Wiesenburg: Neujahrsempfang in neuer Kunsthalle

Wiesenburg. „Eine Halle für Alle“ nannte Wiesenburgs Bauamtsleiterin Anke Glistau die umgebaute Kunsthalle des Ortes. Mit dem verspäteten Neujahrsempfang, der von „Donna Liedchen“ musikalisch umrahmt wurde,  wurde diese nun kürzlich feierlich eingeweiht. „Wir sind froh, dass wir alle Wünsche unter einen Hut bringen konnten“, so Glistau. Dabei würdigte sie noch einmal die Leistungen der beteiligten Baufirmen und auch die Eigenleistungen des Bauhofes. „Oft gehen diese unter“, betonte sie.

Die Baukosten beliefen sich auf etwa 884.000 Euro und konnten mit Förderungen aus dem Kreisentwicklungsbudget und dem LEADER- Programm gestemmt werden konnten. Immerhin hat die Halle ein bewegtes Leben hinter sich. Erst war sie Reithalle, dann Turnhalle und nun kann sie multifunktional genutzt werden. Was sich auch sofort zeigte, denn Bürgermeister Marco Beckendorf hatte für seinen Jahresrückblick eine Präsentation vorbereitet.

Wiesenburg ist auf Draht

Wer nun glaubte, mit Zahlen und Statistiken gelangweilt zu werden, wurde eines Besseren belehrt. Locker und anschaulich präsentierte der Bürgermeister die Ergebnisse des vergangenen Jahres und gab auch einen Ausblick auf die Zukunft. „We are in wire“ nannte er seinen Vortrag – frei übersetzt etwa „Wir sind auf Draht“. Dabei gab er aber auch unumwunden zu, dass man mitunter einen Drahtseilakt vollführen müsse. Zumindest konnte er die vorausgesagte Prognose zur Bevölkerungsentwicklung etwas abschwächen und hofft, dass der Vorwärtstrend anhält. Auch die derzeitige Niedrigzinsphase sieht er für die Entwicklung der Gemeinde positiv. „Jetzt können wir etwas machen und in die Zukunft investieren“, so Beckendorf. Der erste Schritt wurde mit dem Beschluss für einen neuen Flächennutzungsplan gemacht.

Wiesenburg hat viel vor

Die Gemeinde hat viel vor. So will man bei der Versteigerung des Sozialtraktes der Drahtzieherei mitbieten und dort später Wohnungen entstehen lassen, ebenso wie auf dem Gelände des KfL (Kreisbetrieb für Landtechnik). Der Bahnhofsvorplatz soll erweitert werden, das Gelände der Drahtzieherei revitalisiert und möglichst die alte Brauerei rückübertragen werden. Die rote Villa wurde gekauft und wird nun saniert, dort soll eine Physiotherapie einziehen und die Büroräume der LAG. „Wir wollen versuchen, viel zu schaffen, aber uns dabei nicht zu übernehmen“, so der Bürgermeister.

Lieber früher als später sollte es eine Zweitwohnsitzsteuer geben, man ist dabei, einen Entwurf zu erstellen. Mit Hilfe eines Gutachtens soll die Abwasserkalkulation bearbeitet werden, besonders für den mobilen Bereich. Die Touristinfo soll  künftig im Rathaus zu finden sein, dafür wünscht sich Marco Beckendorf aber einen barrierefreien Zugang. Auch die Reetzer Naturschutzstiftung ist bereits aktiv, derzeit besonders im Blühwiesenbereich. Vorangekommen ist man bei den Plänen für die Drahtzieherei und dem alten Sägewerk am Bahnhof. Dort soll ein Sharingprojekt für gemeinsames Wohnen entstehen – ein Ko-Dorf. Für die Weiterentwicklung hofft Marco Beckendorf auf einen besseren Breitbandausbau und sieht gute Chancen durch die Versteigerung der 5 G Frequenzen. Aber auch in den einzelnen Dörfern wird es Entwicklungen geben. Wie in Reetz, dort soll die Dorfmitte erneuert werden. Diese ist für Außenstehende gar nicht als Mitte erkennbar und im Dorf selbst gibt es seit Jahren viele Ideen der Bürger zur Gestaltung.

Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement

Die Bürger standen auch im Mittelpunkt der Auszeichnungen für ihr ehrenamtliches Engagement. Jeder Ortsteil hatte Einwohner vorgeschlagen, die sich besonders einbringen. Wie Ortsvorsteherin Helga Benke aus Jeserig. Sie würdigte Ernst Neuendorf und Manfred Albrecht. Ersterer hat über 100 Nistkästen gebaut. Diese hat er größtenteils selbst angebracht, am Mützdorfer Weg, an der Appelallee in Richtung Wiesenburg und im dortigen Park. Die meisten pflegt er auch selbst. Manfred Albrecht ist immer da, wo er gebraucht wird. Das Glücksrad, welches er für die Feste des Ortes gebaut hat, wird immer an ihn erinnern. Beide haben den neuen Zaun um den Friedhof gebaut und zeigen sich auch für die Nachfolgearbeiten verantwortlich.

Der Reetzer Ortsbeirat wollte sich bei Rainer Friedrich und Mario Binte bedanken. Rainer Friedrich hat erst in diesem Frühjahr Bänke für die Wanderer gebaut. Seit Jahren ist er für das große Plakat zu Adventsmarkt gemeinsam mit Helmut Jakobi verantwortlich. Mario Binte ist sozusagen der Erfinder des Ortes. Jedes Jahr zum Dorffest warten alle auf ein neues Spielgerät, das er sich ausgedacht hat. Die Ideen holt er sich aus Fernsehen, Internet aber auch durch persönliche Eindrücke. Ein Dankeschön gab es auch für alle ehemaligen Gemeindevertreter und Ortsbeiräte. Für die Gemeindevertreter gab es ein besonderes Geschenk – eine Mappe mit allen 258 Beschlüssen, die sie in der vergangenen Legislaturperiode gefasst hatten.

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