27. Treckertreffen in Medewitz

Medewitz. Das Medewitzer Treckertreffen ist nur ein Teil eines dreitätigen großen Dorffestes. Dieses geht nämlich von Freitag bis Sonntag und beginnt mit dem Brandtsheidepokallauf der Feuerwehren unter Flutlicht. Dieser wurde in diesem Jahr um einen Kameradschaftsabend der Feuerwehren der Gemeinde Wiesenburg erweitert.

Der Hintergrund war, dass etwas mehr für die aktiven Einsatzkräfte gemacht werden sollte, so Florian Welzel, stellvertretender Gemeindewehrführer und Mitorganisator des gesamten Festes. Bei Freibier und Leckerem vom Grill ließ Lutz Knape die Einsatzsaison noch einmal Revue passieren. Zudem gab es noch einige Auszeichnungen. So erhielt Stephan Heese für seinen Einsatz beim Unfall mit dem Schweinetransporter bei Neuehütten ein Präsent, da er beim offiziellen Auszeichnungstermin nicht anwesend sein konnte. Erhard Stephan aus Reppinichen wurde für seinen langjährigen Einsatz der dortigen Freiwilligen Feuerwehr gedankt und Michael Kühn als neuer Löschgruppenführer berufen.

AM Samstag wurde auf der Treckerparty kräftig geschwoft, nachdem Detlef Dehnel am Vormittag wieder eine Wanderung zum „alten Dorf“ leitete. Trotz allem hieß es am nächsten Tag, zeitig raus aus den Federn. Nach dem deftigen Treckerfrühstück mussten Absperrungen errichtet und weitere Vorbereitungen getroffen werden. Auch um den Brandschutz mussten sich die Organisatoren auf Grund der lang anhaltenden Trockenheit kümmern.

Beim Sonntagsspektakel kämpften 40 Traktoristen um Sieg und Punkte. In diesem Jahr stand alles, passend zur Fußballweltmeisterschaft, im Zeichen Russlands. Passend dazu erhielten auch die Hindernisse entsprechende Namen. So mussten der WM- Kicker, der Moskauer Knüppeldamm, die Wolgadurchfahrt , die Leninwippe, die Transsibirische Eisenbahn und die Putinorgel bewältigt werden. Die meisten dieser Hindernisse sind auf dem „Mist“ von Roland Adolph gewachsen. Seine spontanen Ideen entstehen meist mit Freunden am Stammtisch und sind bis zum Wettbewerbstag ein gut gehütetes Geheimnis. In diesem Jahr hinterließ die sogenannte Putinorgel einen bleibenden Eindruck. Sie bestand aus einem selbst gebauten Panzer und einer Kegelbahn. Die Traktoristen mussten den Anhänger mit dem Panzer in Position bringen und anschließend das Kanonenrohr auf die Kegelbahn ausrichten. Da das Rohr ziemlich waagerecht stand, war ein wenig Schwung beim einwerfen der Kanonenkugel nötig. Das gelang nicht allen, so mancher Schuss blieb stecken, war zu schwach oder auch zu kräftig. Die kegel waren angemalt wie kleine Matrioschkas. „So einige Wochen Planung und Durchführung wird schon gebraucht für die neuen Hindernisse“, so Roland Adolph. Und mit ein wenig Stolz ist er dann auf dem Parcours unterwegs, um Fotos zu schießen.

Unter den Teilnehmern sind auch immer mehr junge Leute und Kinder. Wie der 9 jährige Max Krüger aus Rotberg bei Schönefeld. Er ist mit seinen Eltern bereits zum zweiten Mal dabei. Erfahren hat die Familie vom Treckertreffen über ein paar Ecken, denn Moderator Richard Münder, der wieder mit viel Witz durch den Nachmittag führte, ist ein ehemaliger Arbeitskollege des Neffen von Mama Pia Krüger. Die Familie hat eine kleine private Landwirtschaft, Max ist also mit Traktoren aufgewachsen. Bereits mit 1 ½ Jahren saß er in seiner Babyschale auf dem Gefährt. Mit vier Jahren ist er das erste Mal selbst gefahren. In der Schule ist Sport sein Lieblingsfach. „Ich bin der Schnellste in der Klasse“, erzählt er stolz. Auch wenn es dieses Mal zu keinem der ersten dreiPlätze gereicht hat, im nächsten Jahr will Max es besser machen.

Auch diese Preise für die Traktoristen sehen in diesem Jahr anders aus. Während die Kinder nach wie vor aus verschiedenen Spielwaren und Sportgeräten auswählen konnten, gab es für die Erwachsenen die sogenannte „Medewitzer Freßkiste“. Diese war gefüllt mit Spezialitäten der Region, angefangen von Wurst vom Fleischer bis zu Spirituosen aus Reppinichen. Eine diese Kisten durfte der älteste Teilnehmer des Feldes, Martin Lindemann, mit nach Hause nehmen. Der 80-jährige aus Reuden/Anhalt ist seit dem ersten Treckertreffen dabei und hat seitdem nichts von seinem Können eingebüßt. Selbst in dem in der Geschichte des Treckertreffens einmaligen Stechen behielt er die Nase vorn, wenn auch nur hauchdünn. Er verwies damit Hendrik Schulze aus Jeber-Bergfrieden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Tim Stabrodt aus Golzow. Bei den Jugendlichen siegte André Leon Schulze aus Ragösen vor Lukas Lang aus Wiesenburg und Adrain Wolter aus Leipa bei Jessen.

Aber auch das Volksfest kam an diesem Tag nicht zu kurz. Während für die einen die Auspuffgase wie Parfüm dufteten, amüsierten sich die anderen im oberen Teil des Areals. Stände, Buden und Karussell waren umlagert und die Medewitzer Kuchenfrauen hatten leckeres Selbstgebackenes anzubieten.

Natürlich wurden auch wieder originellster Trecker – der von André Zimmermann aus Niemegk – und originellste Anfahrt – von Torsten Brätz aus Brück – prämiert.

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