Raben. Eine Wildkatze bekommen selbst eingefleischte Naturfreunde selten zu Gesicht. Die Samtpfote bevorzugt unaufgeräumte Wälder und ist vorwiegend nachtaktiv.
Jahrzehnte lang ging ihr Bestand in Deutschland immer weiter zurück. Danke des Einsatzes von engagierten Naturschützern ist die Wildkatze wieder auf dem Vormarsch – auch in Brandenburg. Aus diesem Grund gibt es im Naturparkzentrum Raben eine Sonderausstellung zu sehen. Sogar mit einem Präparat einer echten Wildkatze, die einem Verkehrsunfall zum Opfer fiel. Diese bleibt dem Naturparkzentrum auch erhalten und wandert später in die Dauerausstellung.

Am vergangenen Freitag eröffneten Bernd Schade, Steffen Bohl und Vertreterinnen des NABU sie interessante Ausstellung. Gefördert wurde diese von der EU und vom Land Brandenburg.
Seit 200 Jahren wurde in Brandenburg keine Wildkatze mehr gesichtet. Ein Jahr nach der Sichtung des ersten Wolfs auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow kam von dort auch die Meldung, man habe eine Wildkatze gesichtet. Aber erst 2020 konnte man die ersten genetischen Nachweise erbringen. Jetzt sucht die Naturwacht seit drei Jahren buchstäblich nach der Nadel im Heuhaufen.
Angefangen hat die Suche aber schon vorher. Der damalige Praktikant der Naturparkverwaltung Erik Herrmann konnte sie erstmals nachweisen. Jetzt sind zwei Teams der Naturwacht unterwegs. Um die Katzen anzulocken, werden sogenannte Lockstäbe mit Baldrian präpariert, ein Duft, den Katzen mögen. „In diesem Jahr wurden 27 Lockstäbe aufgestellt“, erklärt Katrin Mielsch von der Naturwacht:
„Davon sind vier mit Wildkameras ausgestattet. Alles natürlich immer im Einverständnis mit Eigentümer und Bewirtschaftern der Waldflächen und in enger Zusammenarbeit mit den Förstern.“
Während der Ranzzeit zwischen Januar und April wurden die Stäbe zehn Wochen lang wöchentlich kontrolliert. Daran befindliche Wildhaare wurden genetisch analysiert. Danach gibt es nur noch fünf Lockstäbe, vier davon mit Wildkameras, die alle zwei Wochen geprüft werden.
Stellt man jedoch ein Katzenbaby fest, wird die Kontrolle intensiviert. „Derzeit haben wir eine Katzenmutter mit zwei Jungen“, freut sich Katrin Mielsch. Das hat die Auswertung der Fotos auf den Wildkameras ergeben. Insgesamt fühle sich im Naturpark Hoher Fläming elf Wildkatzen heimisch, vorwiegend Kater. Jedoch im angrenzenden Naturpark Nuthe-Nieplitz sind wohl mehr Katzen unterwegs. Nun hofft man, dass sich übergreifend Paare finden.

Ein bisschen mehr über die Wildkatze erfuhren die Besucher von Fräulein Brehm. Wer schon öfter im Naturparkzentrum zu Gast war, kennt Barbara Geiger bereits. Erst im Frühjahr erklärte sie großen und kleinen Besuchern den Regenwurm.
2012 hat sie ihre Ausführungen über die Wildkatze geschrieben, die sie mit viel Witz und Charme darbot. Dabei verstand sie es immer, das Publikum und besonders die anwesenden Kinder mit einzubeziehen. Auch Fräulein Brehm ist total begeistert, wie weit sich die europäische Wildkatze inzwischen ausgebreitet hat. Dabei ist sie mit unseren Hauskatzen kaum verwandt, eher mit der afrikanischen Wildkatze. Das wussten die Menschen jedoch früher nicht und so wurden viele Wildkatzen für streunende Hauskatzen gehalten und abgeschossen.
Jetzt ist die Wildkatze auch in Deutschland wieder heimisch, wie eine Karte eindrucksvoll zeigt. Das Verbreitungsgebiet hat sich vom Süden her fast über das gesamte Land erweitert. Fräulein Brehm hatte auch einige Duftproben mitgebracht, an denen alle schnuppern durften. Beim Baldrian verzogen viele das Gesicht, riecht er doch nicht unbedingt angenehm. Für Wildkatzen ist er jedoch unwiderstehlich. Und nicht nur für diese. Eine Fotoreihe der Naturwacht zeigte durch Aufnahmen der Wildkameras, auch Eichhörnchen, Hasen, Rehe, Marder und Wildschweine können nicht widerstehen.
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