Bad Belzig. So richtig wollte keiner beim Start des großen Festumzuges auf dem Turnplatz in die Aufstellung. Alle Augen richteten sich nämlich gen Himmel. Die Zuschauer warteten gespannt auf die beiden Fallschirmspringer Nils (aus Lütte) und Sebastian (aus Bad Belzig), die auf dem Turnplatz landen sollten. Sie betreiben Fallschirmspringen als Hobby in Fehrbellin und wollten mit ihrem Sprung diesen Sport der Bevölkerung näher bringen. Das erste Flugzeug am Himmel erwies sich als Fehlalarm, es war „nur“ ein Segelflieger.
Aber dann ertönte in der Ferne ein leises Brummen. Nach zwei Runden um den Turnplatz fielen die beiden jungen Männer buchstäblich vom Himmel und landeten mit den Fahnen der Stadtwerke und des Landes unter tosendem Beifall auf dem Platz. Nun konnte auch endlich der Bad Belziger Schützenverein seine Kanone abfeuern und damit den Festumzug starten.
Dieser war lang, denn es gibt viele Vereine in der Stadt. Laut einer Studie des Landkreises ist Bad Belzig die Kommune mit dem größten Anteil an Vereinstätigkeit, informierte Bürgermeister Roland Leisegang, der sich mit in den Zug quer durch die Stadt einreihte. Mit ihren bunten Kostümen bildete der Zug ein farbenfrohes Bild. In der Stadt warteten die Zuschauer schon sehnsüchtig auf die Parade. Als dieser in die Straße der Einheit einbog, wurde er mit großem Hallo empfangen. Besonders die Kinder warteten gespannt, denn die Mitglieder des Gewerbevereins hatten ganz „karnevalslike“ Kamelle – also Bonbons- im Gepäck und warfen diese in die Menge. Da musste man ganz schön aufpassen, um nicht versehentlich auf Kinderhände zu treten, die fleißig die Süßigkeiten aufsammelten.
Inzwischen hatte sich die Innenstadt gut gefüllt. An jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken. Handwerker präsentierten sich, die Kinder konnten basteln und sich künstlerisch betätigen, von überallher erklang Musik der verschiedensten Genres. Während in der Reißiger Straße der Gesang von DonnaLiedchen ertönte, hatte das Fläming Ensemble alte Volkslieder aufgemotzt. So war das Areal um die Kirche auch eher der Kunst gewidmet. Man konnten den Malern beim gestalten eines Bildes zusehen oder sich selbst mit Airbrush verschönern lassen. Und natürlich war auch die Kirche geöffnet. Leseratten wurden am großen Büchertisch in der Straße der Einheit fündig. Alles vermischte sich mit dem Duft von Waffeln, Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Würstchen vom Grill. Auf der großen Bühne am Markt bot man den Zuschauern ein ständig wechselndes Programm, auch der Landessender Antenne Brandenburg war wieder mit von der Partie. Rundherum boten viele Einzelhändler ihre Ware an, einige Geschäfte wie Idee+Spiel und der Second Hand Laden hatten obendrein geöffnet.
Am Marktplatz wartete die Handarbeitsgruppe der Stadt sehnsüchtig auf Helfer. Sie wollen ihre Verbundenheit mit der Stadt auf besondere Weise zeigen. „Wir nennen es ein Herz für Bad Belzig“, so Klaus Benke. Dazu wurde ein großes Holzherz angefertigt, welches mit Pompons gefüllt werden soll. Wer erinnert sich nicht noch, als Kind selbst diese Bommeln angefertigt zu haben, damals mit Schablonen aus Pappe. Heute gibt es diese aus Plaste zu kaufen. Auf ihren Veranstaltungen wird nun dieses Herz dabei sein in der Hoffnung, dass viele helfen, es zu gestalten. „Dann wollen wir es der Stadt übergeben“, so Klaus Benke.
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