Coconat in Klein Glien: Handwerk trifft Digital

Klein Glien. Handwerk trifft Digital – so könnte man den kleinen Weihnachtsmarkt im Coconat in Klein Glien vom vergangenen Wochenende bezeichnen. „Eigentlich ist das ja eher ein Ort für die Kopfarbeit“, so Janosch Dietrich vom Team des Coworking Space, „aber wir möchten es gern um den handwerklichen Bereich erweitern.“ In der Scheune soll ein sogenannter „Makers-Space“ eingerichtet werden, also etwas für diejenigen, die handwerklich oder künstlerisch tätig sind. „Es soll ein Ort sein, wo man sich ganz einfach einmieten kann“, so Dietrich. Und das für Leute aus der Region, aber auch von außerhalb. Zuerst muss aber nun geklärt werden, was die Leute brauchen. Dazu hat man über das Wirtschaftsministerium die Chance bekommen, eine Umfrage zu machen. Mit dieser ist seit einiger Zeit Sebastian Mall unterwegs. Selbst Tischler, kann er sich in die Handwerker gut hineinversetzen. Diese können erst mal mit dem Begriff nichts anfangen. Er spürte aber eine positive Resonanz in Bezug auf die Pläne für die ehemalige Drahtzieherei in Wiesenburg/Mark.

Bei den Kunsthandwerkern ist das Interesse größer. Sie benötigen mitunter Geräte und Maschinen, die aber nur wenige Male im Jahr genutzt werden. Wie zum Beispiel ein Brennofen oder ein 3-D-Drucker. Diese Lücke möchte Coconat mit seinem Projekt schließen. Deshalb auch die Einladung verschiedenster Handwerker und künstlerisch Tätiger zum Weihnachtsmarkt. Dabei sollen alle ins Gespräch kommen und so eventuell festgestellt werden, wo der Bedarf am größten ist.

„Wir wollen nichts anschaffen, was am Ende nicht gebraucht wird”, so Janosch Dietrich. Und einige interessante Dinge konnten die Gäste auch bewundern. Charlotte Valerie Koch stammt eigentlich aus Schwerin und kam durch persönliche Kontakte nach Klein Glien. Schon lange beschäftigt sie sich mit Nachhaltigkeitsthemen. Irgendwann wollte die gelernte Modedesignerin selbst probieren,  was sie aus dem Thema machen kann. In Klein Glien hatte sie verschiedene Kräutersalze mit Wildkräutern oder Früchten dabei, Kräuterliköre und auch selbst designten Schmuck. Bekleidung und Schmuck, aber auch Dekorationsartikel hatten die meisten im Angebot. Dazu auch Kuchen, Schokolade und Plätzchen.

Aus der Mosterei von Sascha Gostynski und Boris Papprott gab es heißen Apfelpunsch aus naturbelassenem Saft von Äpfeln von Streuobstwiesen. Mitten auf dem Platz stand eine Jurte, in der man Annette Peters beim Geschichten lesen lauschen konnte. Die Kinder konnten sich im Filzen üben und waren mit viel Freude bei der Sache.

Besonderes Interesse rief der 3-D-Drucker von Familie Zimmermann aus Klein Glien hervor. Immer wieder mussten sie erzählen, wie man die verschiedensten Gegenstände einfach selbst herstellen kann. Angefangen von Dekoartikeln bis zu Ersatzteilen für Gartengeräte. Und das ist gar nicht so teuer. wie die meisten denken.  Die Drucker bekommt man schon für einen relativ kleinen Preis, und sie lassen sich mit einem normalen PC mit entsprechenden Programmen ansteuern.

Auch Janosch Dietrich findet den 3-D-Druck sehr spannend – das könnte er sich für den Makers-Space vorstellen.

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