Auftakt für den Medewitzer Wildobstwanderweg!

Medewitz pflanzt eine Kirschpflaumenallee am Bahnhof als Auftakt für den künftigen Wildobstwanderweg. Die Baumpflanzung am Ortseingang wird aus Fördermitteln für den Naturschutz finanziert.

Der Heimatverein Medewitz hat den Ortseingang am Bahnhof verschönert, aus Fördermitteln für den Naturschutz eine Kirschpflaumenallee gepflanzt und die neue Gestaltung mit einem Anwohnerfest feierlich eingeweiht.

Medewitz, Wildobstwanderweg, Bahnhofstraße, KirschpflaumenalleeDie kleinen Wildobstbäume rechts und links der Bahnhofstraße sollen heranwachsen, das Ortsbild verbessern und den Besuchern, die vom Bahnhof in den Ort kommen, ein freundliches Willkommen bieten. Ihre frühe Blüte, oft schon im März, kündigt den Frühling an, bietet Bienen, Hummeln und Wildinsekten wertvolle Nahrung und eröffnet die Wandersaison. Die Bäume sind sehr robust und kommen, wenn sie einmal angewachsen sind, auch gut mit Trockenheit zurecht. Die Pflanzung der Kirschpflaumen wurde von der Stackelitz GmbH durchgeführt und aus Fördermitteln der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in Höhe von rund 13.000 Euro finanziert, auch Wässerung und Pflege in den ersten fünf Jahren sind inbegriffen. Diskussion und Abstimmung unter den Anwohnern, Beschluss des Ortsbeirats und Zustimmung der Gemeindeverwaltung Wiesenburg waren vorausgegangen. Künftig soll am Bahnhof von Medewitz der Medewitzer Wildobstwanderweg beginnen.

„Wir freuen uns sehr über die gelungene Pflanzung und auch über das gute Signal, das wir damit setzen können“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins Medewitz, Robert Pulz:

„Der Ort gewinnt, wird attraktiver für die Bewohner und zugleich auch für Wanderer, die mit dem Zug aus Berlin in die Region kommen und naturnahe Erholung suchen. Wir haben seit 2019 ein erfolgreiches Planungsprojekt durchgeführt und im vergangenen Herbst in der Ortsmitte eine erste symbolische Pflanzung von zwölf Obst- und Wildobstbäumen vorgenommen. Jetzt haben wir mit der kleinen Kirschpflaumenallee am Bahnhof einen weiteren Schritt getan, um unser Zielbild eines Medewitzer Wildobstwanderwegs besser sichtbar und begreifbar werden zu lassen und der Umsetzung wieder ein Stück näher zu kommen. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung, die wir bisher von allen Seiten erhalten haben: von den Fördermittelgebern, von der Gemeinde, von der Naturparkverwaltung und vom Naturparkverein, auch vom Landgut Reppinichen. Wenn es uns gelingt, den Wildobstwanderweg Wirklichkeit werden zu lassen, gewinnen wir eine Attraktion für den Ort und können damit indirekt auch unseren Bahnhof stärken, für den wir seit Jahren die Wiedereinführung des Stundentakts fordern.“

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung hat der Heimatverein Medewitz von 2019 bis 2021 ein Kommunikations- und Planungsprojekt durchgeführt, um gemeinsam etwas Besonderes für den Ort zu schaffen. Entstanden ist der Plan,

  • an dörfliche Traditionen anzuknüpfen,
  • in der hügeligen Feldmark rings um den Ort Wildobst- und Obstbäume anzupflanzen und
  • einen neuen Wanderweg ins Leben zu rufen.

Um das Ortsbild zu verschönern, die Tier- und Pflanzenwelt zu bereichern und den Wanderern, die mit dem Zug nach Medewitz kommen, ein besonderes Erlebnis zu bieten. Die Planung für die Bepflanzung wurde gemeinsam mit der Naturparkverwaltung Hoher Fläming entwickelt. Es sollen Baumreihen mit Wildobstbäumen wie Speierling, Kornelkirsche, Mehlbeere, Baumhasel, Vogelkirsche, Maulbeere, Elsbeere, Wildapfel, Kirschpflaume angepflanzt werden, kombiniert mit flämingtypischen alten Obstsorten, an einigen Stellen auch breite Hecken aus Wildobststräuchern, die als Lebensraum für Vögel besonders wichtig sind.

Der geplante Wildobstwanderweg rund um Medewitz und Medewitzerhütten ist abwechslungsreich, knapp fünf Kilometer lang und eignet sich gut für einen ausgedehnten Spaziergang oder auch als Auftakt für eine längere Wanderung. Wer mit dem Zug gekommen ist und länger unterwegs sein will, kann anschließend dem Wanderweg 71 folgen, der durch schöne Waldgebiete, die im Sommer und Herbst voller Blaubeeren und Pilze stehen, zum Bahnhof Wiesenburg führt, das sind je nach Route noch einmal sieben oder neun Kilometer.

Eine eigens entworfene „Wanderkarte“, die als Flyer, Poster und Internetseite veröffentlicht wurde, zeigt und erklärt die geplanten Pflanzungen und viele weitere Dinge, Gebäude, Tiere, Pflanzen, die entlang des Medewitzer Wildobstwanderwegs zu entdecken sind. Mit mehr Besuchern, so die Hoffnung, kann langfristig auch der Bahnhof gestärkt werden, an dem die Regionalexpresszüge der Linie RE 7 mit Direktverbindung nach Berlin zwar stündlich vorbeifahren, aber leider nur im Zweistundentakt anhalten. Die Medewitzer fordern vom zuständigen Landesministerium seit langem den Stundentakt.

Die Medewitzerin Elke Brehmer ist mit Begeisterung beim Wanderwegprojekt dabei:

„Es tut einfach so gut, gemeinsam etwas zu schaffen, etwas für den Ort zu tun. Im letzten Herbst haben wir mit einer Gruppe von Medewitzern die Bäume an der Bäckerlücke gepflanzt, später hat Christian Prinz noch den Tisch und die Bänke aus Baumstämmen aufgebaut, die uns der Parkverein Wiesenburg gespendet hat. Jetzt haben wir dort einen schönen Picknickplatz. Ich spaziere gern mit meinem Mann dort vorbei und schaue, wie es den Bäumchen geht. Demnächst dehnen wir die Runde bestimmt bis zum Bahnhof aus, um zu sehen, ob auch die Kirschpflaumen gut anwachsen.“

Für die weitere Umsetzung des Wanderwegs wird es vor allem darum gehen, die zahlreichen Eigentümer der Ackerflurstücke rechts und links des Weges zu überzeugen und als Unterstützer zu gewinnen. Für die Anpflanzung der Bäume wird ihr Grund und Boden und ihr Einverständnis gebraucht, weil die Wegeflurstücke nicht breit genug sind. Für die Finanzierung können Mittel für Ausgleichspflanzungen genutzt werden, die immer dann zur Verfügung stehen, wenn an anderer Stelle in der Region aufgrund von Baumaßnahmen Bäume gefällt werden müssen. „Im Prinzip kein Problem“, sagt Lisa Leppek, die sich beim Naturparkverein Hoher Fläming um die Vermittlung solcher Maßnahmen kümmer:

„Wir haben immer wieder Vorhabenträger an der Hand, auch aktuell wieder, und könnten schon für das nächste Jahr die Bepflanzung erster Teilabschnitte ins Auge fassen. Aber die Eigentümer der Flurstücke, auf denen Bäume gepflanzt werden, müssen mit einem Grundbucheintrag einverstanden sein. Das ist nötig, um die Investition, die eine solche Pflanzung und Pflege bedeutet, auch langfristig zu sichern. Die Bäume sollen ja für Jahrzehnte dort stehen. Natürlich ist das für viele Eigentümer, selbst wenn sie das Projekt im Prinzip unterstützen, erst einmal eine Hürde. Mit ein wenig Geduld und Überzeugungsarbeit kommen wir auf die Dauer aber sicher zum Ziel. Der Weg wäre wirklich ein Gewinn für Medewitz mit seiner schönen, strukturreichen Feldmark, und er würde das touristische Angebot für Wanderer im Naturpark Hoher Fläming sehr schön ergänzen.“

Ein guter Grund für Optimismus ist in jedem Fall, dass das Landgut Reppinichen, Eigentümer oder Pächter der meisten Flächen am Weg, seit Beginn der Planungen als Unterstützer dabei ist.

Internetseite des Medewitzer Wildobstwanderwegs:

https://www.medewitzer-wildobstwanderweg.de

Darstellung des Kommunikationsprojekts 2019-2021 auf der Website des Förderprogramms „miteinander reden“ der Bundeszentrale für politische Bildung:

https://miteinanderreden.net/projekteimdetail/medewitz-will-den-stundentakt-wir-planen-einen-wildobst-wanderweg-um-unseren-bahnhof-zu-staerken/

(Mitteilung des Heimatvereins Medewitz)

 

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