schloss wiesenburg, EWOS,

50 Jahre Abitur – Klassentreffen in Wiesenburg

Wiesenburg/Mark. Nach 50 Jahren wieder an dem Ort zu stehen, an dem sie viele Jahre ihrer Jugend verbracht hatten, war für die meisten schon sehr bewegend.

schloss wiesenburg, EWOS,
Joachim Gorr

Auch wenn sich inzwischen vieles geändert hat. Denn die ehemalige Internatsschule im Wiesenburger Schloss gibt es seit der Wende nicht mehr. Dort haben die Schülerinnen und Schüler vier Jahre ihres jungen Lebens verbracht – eingebettet in die damals übliche sozialistische Erziehung. Und so kamen nicht nur positive, sondern auch negative Erinnerungen wieder hoch.

Bereits nach dem zweiten Weltkrieg diente das Schloss als Schule. Später wurde es eine Spezialschule für angehende Russischlehrer. Die meisten waren Mädchen, die Jungen waren deutlich in der Minderheit und sozusagen Hähne im Korb. Für die Jungs aus dem Dorf war das natürlich ein Schlaraffenland. Und einige der Schülerinnen fanden dort sogar ihre große Liebe und leben bis heute in der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Alle anderen hat es verstreut, meist aber in den ostdeutschen Bundesländern.

Neugierig waren natürlich alle, wie es jetzt im Schloss aussieht, denn dort sind Wohnungen entstanden. Und vieles aus der Geschichte des Schlosses war in der DDR kein Thema. So hatte sich Joachim Gorr, Bewohner und Mitglied der Eigentümergemeinschaft, bereit erklärt, etwas zu Geschichte und Umbau zu erzählen. Zusätzlich hatte er einige Unterlagen mit alten Fotos und Informationen vorbereitet. Auch Bürgermeister Marco Beckendorf begrüßte die Ehemaligen und erzählte ihnen etwas über die größten Vorhaben in der Gemeinde. Alle waren hellauf begeistert über die Offenheit von Beiden. „So einen engagierten Bürgermeister könnten wir auch brauchen“, war das Echo. Ganz besonders gefreut haben sich alle über die kleine Schlossführung durch Joachim Gorr. Er zeigte sogar seine Wohnung, die aus drei alten Klassenräumen besteht und musste sich vielen Fragen stellen.

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Marco Beckendorf

Natürlich gehörte auch ein Parkspaziergang zum Programm. Alle staunten, wie gut dieser in Schuss ist. Immerhin investiert die Gemeinde ordentlich, damit das auch so bleibt. Der Abend klang gemütlich im Hotel Brandtsheide in Jeserig aus. Am nächsten Tag stand noch der Besuch der Burg Eisenhardt in Bad Belzig auf dem Programm, ehe sich alle wieder auf den Heimweg machten.

Zwei Tage voller Erlebnisse und Erinnerungen – in zwei Jahren wollen sich alle wieder treffen.

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