8. Treffen der Klimawerkstatt in Bad Belzig: Konkrete Projekte für Landwirtschaft und Wald

Bad Belzig. Brandenburg gehört zu den trockensten Regionen Deutschlands. Hitzeperioden und Dürre machen sowohl der Landwirtschaft als auch dem Wald zu schaffen. Auf dem 8. Treffen der Klimawerkstatt in Bad Belzig wurde es deshalb konkret. Ein zweites Mal ging es um die Themen Landwirtschaft und Wald, dieses Mal mit Projekten, die diskutiert werden konnten. Dabei waren sowohl konventionelle als auch ökologisch arbeitende Betriebe und Vereine dabei. Denn bezüglich des Klimawandels sitzen alle in einem Boot. Die größten Herausforderungen sind Trockenheit und Dürre, damit verbunden ein erhöhter Schädlingsbefall und auch das brachlegen von landwirtschaftlichen Flächen. Auch die Waldbrände nehmen zu.

Auf der Veranstaltung ging es zum einen um die Klima- und Umweltschutzagenda der Stadt Bad Belzig. Welche Maßnahmen sollen in der Klima- und Umweltschutzagenda für Bad Belzig stehen? Wie kann jede:r Einzelne selbst direkt aktiv werden? Zum anderen stellten lokale Initiativen Ideen und Projekte vor.

Klimawerkstatt, Bad Belzig, Fläming
Diskussionsrunde zur Umweltagenda der Stadt Bad Belzig

Klimawerkstatt, Bad Belzig, FlämingZu ihnen gehörte die Resilia Baumschule in Brück. Das junge Unternehmen bietet Gehölze für den Ertragsanbau, als auch für die forstliche Nutzung an. Und am besten beides in Verbindung. Auf der Klimawerkstatt stellte Malte Cegiolka das Projekt „Fläminger Esskastanienkampagne“ vor. Die junge Firma kam 2017 in den Fläming und hat die Baumschule gegründet. Die Jungunternehmer haben die Vision, etwas gegen die Austrocknung des Bodens zu tun. Und dafür eignet sich die Esskastanie bestens, auch wenn sie noch etwas exotisch anmutet. Als Pfahlwurzler von bis zu 10 Metern Tiefe kommt sie gut mit den Böden hier zurecht. Gleichzeitig bringt sie nach etwa sechs Jahren auch Ertrag, der vermarktet werden kann. Sie ist sehr kohlenhydratreich, aus ihr kann Mehl hergestellt werden. Deshalb eignen sie sich sehr gut für Agrarforst. Bei dieser Methode werden zwischen die landwirtschaftlichen Flächen Bäume gepflanzt, um den Boden zu kühlen und so das Wasser besser halten zu können.

Derzeit sind Malte Cegiolka und sein Partner dabei, Mitstreiter zu finden und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Man erhofft sich durch solche Projekte verschiedene Effekte wie die Sicherung der Selbstversorgung, das Schaffen einer Klimalandschaft, die für Abkühlung sorgt und eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Die vorhandenen Gelder sollen im kommenden Jahr durch eine Crowd-Funding-Kampagne ergänzt werden. Mit dem Geld will die Baumschule Anlagen für Esskastanien finanzieren und so erforschen, wie es funktioniert und Daten zu sammeln zu Kosten und Bewässerung. Kontakte zu Praxisbetrieben gibt es schon, aber es werden weitere gesucht.

Auch beim Projekt der Schäferei Arensnest geht es um das Wasser. Die Gemeinschaft möchte ein Wassernetzwerk gründen. Dazu hatte Daniel Diehl ein kleines Experiment mitgebracht. Mit einer im Internet verfügbaren Open Source Technik hat er einen Bodenfeuchtesensor gebaut. Mit diesem kann man an verschiedenen Stellen die Bodenfeuchte messen und die Daten direkt ins Internet einspeisen. Mit dem Wassernetzwerk könnte man überall Messpunkte installieren, um Daten aus verschiedenen Orten zu sammeln und diese letztendlich vergleichbar machen. Dann kann auch gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Probleme bestehen jedoch immer noch in der teilweise fehlenden Internetverbindung und für den Energiebedarf der Sensoren. Daniel Diehl bekam von Anwesenden den Hinweis, sich an die „Potsdamer Freifunker“ zu wenden, um so dieses Problem eventuell lösen zu können.

Klimawerkstatt, Bad Belzig, Fläming
Daniel Diehl erklärt den Bodenfeuchtesensor

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