Wiesenburg/Mark. Die „Ziegenmahd“ bezeichnet den Einsatz von Ziegen zur kontrollierten Landschaftspflege. Auch im Wiesenburger Park werden die vierbeinigen Rasenmäher seit einigen Jahren genutzt. Derzeit findet man sie am Bahnhof Wiesenburg.
Als tierische Rasenmäher beknabbern und fressen die Ziegen gezielt Gräser, Kräuter, Sträucher sowie Brombeeren und verhindern so die Verbuschung von Trockenrasen, Heideflächen oder FFH-Gebieten. In der Region um Wiesenburg wird diese Beweidung unter anderem im Naturpark Hoher Fläming, beispielsweise in der Brautrummel bei Grubo, durch Wanderschäfer Max Hafemann umgesetzt. Obendrein dienen die Flächen zur Ernährung seiner Herde. Wegen der ständig wechselnden Gebiete bezeichnet man Max Hafemann auch als Wanderhirte.
Wer aber nun ganz romantisch denkt, der Hirte steht zwischen seinen Tieren mit Hut und Stock, der irrt. Auch in der Weidehaltung hat die moderne Technik Einzug gehalten. Die Weidegebiete werden mit Elektrozäunen gesichert. Nicht nur, um das Ausbüxen der Tiere zu verhindern, sondern auch als Schutz vor Raubtieren wie dem Wolf. Täglich versorgt Max Hafemann die Tiere mit frischem Wasser. Während seiner Abwesenheit passen aufmerksame Hütehunde auf die Herde auf.
„Im vergangenen Jahr ist auch eine Wiese im Park (ca. 5 ha) hinzugekommen, die er gepachtet hat und damit regelmäßig anlaufen kann“, sagt Parkleiter Ulrich Jarke. Die weiteren Wiesen des Parks sind an den Landwirt Dirk Kienow verpachtet, da sie klassische Futterweiden sind, aus denen Heu gemacht werden kann.
Die Flächen von Max Hafemann sind viele Jahre nur einmal im Jahr gemulcht worden, deshalb haben sich zahlreiche Pflanzenarten angesiedelt, die für eine klassische Weide zum Heumachen ungeeignet sind. Die Ziegen drängen diese Arten zurück und sorgen auch für Verbiss an den stellenweisen aufgekommenen Bäumen.
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