29. Treckertreffen in Medewitz – Medewitz hilft der ganzen Welt

Medewitz. Sehen und gesehen werden heißt es auch immer beim Treckertreffen in Medewitz. Denn nicht alle der anwesenden Traktoren beteiligten sich an den Wettbewerben. Einige stellten ihre Fahrzeuge auch einfach nur aus.

Erwin und Petra Paudler mit ihrem Kremser

Wie Erwin Paudler aus Thießen. Er war mit einem selbst gebauten Anhänger gekommen. Gezogen wurde dieser von einem alten Hanomag aus dem Baujahr 1959. Mit diesem nahm Sohn Silvio dann auch an den Wettbewerben teil. Aber der Eyecatcher war wohl der Anhänger. Auf den ersten Blick konnte man ein richtig altes Gefährt vermuten. Aber weit gefehlt, Erwin Paudler hat erst 2003 begonnen, ihn zu bauen. Aber bewusst auf Alt. Das Talent dazu hat der gelernte Tischler. „Er hat goldene Hände“, schmunzelt Ehefrau Petra. Das Holz des Anhängers ist jedoch schon weitaus älter. Erwin Paudler hat es aus einer Kaserne der ehemaligen Sowjetarmee, die abgerissen wurde. Geschlagen wurde das Holz um 1930. Das einzige Beweisstück dafür, ein Brett mit Jahreszahl, hat er jedoch entsorgt, weil er es nicht brauchen konnte. Heute ärgert er sich darüber.

Auch für die Ausgestaltung des Wagens hat Erwin Paudler selbst gesorgt. Neben Sprüchen sind dort auch viele mit Pferden bemalte Steine angebracht. Ein Beweis, dass Paudler wirklich künstlerisches Talent hat. Den Kremser wollte er schon länger bauen, jetzt ist er fertig und wird für Fahrten mit den Enkeln oder auch als Gefährt zu Himmelfahrt genutzt. Auch den Hanomag hat Erwin Paudler selbst aufgebaut. Er fand ihn völlig heruntergekommen in einem Dorf in einer Scheune und kaufte ihn dem Besitzer für 1000 Euro ab. Nach und nach hat er ihn wieder aufgebaut. „Er war in sämtliche Einzelteile zerlegt, die abgestrahlt wurden“, erinnert sich Petra Paudler. Und beim Zusammenbauen blieb sogar nichts übrig. Obwohl sich Erwin Paudler viel informieren mussten. Und so blieben vile Besucher vor dem besonderen Gefährt stehen.

Erde ins Gleichgewicht

Das Treckertreffen selbst stand unter dem Motto: Medewitz hilft der ganzen Welt. An mehr oder weniger ernst gemeinten Stationen mussten die Fahrer ihr Geschick unter Beweis stellen und damit eine Reise um die ganze Welt unternehmen. Dabei wurde diese oder jene politische und wirtschaftliche Situation auf die Schippe genommen. Roland Adolph war wieder der Ideengeber des Parcours und es waren einige neue Hindernisse dabei. Die Wippe ist zwar schon traditionell, aber in diesem Jahr mussten die Treckerfahrer dadurch die Erde wieder ins Gleichgewicht bringen.

Goldstücke nach Katar

Auch die anstehenden Lieferungen von Öl und Gas aus Katar müssen natürlich bezahlt werden. Am besten in Goldstücken. Diese symbolisierten Tennisbälle. Mit dem Hänger begaben sich die Traktoristen in die Wüste von Katar, wo durch Einwirkung der Schwerkraft die „Goldstücke“ in den Tresor des Emirs purzelten – oder zumindest purzeln sollten. Bei Vorbeifahren konnten alle dann Herrn Putin mit dem Eisbär in Sibirien sehen.

Treckertreffen Medewitz
Putin in Sibirien

Spektakuläres Wasserloch

Das Wasserloch war wieder spektakulär, sowohl für Zuschauer als auch für Aktive. Diese mussten pendelnden Säcken ausweichen. Was einigen mehr, einigen weniger gute gelang.

Über den Knüppeldamm konnten dann alle geschickt in Amerika einkaufen. In der EU mussten dann die Grenzen gut bewacht werden. Die Fahrer stellten die  Vorderachse ihres Traktors möglichst nah zwischen zwei Fässer. Dann wurde der Abstand gemessen. Die Zahl wurde von der möglichen Höchstpunktzahl von 100 Punkten abgezogen. Im Amazonas war Zielgenauigkeit gefragt. Mit einem Katapult, beladen mit drei Bällen, sollten Bäume gefällt werden.

Auf der letzten Station ging es um Deutschland Schuldenberg, dargestellt durch Luftballons an einer symbolischen Mauer. An der Birke auf dem Langholzhänger war eine Spitze befestigt. Mit dieser musste nun rückwärts ein Ballon zum Platzen gebracht werden. Das war schon eine Herausforderung.

Teilnehmer, Gewinner und ein Kandidat

Viele Teilnehmer sind schon seit Jahren dabei. Wir Bauer Martin Lindemann aus Reuden. Dem 84jährigen macht es immer noch Spaß. „Es geht doch darum, dabei zu sein und nicht unbedingt um das Gewinnen“, sagte er. Und solange er fit ist, will er auch weiter machen. Erstmals war auch eine Frau am Start. Monika Gäding kam aus Bias, einem Ortsteil von Zerbst.

Aber auch viele Jugendliche waren am Start. Für sie gab es eine extra Wertung. In der Kategorie bis 17 Jahre siegte Lukas Notzke aus Brück mit 834 Punkten. Zweiter wurde Calvin Trautvetter aus Damelang mit 817 Punkten. Den dritten Platz belegte Lukas Lang aus Wiesenburg mit 489 Punkten.

Bei den Erwachsenen gewann Hannes Mangold aus Kleinleitzkau mit 1070 Punkten. Zweiter wurde Toni Schippenbeil aus Nedlitz mit 1066 Punkte und Dritter Dominic Mählis aus Bergholz mit 968 Punkten.

Treckertreffen Medewitz
Die Treckerschau

Auch wenn in diesem Jahr nicht so viele Zuschauer gekommen waren, die Veranstalter waren trotzdem zufrieden. Einen großen Teil dazu trug sicher die Hitze bei, bei der sich viele, gerade ältere Menschen, nicht hinaus trauten. Sicher auch ein Grund: Die zweijährige Coronapause. Aber diese Pause hat der Medewitzer Heimatverein mit seinen Unterstützern gut genutzt, wie dessen Vorsitzender Robert Pulz zur Eröffnung erzählte. Es wurde viel um- und neugebaut. Die Eintrittsgelder der Gäste sind also gut angelegt.

Außerdem ließ Robert Pulz auch endlich die Katze aus dem Sack. Was über den Buschfunk bereits verbreitet wurde ist nun offiziell: Robert Pulz wird für den Posten des Bürgermeisters der Gemeinde Wiesenburg/Mark kandidieren.

(Artikelfoto: Herausforderung Wasserloch)

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