Niemegk: Ein Märchen für das Jesuskind

Niemegk. Ob der kleine Jesus wirklich die Geschichte vom Fischer und seiner Frau erzählt bekommen hat, ist nicht überliefert. Laut Bibel bekam er nur Geschenke von den drei Heiligen, nämlich Gold, Weihrauch und Myrre. Doch im Solokrippenspiel von Pfarrer Daniel Geißler im Kulturhaus Niemegk mussten die Gäste teilweise auch zwischen den Zeilen lesen. Er erzählte die Weihnachtsgeschichte in sechs Szenen aus der Sicht eines der Schafhirten, die laut Überlieferung den Stern von Bethlehem sahen und sich auf die Suche nach dem neu geborenen Heiland machten. Wer Pfarrer Geißler kennt weiß, dass es dabei nicht ganz so bierernst zuging. So versuchte der Schafhirte, seine verwandtschaftlichen Verhältnisse zu König David nachzuvollziehen und dabei Gedichte zu schreiben. Ganz nach dem Motto: Wenn ich schon nicht in den Himmel komme, dann doch wenigstens in die dicken Bücher. Das Reimen gelang dann mehr oder weniger gut, so dass im vollbesetzten Saal Gelächter aufkam. Auch die Erklärung, die Maria, die Frau seines Cousins Josef, schwanger wurde, war dann eher für seine Schafherde bestimmt. Da jedes Schaf einen Namen hatte, war es für den Hirten einfach: Der geht’s wie der Elsbeth, sie kriegt bald ein Junges.

„Der Himmel ist blau, die Schafe sind grau…..“ reimte der Hirte, ehe er den Weihnachtsstern sah. Und machte sich mit der Schafherde auf den Weg dorthin. Seine beiden Gefährten hatten ihn schon vorher mit der Herde allein gelassen, um dem Stern zu folgen. Auf dem Weg ging ein Schaf verloren und der Hirte suchte nach ihm und fand es wieder. Und kam zu dem Schluss, ja, es lohnt sich, alles zu riskieren, um auch nur ein verlorenes Schaf zurück zur Herde zu bringen. Dieser Satz lässt sich gut auf den christlichen Glauben übertragen.

Schließlich fand auch er Jesus in der Krippe seines Schafstalls vor und erzählte ihm die Geschichte vom Fischer und seiner Frau, die nie zufrieden war mit dem, was sie hatte. Denn nachdem sie Kaiser geworden war durch einen verwunschenen Butt, wollte sie sein wie Gott. Und fand sich wieder ihn ihrer alten verfallenen Hütte wieder.

„Seit heute verstehe ich die Geschichte“, resümierte der Hirte im Beisein des Jesuskindes.

Die Zuschauer waren begeistert. Nicht nur von der Aufführung, auch das gemeinsame Singen trug zu einer festlichen Stimmung bei.

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