Fredersdorf. Bodo Sternberg ist seit 2008 Ortsvorsteher in Bad Belzigs Ortsteil Fredersdorf. Seit 2019 hat der 65-jährige zusätzlich ein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung. Für den Ortsbeirat kandidiert Bodo Sternberg nicht mehr, aber erneut für die Bad Belziger Stadtverordnetenversammlung.
Bärbel Kraemer: Herr Sternberg, warum kandidieren Sie nicht mehr für den Fredersdorfer Ortsbeirat?
Bodo Sternberg: Die vielen Jahre, in denen ich Ortsvorsteher in Fredersdorf war, haben mir großen Spaß gemacht. Es würde mir sicherlich auch noch weiter Spaß machen, denn das Dorf, die Dorfgemeinschaft, hat immer hinter mir gestanden. Wir haben zusammen geplant und gestaltet. Was auch nur so geht. Für mich ist es jedoch wichtig, mit der Zeit zu gehen, neue Sachen und neue Ideen aufzunehmen, nicht immer am Alten festzuhalten. Man muss sich dem Neuen stellen und ihm aufgeschlossen gegenüber treten. Und man muss rechtzeitig abgeben können, um Platz für die zu machen, die das Dorf weiter voranbringen wollen.
Bärbel Kraemer: Warum ist es ihrer Meinung nach wichtig, das sich Vertreter aus den Dörfern im Stadtparlament vertreten sind?
Bodo Sternberg: Das ist aus meiner Sicht sogar ganz wichtig. Deshalb gehöre ich auch der Wählergruppe Wir vom Dorf an. Wir stehen für eine offene und ehrliche Zusammenarbeit. Wir schätzen und leben die Gemeinschaft und das Ehrenamt. Wir kämpfen aber auch um den Erhalt unserer Bäder und anderer kultureller Einrichtungen im ländlichen Raum. Wir stehen für unsere regionalen Unternehmen und Landwirtschaftsbetriebe, weil ohne Landwirte die Dörfer nur noch Wohnsiedlungen wären. Wir setzen uns für den Natur- und Umweltschutz ein, jedoch nur mit der Landwirtschaft. Und geht es auch um eine Verbesserung im Regionalverkehr im ländlichen Raum. Ein Thema, das nicht nur für die Stadt wichtig ist.
Bärbel Kraemer: Was gab für Sie den Ausschlag, sich in die Kommunalpolitik einzubringen?
Bodo Sternberg: Es hört sich jetzt vielleicht groß an, aber mir ist wichtig, dass die Dörfer auch eine Stimme im städtischen Parlament haben. Die strukturellen Unterschiede zwischen Stadt und Dorf werden nicht immer berücksichtigt. Ich denke da an die Themen Verkehrsanbindung, Straßen und Gehwege, Freizeitangebote auf dem Lande, die im wesentlichen vom Ehrenamt getragen werden. Auch die Jugendarbeit beschränkt sich nur auf die Stadt.
Bärbel Kraemer: Was glauben Sie, sind die größten Herausforderungen, die in der Stadt und den Ortsteilen in der kommenden Wahlperiode zu stemmen sind?
Bodo Sternberg: Eine offene und ehrliche Zusammenarbeit mit allen politischen Kräften, eine lebendige Demokratie, keine Menschenfeindlichkeit und eine starke Zivilgesellschaft. Ferner, die Wertschätzung unserer Gemeinschaft und des Ehrenamtes.
Bärbel Kraemer: Vielen Dank für das Gespräch.
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