Potsdam-Mittelmark. Das Konzept der Verwaltung zur Zukunft der Familienzentren im Landkreis Potsdam-Mittelmark wird wohl Bestand haben. Zumindest im Ausschuss für Bildung, Familie und Gesundheit des Kreistages am 8. September 2026 in Kleinmachnow gab es keinen nennenswerten Widerstand gegen die Vorlage.
In Potsdam-Mittelmark gibt es aktuell 20 Familienzentren in 18 Kommunen. Im Amt Brück und Bad Belzig gibt es jeweils zwei dieser niedrigschwelligen Einrichtungen, die Familien unterstützen. Nun soll es in jedem Sozialraum ein Zentrum geben, das mit einer 25 Stunden Kraft und einer zusätzlichen Minijobstelle ausgestattet werden soll. Damit werden das Amt Brück und Bad Belzig auf jedem Fall eine Einrichtung verlieren. Dagegen wird in Groß Kreutz, wo es bislang kein Familienzentrum gab, eine Neugründung geplant.
Jedes der Zentren soll mit rund 75.000 Euro durch die Kommunen und den Landkreis unterstützt werden. Damit werden die bisherigen Zuwendungen um insgesamt eine halbe Million Euro gekürzt.
Das Konzept wurde von Dezernentin Anne Baaske und der Jugendamtsleiterin Peggy Stübing den Ausschussmitgliedern vorgestellt. „Es ist ein zukunftssicheres System, denn das Geld könnte man problemlos aufstocken, die Stellschrauben lassen sich da leicht drehen“, sagte Baaske, sie verschwieg jedoch nicht, dass die Kürzungen mit dem Haushaltsdefizit zusammenhängen. Das erläuterte der 1. Beigeordnete Steven Koch (CDU). „Wir haben eine hohe Familienzentrumsdichte, sind im oberen Drittel der Landkreise“, erklärte Koch und betonte, dass er als Chef der Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung an der Sitzung teilnimmt. „Yoga für junge Mütter ist toll, aber nicht pflichtig“, gab er ein Beispiel und betonte, dass die Unterhaltung der Familienzentren nur eine teilpflichtige Aufgabe sei und alle Haushaltspositionen auf dem Prüfstand ständen.
Ausschussvorsitzende Irene Mohr (Bü90/Grüne) erinnerte daran, dass es eine Petition gegen die Kürzungen gäbe, die schon 17.000 Unterschriften vorzuweisen hat und bedauerte ihrerseits die geplante Maßnahme. „Wir verlieren Angebote, diese werden auf ein Minimum reduziert“, sagte Mohr. Die Kreistagsvorsitzende und Ausschussmitglied, Kathrin Heilmann (CDU), bezweifelte die Unterschriftenlisten und kritisierte eine fehlende Kontrolle der Teilnahme an den Angeboten. „Es kann durchaus Mehrfachzählungen geben“, sagte Heilmann.
Peggy Stübing hob mögliche positiven Effekte hervor. „Die Angeboten können jetzt individuell und unterschiedlich erfolgen“, betonte die Jugendamtsleiterin. Anne Baaske glaubt an einen fairen Umgang mit den Kommunen und den Anbietern. Eine Evaluation soll regelmäßig stattfinden.
Seitens der Träger der Familienzentren gibt es starken Widerstand gegen die Pläne. Im Amt Brück glaubt man nicht, dass die Familienzentren damit eine Zukunft habe, Hier gab es jeweils ein Zentrum in der Stadt Brück und in Borkwalde/Borkheide. Jetzt soll aus zwei eins werden, und das mit einer erheblich reduzierten Stundenzahl.
Wie der Brücker Amtsdirektor in der Stadtverordnetenversammlung Brück am 17. September 2026 berichtete, sind die Kündigungen der Verträge seitens des Landkreises beim Amt und den Trägern angekommen. Das weitere Vorgehen will man in der kommenden Stadtverordnetenversammlung beraten.
(Artikelbild: Peggy Stübing (links) und Anne Baaske (rechts) beim Ausschuss für Bildung, Familie und Gesundheit)
Views: 22