standorten waren schon erste Tiere unterwegs. Aber leicht haben es die Amphibien in diesem Jahr nicht. Das Niederschlags-Defizit in den letzten Monaten macht es schwer, geeignete Laichgewässer zu finden, denn nicht alle Sölle, Tümpel und Teiche sind gut mit Wasser gefüllt. Einige sind nach wie vor komplett ausgetrocknet. Fazit: Wir brauchen dringend Regen.
Aber ohne ehrenamtliche Betreuer geht auch hier nichts, die Mitarbeiter der Naturwacht können das nicht allein schaffen. „Wir suchen noch Zaunbetreuer, die tageweise in Bad Belzig morgens unter der Woche (Mo-Fr) Kontrollgänge übernehmen könnten. Görzke (Weinbergstraße) sucht die komplette Zaunbetreuung. Wenn sich mehrere Leute melden, dann ist Aufwand für den einzelnen nicht so hoch. Für Bergholz suchen wir noch für Dienstag, Mittwoch und/oder Donnerstagvormittag Verstärkung“, so Katrin Mielsch in der Hoffnung, dass sich noch Freiwillige finden. Erfreulicherweise haben sich für Jeserig und Wiesenburg neue Zaunbetreuer gefunden, auch in Schmerwitz und Dahlen sind Helfer neu eingestiegen. Unterstützung und Anleitung bekommen die Helfer durch die Naturwacht, die auch an allen Zäunen bei Verhinderung als „Springer“ fungiert.
„1000000000 Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, ohne die wir den Amphibienschutz in dem Maße nicht wuppen könnten und größte Hochachtung“, freut sich Katrin Mielsch. “Unser Dienstältester Ehrenamtler ist seit 25 Jahren dabei und die älteste freiwillige Helferin feiert demnächst ihren 80.Geburtstag“, erzählt sie.
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