Tomatentag im Naturparkzentrum in Raben: “Ab fünf Sorten besteht Suchtgefahr.”

Niemegker Land, Rabenstein/Fläming, Raben. Mit Körben und Kisten bewaffnet kamen die zahlreichen Besucher zum Tomatentag und Pflanzentauschbörse am vergangenen Sonntag nach Raben. Viele hatten Pflanzen und Kräuter aus dem eigenen Garten zum tauschen dabei, fuhren aber genauso vollbepackt wieder nach Hause. Vor allem mit Tomatenpflanzen. Denn es wurden Sorten angeboten, die man normalerweise im Handel nicht zu kaufen bekommt. Der Naturparkverein hatte über 300 Pflanzen in 40 Sorten im Angebot. Dazu hatten drei der Angestellten jeweils etwa 100 Pflanzen vorgezogen. Evelyn Paul hatte dazu ihren Papa mit eingespannt, auch Stefan Ratering und Juliane Wittig  hatten seit Anfang März sämtliche Fensterbänke im Haus mit Töpfchen belegt. Und die Pflanzen wurden ihnen buchstäblich aus der Hand gerissen.

Nur gut, dass Annika Heylmann aus Kemberg bei Wittenberg auch ein breites Sortiment dabei hatte. Zwischen ihr und dem Naturparkverein hat sich inzwischen eine gute Zusammenarbeit entwickelt. Sie möchte zeigen, was es alles für Sorten gibt. „Vor allem geht es mir auch um den Sortenerhalt“, so die Hobbygärtnerin. Angefangen hat sie mit zwei, drei Sorten. „Ab fünf Sorten besteht Suchtgefahr“ schmunzelt sie. Dann beginnt man zu sortieren, denn alles kann man nicht heranziehen, da spielt dann der persönliche Geschmack eine große Rolle. „Es macht riesen Spaß, selber Bienchen zu spielen und zu schauen, was dann dabei rauskommt“, erzählt Annika Heylmann. So hat sie viele Liebhabersorten im Sortiment. Wie zum Bespiel die Extravagante Rouffinage. Die Blätter dieser Tomatenpflanze sind richtig flauschig, ebenso wie die Früchte. So musste Annika Heylmann den vielen Käufern einiges zu ihren Sorten erklären.

Auch Matthias Block aus Rädigke züchtet seit einigen Jahren seine Tomaten selbst. In diesem Jahr hat er 350 Pflanzen getopft, die jetzt natürlich alle an den Mann bzw. die Frau gebracht werden müssen. „Ich ziehe sie auf der Fensterbank vor“, so Matthias Block. Fast 70 Sorten hat er in diesem Jahr ausgesät. Dabei sind grüne, weiße, gestreifte und bordeauxfarbige. Manche Früchte werden bis zu ein Kilo schwer. Die frühe bekannte und beliebte Sorte Harzfeuer wird nicht mehr so sehr nachgefragt. „Meist sind es ältere Leute, die diese noch haben wollen“, erzählt Matthias Block.

Viele der Besucher hatten Töpfchen mit Kräuter-, Blumen- und Gemüsepflanzen dabei. Und die meisten fanden reißenden Absatz, denn dafür findet sich in jedem Garten noch ein freies Fleckchen.

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