Blumenmarkt in Wiesenburg

Wiesenburg. Falls man am Sonntagvormittag ungewöhnliche Geräusche auf dem Wiesenburger Blumenmarkt gehört hat, waren das bestimmt die riesigen Felsbrocken, die den Organisatoren vom Herzen gefallen sind. Denn noch der Samstag war völlig verregnet. Aber passend zum Muttertag zeigte die Sonne ihr strahlendstes Lächeln. Und so kamen wieder Garten- und  Pflanzenfreunde aus nah und fern, um sich mit Blumen, Gemüse und auch Gartendeko einzudecken.

Schwer bepackt brachten die meisten erst mal alle Einkäufe ins Auto, ehe es weiter ging. Aber man konnte es sich auch einfacher machen. Gegen ein kleines Entgelt fuhren Jonas Albrecht und Vincent Schulz Töpfe und Kübel mit einem Bollerwagen zum Fahrzeug. Die Abiturienten des Fläminggymnasiums Bad Belzig wollten mit der Aktion sozusagen ihre Klassenkasse aufbessern – der Erlös wird für den Abiball verwendet.

Und auch sonst gab es  am Rande des Blumenmarktes viel zu entdecken. Denn es gab ja nicht nur Pflanzen zu kaufen. Bei Korbmacher Mike Heßler aus Bad Düben konnte man sich gleich mit den passenden Körben versorgen, denn die lassen sich mit wenigen Handgriffen und etwas Folie in Pflanzgefäße und Übertopfe verwandeln. „Das ist ein richtig guter Blumenmarkt“ so Mike Heßler, während er eine Sitzfläche für einen Stuhl fertigt. Er ist nun schon zum dritten Mal dabei und hat es nicht bereut. „Die Menschen hier sind aufgeschlossen, nett und kauffreudig“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Tourismusverein und Landkreis informierten an ihren Ständen über Attraktionen und Wanderrouten der Region, um viele neue Gäste anzulocken. Bei den Kindern ist besonders das Schminken beliebt. Anja Reinholz und Juliane Mühlstedt aus Wiesenburg zauberten den Kindern kleine Gemälde auf das Gesicht. Die beiden machen das nicht zum ersten Mal, auf vielen Veranstaltungen in und um Wiesenburg/Mark waren sie bereits dabei. Der Erlös ging jedes Mal an einen Verein oder eine gemeinnützige Organisation. In diesem Jahr bekommt ihn die Naturwacht Baitz, die jedoch am Sonntag noch nichts davon wusste – eine Überraschung also.

Auch die Suchthilfe der Wabe aus Wiesenburg/Mark war mit einem Stand vertreten. Man konnte selbst gefertigte Keramik und passend zu Gartensaison Vogelhäuschen und andere Holzarbeiten erwerben. Letztere entstehen unter den Händen von Karl-Heinz Meusel. Er betreibt dieses Hobby schon lange und hat auch schon Auftragsarbeiten gemacht, wie einen Brunnen und eine Mühle für die Gaststätte in Borne. „Ich muss mich beschäftigen, immer nur rumsitzen kann ich nicht“, so Karl-Heinz Meusel. Die Leute kommen auch und fragen, ob er nicht dieses oder jenes für sie anfertigen kann. „Es ist schön, wenn man Beschäftigung hat, das ist gut für die Tagesstruktur“, so Betreuerin Ingeborg Lehmann. In diesem Rahmen pflegen die Bewohner der Wabe auch wöchentlich den Generationenplatz in der Gemeinde. Und das nächste Projekt hat Karl-Heinz Meusel auch schon – eine große Weihnachtspyramide. „Der Prototyp wird dann im Garten der Wiesenburger Einrichtung stehen“, freut sich Ingeborg Lehmann jetzt schon.

Am Sonntag war ja nicht nur Blumenmarkt, sondern auch Muttertag. Für alle, die noch kein Geschenk für die Mama hatten, boten Familienzentrum und Schulsozialarbeit etwas Besonderes an. Kleine Blumentöpfe konnten mit Schmucksteinen verziert und anschließend mit Erde und Kressesamen gefüllt werden.

Vor der Remise wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Gleichzeitig konnten die Gäste dort die Aufführung der Kindertanzgruppe der Grundschule am Schlosspark bewundern. Die Mädchen zeigten, was sie gelernt haben und durften sich anschließend ein kostenloses Eis von der Eisdiele Hagendorn abholen. Auch die Puppenbühne Grubo hatten wieder ein lustiges, aber auch lehrreiches Stück im Gepäck. Im Quergebäude erzählten sie die Geschichte der kleinen Hexe Gwendolin. „Die kann  nicht lesen und macht deshalb nur Quatsch“ erklärt Rosi Weber kurz den Inhalt. Und somit auch den Sinn der Geschichte – Schule ist wichtig!

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