Spendenlauf entlang der Elbe unterstützt die Hilfsorganisation Mary‘s Meals – Etappenziel bei Neuehütten

Neuehütten. Wie viele Kinder auf der Welt hungern und auch in der Schule, wenn sie denn eine besuchen können, keine Mahlzeit bekommen, lässt sich schwer beziffern. Aber eines ist gewiss, dass diese Kinder ohne Hilfe weiterhin hungern werden. Der in Deutschland lebende Inder Jaya Prakash Kar will helfen.

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Andriana Prgomet, Axel Schwind, Jaya

Mary’s Meals

Durch Marys’Meals erhalten zumindest einen Teil der Betroffenen eine gesunde Schulmahlzeit. Derzeit versorgt der Verein täglich über 2,4 Millionen Kinder in 17 der ärmsten Länder der Welt mit gesunden und nahrhaften Schulmahlzeiten. Damit wird nicht nur ihr Hunger gestillt, sondern sie erhalten durch Bildung langfristig die Chance auf eine bessere Zukunft. Dank der Unterstützung tausender Ehrenamtlicher reichen bereits 22 Euro aus, um ein Kind ein Jahr lang in der Schule zu ernähren. 93 Prozent aller Spendengelder fließen direkt in die karitative Arbeit. Die Verwaltungskosten von Mary’s Meals sind u.a. deshalb so niedrig, weil die Arbeit von Zehntausenden Freiwilligen unterstützt und getragen wird – hier und vor Ort. Die Nahrungsmittel werden, wo immer möglich, lokal gekauft. Auf diese Weise werden Kleinbauern, Gemeinden und die lokale Wirtschaft gefördert.

Der Gründer des Vereins, Magnus MacFarlane-Barrow ist in Argyll, Schottland, aufgewachsen. Er und sein Bruder hörten Berichte über den Konflikt in Bosnien im Fernsehen. Sie fühlen sich verpflichtet, den Leidenden zu helfen. Nachdem die Brüder die ganze Nacht darüber gesprochen hatten, wie diese Hilfe aussehen könnte, beschlossen sie, einen Spendenaufruf in ihrem Umfeld zu starten. Schon bald füllen Kleidung, Arzneimittel und Geldspenden den Schuppen ihrer Eltern.

Und es endete nicht mit dieser einmaligen Aktion, die Spenden wurden immer mehr. Im Laufe der weiteren Entwicklungen wird es für die Koordination der Hilfslieferungen erforderlich, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Der Scottish International Relief (SIR) entsteht. Das war 1992. Dann kam ein einschneidendes Erlebnis. Magnus traf Emma, während SIR Hungerhilfe in Malawi bereitstellte. Sie war an AIDS erkrankt und lag sterbend auf dem Boden ihrer Hütte, umgeben von ihren sechs jungen Kindern. Emma sagte, dass sie nur noch beten könne, dass nach ihrem Tod jemand für die Kinder sorgen würde. Magnus fragte ihren ältesten Sohn, Edward, was er sich für sein Leben erhoffte. Er sagte einfach:

„Ich möchte genug zu essen haben und eines Tages eine Schule besuchen“.

Edwards Worte halfen dabei, die Gründung von Mary’s Meals zu inspirieren. Ziel dieser Organisation ist es, den chronisch hungrigen Kindern mit einer Mahlzeit an jedem Schultag zu helfen. Da die Hilfsorganisation SIR nun in erster Linie Nahrungsmittelhilfe leistet, wird sie in Mary’s Meals umbenannt.

Der große Lauf von Jaya Prakash Kar

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erfolgreiche Ankunft zwischen Neuehütten und Görzke

Wie kommen aber nur Mary’s Meals und Jaya Prakash Kar zusammen? Der 39 jährige geborene Inder ist im Moment auf einem Spendenlauf für Mary’s Meals. Er lebt seit neun Jahren in Deutschland, ist Maschinenbauingenieur von Beruf und engagiert sich ehrenamtlich. Mit dem Laufen hat er vor zwei Jahren begonnen. Da war an einen Marathon natürlich noch nicht zu denken. Stück für Stück hat sich Jaya an immer längere Strecken herangearbeitet. Er nahm an Marathon-Events teil, begann dort mit der 10-km-Strecke, die eigentlich für jüngere Teilnehmer gedacht war. Nach und nach steigerte er sich vom Halbmarathon zum Marathon. Jaya überlegte, wie er das Laufen mit seinem großen Ziel, etwas für Kinder zu machen, verbinden könnte. Bei Internetrecherchen stieß er auf Mary’s Meals und wusste, dass ist das Richtige.

„Jaya kam auf uns zu mit der Idee eines Spendenlaufs“, erzählt Betreuer Axel Schwind. Er und seine Kollegin Andriana Prgomet begleiteten Jaya auf der Etappe von Wittenberg nach Neuehütten, wo das Tagesziel vom vergangenen Samstag etwa auf der Hälfte der Strecke nach Görzke lag. Auch die beiden Betreuer arbeiten ehrenamtlich. Aber ohne Betreuer geht es auch nicht, sie sind zuständig für die Versorgung mit Getränken und Essen unterwegs und auch für den Gepäcktransport. Da Jaya beim Laufen keine Telefonate führen kann, müssen die Betreuer auch sämtliche organisatorische Arbeiten erledigen. Alles, von Verpflegung bis zur Unterkunft wird aus eigener Tasche finanziert, es kommt dafür kein Geld aus dem Verein.

Seit Monaten widmete sich Jaya den Vorbereitungen für den Spendenlauf. Die Strecke hat er virtuell mit einer App geplant. Start war am Bahnhof Schöna in Sachsen direkt an der Elbe. Jede Etappe ist etwa 45 km lang, also mehr als ein Marathon. In fünfzehn Tagen nach 675 Kilometern will er am Bahnhof in Cuxhaven ankommen. Mit der Aktion will Jaya auf Mary’s Meals aufmerksam machen und so Spenden sammeln.

Am Samstagmorgen (06.07.2024) startete Jaya früh um fünf Uhr in Wittenberg. Gegen elf Uhr kam er am Etappenziel an. Gelaufen ist er 44,68 Kilometer und hat dafür fünf Stunden und acht Minuten gebraucht – mit einer Zwischenpause. Denn hier geht es nicht um Rekorde, sondern um das Ankommen. Sage und schreibe 3.343 Kalorien hat Jaya während des Laufs verbraucht, die er mit einem reichlichen und gesunden Essen wieder zuführen muss. Und die Hitze? Macht sie ihm zu schaffen? Jaya lächelt und sagt:

„Ich bin Inder.“

 

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