Wiesenburg/Mark: Neujahrsempfang und Dank an engagierte Bürger

Wiesenburg/Mark. Das neue Jahr ist etwas über zwei Wochen alt. Zeit, auf das vergangene zurückzublicken und Pläne für das neue zu schmieden. Und auch Zeit, um sich bei den Menschen zu bedanken, die Besonderes für den Ort und die Gemeinschaft geleistet haben. „Sie sind die Gestalter, die Mitmacher, die Entscheider, die Unterstützer oder auch manchmal die Antreiber, im positiven Sinne“, so Marion Gante, Vorsitzende der Gemeindevertretung, in ihren Grußworten.

Ehrungen

Und so wurde es diesmal wirklich emotional in der Kunsthalle. Denn das diese so ist, wie sie jetzt ist, verdankt die Gemeinde zum größten Teil Kornelia Stephan. Die Architektin aus Neuehütten war mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Umbau der ehemaligen Sporthalle verantwortlich und erinnert sich gut an diese Aufgabe. Sie hat versuchte, das Alte zu erhalten und mit dem Modernen zu kombinieren. So wurde die Klinkerwand erhalten und auch einige Stücke gemauerter Feldsteine. Früher war die Bodenhöhe so wie die jetzige Bühne, alles musste barrierefrei hergerichtet werden. Ihr letztes Projekt war das Teehäuschen, welches zu einem kleinen Schmuckstück geworden ist. Jetzt geht Kornelia Stephan in den „Oma-Stand“ und hat Zeit für ihre Enkelkinder. Für ihre Arbeit, nicht nur in Bezug auf die Kunsthalle, sondern auch bei vielen anderen Projekten, bekam sie ein Dankeschön von der Gemeinde.

Tränen im Augenwinkel hatten wohl alle Anwesenden, als der Medewitzer Ortsvorsteher Christian Prinz Margot und Rainer Hübner nach vorn bat. Wohl kaum ein Ort, der nicht schon einmal die Dienste des Ehepaares in Anspruch genommen hat, sorgten die Beiden doch jahrzehntelang für die gastronomische Betreuung in den Orten der Gemeinde Wiesenburg/Mark und auch jenseits der Landesgrenze in Sachsen-Anhalt. Jetzt gehen sie in den wohlverdienten Ruhestand. „Sie werden überall fehlen“, sagte Christian Prinz unter Zustimmung allerAnwesenden.

Etwas verlegen, was man sonst von ihr gar nicht kennt, stand Barbara Klembt auf der Bühne. Die ehemalige Bürgermeisterin hat mit dem Ruhestand nicht  aufgehört, sich für die Gemeinde einzusetzen. Ob Fremdenverkehrsverein, Chortreffen, Stammtischtreff und jetzt das Projekt „Engagiertes Land: Wiesenburg aktiv gemeinsam gestalten“, Barbara Klembt war und ist immer aktiv dabei. Barbara Klembt ist Mitorganisatorin der Mitmachkonferenz, welche einmal im Jahr in der Kunsthalle stattfindet und ein Forum zum Finden neuer Ideen für die weitere Entwicklung nicht nur unserer Gemeinde, sondern darüber hinaus geworden ist. Wenn sie sich außerdem in verschiedensten überregionalen Foren engagiert, wie zum Beispiel in der Auswahlkommission, „Unser Dorf hat Zukunft“, erhöht sie mit ihrer Teilnahme auch den Bekanntheitsgrad für die Gemeinde Wieseburg/Mark. Neuerdings ist sie auch noch Mitglied bei den Landfrauen, welche sich 2022 in Wiesenburg gegründet haben. „Will man alle ihre Aktivitäten aufführen, würde das den Rahmen dieser Veranstaltung sprengen. Wir meinen, dass nicht nur sie ehrenamtlich tätige Bürger ehren sollte, sondern auch sie eine solche Ehrung verdient hat“, so Wiesenburgs Ortsvorsteher Norbert Hesse.

Ein Dank wurde auch dem Fremdenverkehrsverein ausgesprochen. Dieser hat sich nun aufgelöst, da er seine Aufgaben als erfüllt ansieht. Die offizielle Übergabe des Staffelstabes an die Touristerei findet Anfang Februar statt.

Aber auch alle anderen Ortsteile hatten engagierte Bürgerinnen und Bürger zu Ehrung vorgeschlagen. Alle setzen sich bereits seit Jahren für ihr Dorf ein, ohne etwas dafür zu verlangen.

Wiesenburg/Mark, Neujahrsempfang 2023
Alle Geehrten

Rückblick und Vorausschau

Begrüßt wurden die Gäste des Neujahrsempfangs der Gemeinde Wiesenburg/Mark von den Bläserklassen der Wiesenburger Grundschule. Auch dank vieler großzügiger Spenden aus der Bevölkerung können nun alle Schüler weiter musizieren. Die jungen Bläser ernteten großen Beifall und kamen natürlich nicht ohne Zugabe weg – ihr Lieblingsstück; die Titelmelodie aus „Star Wars“.

Marion Gante, Vorsitzende der Gemeindevertretung wies in ihrer Begrüßung deutlich darauf hin, die Ängste und Sorgen der Bürger in der derzeitigen Situation ernst zu nehmen. Dafür haben die gewählten Kommunalpolitiker eine große Verantwortung. „Betonen wir nicht das Trennende, suchen und finden wir das Verbindende! Demokratie lebt vom Austausch, vom Gespräch – auch von Kompromissen“, so Marion Gante.

Bürgermeister Marco Beckendorf blickte zurück, aber auch voraus. Sein vorrangiges Ziel ist es, die Bevölkerungszahl zu stabilisieren und bestenfalls zu vergrößern. Denn daran hängen die finanziellen Zuweisungen vom Land. „Die dauerhafte Leistung einer Gemeinde wird gespeist durch Personal und Finanzen“, so Beckendorf. Zumindest beim Personal sieht es gut aus, alle Stellen in der Verwaltung sind besetzt. Was nütze das Geld, wenn niemand da ist, der es ausgeben kann, in dem Projekte umgesetzt oder Baumaßnahmen durchgeführt werden. Im Jahr 2022 hat die Gemeinde über 6 Mio. Euro in die verschiedensten Maßnahmen investiert. Vieles davon sind freiwillige Leistungen. Profitieren konnten neben den Kitas der Gemeinde auch Feuerwehren und soziale Projekte wie Spielplätze und Dorfgemeinschaftshäuser. Für jeden sichtbar ist die Veränderung im Wiesenburger Park. Und das alles, obwohl etwa 700.000 Euro im Haushalt fehlten. Durch die Corona-Zeit sind die Steuereinnahmen der Gemeinde eingebrochen. Derzeit wartet man auf das Hilfspaket des Landes.

Trotzdem gibt es Pläne für 2023, obwohl natürlich überall ein Risiko mitschwingt. Die Beräumung des Sägewerksgeländes hat begonnen, die Drahtzieherei hat die Betriebserlaubnis beantragt. Das dortige Gelände wird weiter entwickelt. In Reetz wird das einzige Schwimmbad der Gemeinde saniert. In allen Orten gibt es größere und kleinere Maßnahmen. Man habe durchaus die „Neue Landlust“, bemerkt, so Marco Beckendorf. Aber dafür muss einiges getan werden, damit die Menschen wirklich aufs Land ziehen und so die Einwohnerzahlen wachsen. In erster Linie ist das der Ausbau des Glasfasernetzes. Der sollte eigentlich schon im vergangenen September abgeschlossen sein. „Aber die Telekom kommt nicht hinterher“, so Beckendorf. Weitere Voraussetzungen sind gute Kitas und Schulen, aber auch soziale Treffpunkte. „Wir müssen die Leute wieder zusammenbringen“, sagt der Bürgermeister.

So gibt es viel zu tun und sicher auch mutige Entscheidungen zu treffen. Das kann nur mit Unterstützung aller gelingen.

Wiesenburg/Mark, Neujahrsempfang 2023
Neujahrsempfang 2023 der Gemeinde Wiesenburg

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