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Wiesenburgs Gemeindevertreter entscheiden gegen Kauf der ehemaligen Gaststätte in Reetz – Kegelbahn vor dem Aus?

Wiesenburg/Mark. Bitter enttäuscht verließen die Reetzer die jüngste Gemeindevertretersitzung in Wiesenburg/Mark. Dort wurde der Ankauf der alten Gaststätte, an der auch die Kegelbahn hängt, angelehnt.

Das Geld für den Kauf wäre nicht aus dem Haushalt, sondern aus dem Sondervermögen des Bundes gekommen. Mit der Ablehnung ergeben sich neue Problem für die Gemeinde, denn diese ist Eigentümerin der Kegelbahn. Die Krux an der Sache: Die technischen Anlagen befinden sich in einem kleinen Raum, der jedoch zum Grundstück des Eigentümers gehört. Bisher konnten in zähen Verhandlungen immer wieder für beide Seiten akzeptable Lösungen gefunden werden. Die Sportfreunde haben mit viel Herzblut und Eigenleistungen sanitäre Anlagen eingebaut und den Eingang vom Hof des Eigentümers auf die Straße verlegt. Das könnte jetzt alles umsonst gewesen sein, denn der Eigentümer will verkaufen. Und ob sich der neue Besitzer mit der Nutzung der Kegelbahn einverstanden erklärt, steht in den Sternen.

Ute Paulmann-Boll und Steffen Teuber, Abgeordnete aus Reetz, wollten den Antrag noch einmal auf solide Beine stellen. Es betrifft eine Fläche von knapp 3.000 m² im Herzen von Reetz. Diese bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten, sei es als Wohnobjekt, als Mehrgenerationentreff oder auch als Räumlichkeiten für Feiern. Diese finden bisher im Sportplatzgebäude statt. Dieses ist absolut nicht repräsentativ, stellt auch Bürgermeister Marco Beckendorf fest. Man könnte es als bessere Umkleide bezeichnen, für Instandsetzung und Erneuerung fehlt das Geld. Am wichtigsten ist jedoch der Erhalt der Kegelbahn, und der steht auf der Kippe. Der Vertrag mit dem jetzigen Eigentümer endet am 31. Mai, danach ist ein Kegeln nicht mehr möglich. Die Bürger haben signalisiert, das Objekt zu pflegen, bis Möglichkeiten zur Entwicklung gefunden sind.

Der Kauf allein birgt derzeit ein geringes Risiko. Die Frage ist, wieviel später für die Entwicklung gebraucht wird. Steffen Teuber ist zuversichtlich, dass es dafür Fördertöpfe geben wird, gerade für Wohnraumförderung. Johannes Blatt bemängelte, dass es kein wirkliches Nutzungskonzept gibt. Das wäre auch in der Kürze der Zeit nicht machbar gewesen. Auch andere Orte hätten Bedürfnisse. Diese sollten bis zur nächsten Sitzung zusammengefasst werden. Steffen Teuber wies noch einmal darauf hin, dass man im Reetzer Dorfgemeinschaftshaus an der Verschleißgrenze fährt und mit dem Kauf Möglichkeiten hätte, Einnahmen über Mieten oder Pacht zu generieren.

Auch Marco Beckendorf ist für den Ankauf. Die Gemeinde hat derzeit einen Investitionsstau von 15 bis 20 Millionen Euro. Man wollte verhindern, dass sich die Ortsteile gegeneinander ausspielen, denn viele der geforderten kleineren Maßnahmen würde man eh machen. Auch er möchte das Problem Kegelbahn gelöst wissen und befürchtet:

„Wenn das Haus verkauft wird, ist die Kegelbahn Geschichte.“

Ute-Paulmann Boll schlug vor, dass sich die Reetzer für eine Konzepterarbeitung zusammensetzen. Auch Norbert Hesse sprach sich für einen Kauf aus:

„Wenn die Kegelbahn zu ist, ist sie zu, das lässt sich nicht mehr revidieren.“

Klar sei auch, das es nicht sofort mit Arbeiten losgehen kann.

Einige bezweifeln den Wert des Grundstücks. Mit Nebenkosten sind für den Kauf 300.000 Euro vorgesehen. Außerdem wird bei einigen befürchtet, dass das Sondervermögen für das Stopfen von finanziellen Löchern bei anderen Projekten, wie zum Beispiel der Drahtzieherei, verwendet wird, falls dort die Fördermittel nicht fließen.

Leider gingen die Gemeindevertreter nicht mit und lehnten den Antrag ab. Nun steht die Gemeinde wieder vor dem Problem, die Nutzung der Kegelbahn zu gewährleisten. Das wird ein schwieriges, vielleicht sogar aussichtsloses Unterfangen.

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