Hoher Fläming: Jetzt kann gegolft werden

Wiesenburg. Jan Johannsen und Robin Weber strahlten über das ganze Gesicht. Endlich konnten sie die Golfanlage und das Café am Wiesenburger Bahnhof offiziell eröffnen. Nach einem Telefonat mit dem Gesundheitsamt gab es von dort grünes Licht, natürlich immer noch unter Einhaltung der bestehenden Auflagen. So ließ es sich Jan Johannsen nicht nehmen, selbst in der kleinen Küche zu stehen und die Speisen für die Gäste vorzubereiten. Diese konnten sowohl drinnen, als auch auf dem neu gestalteten Vorplatz Platz nehmen. Dabei hatte sich Jan Johannsens Sohn richtig ins Zeug gelegt. Der gelernte Tischler hatte Blumenkübel aus Holz mit Sitzmöglichkeiten kombiniert.

Als Gratulanten kamen natürlich auch Vertreter der Bahnhofsgenossenschaft. Dieser gehört der Bahnhof weiterhin. Die untere Etage ist nunmehr an den Countrygolf verpachtet, oben befinden sich zwei vermietete Wohnungen. „So können die laufenden Kosten gestemmt werden“, erklärt Dorothee Bornath. Die geleistete Arbeit bei Sanierung und Umbau der Genossenschaft war ein wichtiger Grund für Weber und Johannsen, dass sie sich überhaupt getraut haben, in den Bahnhof zu investieren. Denn die Genossenschaftsmitglieder haben viel Arbeit und Energie investiert. Mit der Etablierung des Countrygolfs wurde das Ziel der Genossenschaft erreicht, das Areal wieder einer Nutzung zuzuführen. So hat man schnell im Vorstand entschieden, dass die Verpachtung eine gute Lösung ist.

Inzwischen schreitet auch die weitere Entwicklung des Bahnhofsgeländes voran. Ein Berliner Architekt ist gerade dabei, das alte Haus gegenüber zu sanieren. Dort sollen Ferienwohnungen entstehen. Und auch beim Ko-Dorf geht es voran. Deshalb ließen es sich auch einige Ko-Dörfler nicht nehmen, nach Wiesenburg zu kommen um zu schauen, was sich in ihrer zukünftigen Heimat tut. Die meisten kommen aus größeren Städten, arbeiten aber größtenteils online. Dafür, so die Meinung der Gruppe, ist der Platz in Wiesenburg ideal. Man kommt raus aus der Anonymität der Großstadt, wo man grad einmal die Nachbarn kennt, in eine Gemeinschaft. Und mit dem Bahnhof vor der Haustür und dazu noch den entstandenen Freizeitangeboten freuen sich alle auf ihr neues Leben.

Aber auch die Einwohner der Umgebung wollten wissen, was denn da nun passiert ist am Bahnhof. Viele erkundeten die Anlage auf eigene Faust und bewunderten die Hindernisse für das Fußballgolfspiel. Und das durchaus mit Humor. Andere wiederum wollten es auch gleich einmal ausprobieren. Und mussten feststellen, dass es doch schwieriger ist, als es aussieht.

Nun hoffen Jan Johannsen und Robin Weber auf viele begeisterte Gäste. „Jetzt treffen sich am Bahnhof Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so Dorothee Bornath, Mitglied der Bahnhofsgenossenschaft, „die Arbeit der Genossenschaft ist die Vergangenheit, Countrygolf die Gegenwart und das Ko-Dorf die Zukunft.“ Diese drei Säulen sollen zukünftig das Gebiet tragen.

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