Wiesenburg: Liedermacher zu Gast in Mal´s Scheune

Wiesenburg. Von Klaus Lage bis Hannes Wader, von Heinz-Rudolf Kunze bis Achim Reichel – Lieder dieser Künstler bekamen die Gäste bei der „Langen Nacht der Liedermacher“ am vergangenen Samstag in Mal´s Scheune in Wiesenburg zu hören. Und natürlich auch eigene Werke. Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung hatten Claudia Heinz und Malcolm St Julian-Brown, die Inhaber des Videostudios in Wiesenburg/Mark. Und die Idee war eine gute, wie man an den vielen Besuchern merken konnte. Die Scheune war gut gefüllt, einige saßen sogar auf den Treppenstufen zur Empore, um das Event zu erleben.
Es war die erste Veranstaltung dieser Art. Eingeladen waren Künstler aus der Region und aus Berlin. „Es ist eine Mischung aus Video und Konzert“, erklärt Claudia Heinz. Sonst kommen Bands und Künstler, um sich ein Video für YouTube oder andere Internetauftritte erstellen zu lassen. Das kostet natürlich Geld. Wenn aber zu den Auftritten genug Zuhörer kommen, werden die Kosten durch Eintrittsgelder und Spenden gedeckt. Inzwischen sind die Videos von Mal´s Kanal über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Die Zugriffszahlen bewegen sich bei etwa 15.000 Klicks pro Monat. In den Videos können sich Interessierte über die Region selbst im Flämingkanal, aber auch über Künstler und Veranstaltungen informieren.

Für die Nacht der Liedermacher brauchte Claudia Heinz nicht lange suchen. „Inzwischen kenne ich viele Musiker und weiß, wen ich ansprechen kann“, erzählt sie. Für den Samstag hatte sie Dietmar Forchner aus Treuenbrietzen, Stephan Herz, genannt Sherz, aus Berlin, Andreas Hüttner aus Jüterbog, Michael Zackor aus Wiesenburg und Dorothee Leutritz und Thomas Rottenbücher aus Schmerwitz eingeladen. Jeder Künstler präsentierte zunächst drei Songs aus seinem Repertoire, anschließend standen noch einmal alle gemeinsam auf der Bühne. Das wollte Claudia Heinz so, um den Liedermachen noch einmal ein gemeinsames Erlebnis auf der Bühne zu schenken. Auch hat sie sich neben eigenen Titeln  auch bekannte Coverversionen von bekannten Künstlern gewünscht. Und dabei beteiligten sich sie und auch Malcolm St Julian-Brown selbst.

Zu Beginn der Videoaufnahmen wurde man kurzzeitig an ein Filmset versetzt. Es fiel nämlich wortwörtlich die Klappe, bedient durch Azubi Mascha Rudolf. „Unser neues Computerprogramm verlangte so etwas zu Beginn einer Aufzeichnung“, erklärte Claudia Heinz. Anfangs sollte sie einfach nur wie früher beim Sport in die Hände klatschen. Worüber sich das anwesende Publikum natürlich köstlich amüsierte. Also wurde eine richtige Filmklappe angeschafft.

Die Künstler begeisterten das Publikum. Andreas Hüttner verarbeitete in seinen Liedern eigene Erlebnisse und Erinnerungen. Auch wenn er gewissermaßen Profi ist, spürte er Spannung, Erwartung aber auch Aufregung vor seinem Auftritt, wie er das Publikum wissen ließ. Dietmar Forchner hatte sich seinen eigenen Stuhl zum Gitarre spielen mitgebracht. „Jetzt fühl ich mich wie zu Hause“, sagte er schmunzelnd in den Raum. „Ich hab mich hier ein bisschen rein geschlichen“, sagte er lächelnd, bezeichnet er sich doch eher als Songwriter denn als Liedermacher. Mitgebracht hatte er Lieder, die ihm selbst am Herzen lagen. Und seine etwas rauchige Stimme passte wunderbar, vor allem zum Lied „Monopoly“ von Klaus Lage, welches wohl alle im Saal kannten. „Ich spiele die Lieder, die gefühlt von mir sein könnten, auch wenn sie mir nicht eingefallen sind“, so Michael Zackor vor seinem Auftritt. Thomas Rottenbücher hatte anfangs etwas Zweifel, ob er bei so einem Abend richtig ist, ist er doch normalerweise in anderen Musikrichtungen unterwegs. Aber nach Durchsicht seines umfangreichen Musikschatzes fand er doch einiges, was er zu Gehör bringen konnte, wie Songs von Georg Danzer und Hannes Wader. Dorothee Leutritz hatte sich Claudia Heinz als Verstärkung mit auf die Bühne geholt. Die Lieder von Funny von Dannen brachten das Publikum zum Lachen. Stephan Herz musizierte gemeinsam mit Malcolm St Julian-Brown.

In der gemeinsamen Runde gab es noch einmal Songs, die fast alle kannten. Und zum Abschluss wurde gemeinsam eines der wohl bekanntesten Lieder gesungen: Über den Wolken von Reinhard Mey. Da bewies auch das Publikum seine Textsicherheit.

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